VW-Phaeton-8
Der Phaeton liegt nun satter auf der Straße.
 

Das Leben der anderen

Manchmal ist man der richtige Gast auf der falschen Party.

14.08.2010 Autorevue Magazin

Die westliche Welt hat den Phaeton offenbar nicht so richtig verstanden: In seinem besten Verkaufsjahr – das war 2008 – brachte es die oberste Oberklasse von VW, die seit 2002 in der Gläsernen Manufaktur in Dresden zu 30 Stück am Tag hergestellt wird, auf einen Absatz von weltweit 6000 Fahrzeugen (20.000 pro Jahr waren ursprünglich angepeilt).

Nun hat Volkswagen seinen Vorzeigemarkt China als wichtigstes Phaeton-Land entdeckt. Heuer sollen dort – am neuen größten Automarkt der Welt (siehe auch Seite 36) – 3000 der überarbeiteten ­Deluxe-VWs verkauft werden. Und Wolfsburg bekennt sich noch weiter zu seiner exklusiven 5-Meter-Kutsche: Mit dem Phaeton-Nachfolgemodell will man 2013 auch in die USA ­zurückkehren, von wo VW den Phaeton mangels durchschlagenden Erfolgs 2006 ja zurückgezogen hatte.

Aber eins nach dem anderen. Jetzt: Feinüberbürstung des aktuellen Phaeton. Solche Maßnahmen haben in den ganz erhabenen Regionen eher mit einer mikroskopischen Neuordnung der Moleküle zu tun. Der Kühlergrill hat seitlich je einen Falz gekriegt, der verbunden mit einer abwechselnden Lamellen-Mattschattierung die dreidimensionale Ausprägung des Vorderwagens und damit den dramaturgischen Effekt des Auftritts ­erhöht. Zu letzterem trägt auch der kräftigere Lichtfang in den bodennahen Karos­se­rie­regionen bei, der Phaeton liegt nun satter auf der Straße und wirkt damit erhöht ehrfurchteinflößend, ein Effekt, den die Mächtigen dieser Welt ja durchaus zu schätzen wissen.

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