FIA Logo auf einer Fensterscheibe
Jean Todt hat die Wiederwahl für sich entschieden, er war der einzige Kandidat.
 

FIA: Jean Todt wiedergewählt und Datenschutz als Leitthema

Im Zeitalter vernetzter Fahrzeuge und der damit verbunden Ansammlung von Datenmengen hat die FIA den Konsumentenschutz als Leitthema bei der Generalversammlung.

06.12.2013 APA

Die Automobilbranche befindet sich auf mehreren Ebenen im Wandel, die Absatzkrise auf dem europäischen Automarkt hat zu mehr Investitionen in China, Brasilien und Co gesorgt. Strengere CO2-Vorgaben haben alternativen Antriebsarten einen Schub gegeben und das vernetzte Auto ist längst im Alltag angekommen. Letztgenanntes Themenfeld sorgt für hitzige Diskussionen.

Leitthema Datenschutz und Konsumentenrechte

Werner Kraus, der Präsident des ÖAMTC, befindet sich derzeit in Paris bei der FIA-Generalversammlung und bestätigt, dass „Datenschutz und Konsumentenrechte die Leitthemen“ der Versammlung sind. „Durch gemeinsame Anstrengungen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene werden wir klarstellen, dass der Konsument Verfügungsberechtigter über die Daten seines Autos bleibt.“

Recht auf Daten

Die von der FIA-Generalversammlung einstimmig verabschiedete Deklaration fordert im Detail, dass der Konsument bzw. Fahrzeughalter das Recht auf die von seinem Fahrzeug produzierten Daten hat und frei entscheiden können soll, wem diese übermittelt werden. Darüber hinaus hat der Konsument ein Recht darauf, zu erfahren, welche Art von Informationen sein Fahrzeug automatisiert sammelt.

Wahl des Telematikanbieters

Konsumenten müssen auch das Recht haben, ihre Telematikanbieter frei zu wählen. „Der ÖAMTC als größter Mobilitätsclub Österreichs mit rund 1,9 Millionen Mitgliedern unterstützt die Linie der FIA voll und ganz“, betont ÖAMTC-Präsident Kraus und fügt hinzu: „Ebenso unterstützt der Club die Forderung nach gemeinsamen Industriestandards für die Sammlung und Übertragung von Fahrzeugdaten und einer Informationskampagne, um bei den Konsumenten ein Problembewusstsein für das Thema zu schaffen.“

Jean Todt wiedergewählt

Ebenfalls im Rahmen der FIA-Generalversammlung wurde Jean Todt zum zweiten Mal zum FIA-Präsidenten gewählt. Todt war Ende 2009 erstmals zum FIA-Präsidenten gewählt worden, nun beginnt für den Franzosen eine weitere vierjährige Amtszeit. Sein einziger potenzieller Widersacher, der Brite David Ward, hatte seine Kandidatur vor rund drei Wochen zurückgezogen.

Vorwurf von David Ward

Er hatte Todt unter anderem vorgeworfen, sich vorzeitig unerlaubt Stimmenzusagen im Block gesichert zu haben. Der 67-jährige Todt geht nun aber jedenfalls in seine zweite Amtszeit. 2009 hatte er den Briten Max Mosley abgelöst. „Danke für die starke Unterstützung unseres Teams“, sagte der Franzose am Freitag kurz nach der Wahl und beschwor die Einheit der FIA-Familie. „Das ist ein grundlegender Wert, den wir respektieren und verteidigen müssen. Das ist unser aller Pflicht.“

Todt als Reformer mit Gegenwind

Todt versteht sich als Reformer. Der Mann aus Pierrefort sieht sich auf seinem Weg jedoch auch teils heftigem Gegenwind ausgesetzt – nicht nur von Ward. So hielt sich Todt unter anderem in der hochbrisanten Debatte um eine Budgetgrenze für die Formel 1 heraus, ganz im Gegensatz zu seinem Vorgänger Mosley zum Ende von dessen Amtszeit. Auch für sein stures Festhalten zusammen mit Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone am Wüstenrennen im von Unruhen erschütterten Bahrain 2012 brachte ihm ordentlich Kritik ein.

Fédération Internationale de l’Automobile

Die Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) ist der internationale Dachverband der weltweiten Automobilclubs mit Sitz in Paris. Die FIA hat 227 nationale Mitgliedsorganisationen in 132 Ländern, die etwa 67 Millionen Mitglieder weltweit repräsentieren. Österreich wird durch den ÖAMTC vertreten. Ziel der FIA ist die Förderung und Regelung des Motosports sowie von Mobilität und Tourismus.

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