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Golf GTI: Das kleine Feuer

Ist der Polo GTI der wahre GTI?

24.02.2010 Autorevue Magazin

GTI als Idee lebt, möglicherweise ist ihr aber der Golf GTI, quasi Erfinder der zugespitzten Kompakten, schon ein wenig entwachsen. Entwachsen ins Fach der ernsthaften, rundum perfekt abgepufferten Seriös-Sportler. Da springt der neue Polo GTI gerne ein, um alte Bedürfnisse zu beschleunigen, und es wird ihm auch in der jüngsten Generation gelingen: Der 1,4-l-Direkteinspritzer wird mittels Turbolader und Kompressor auf 180 PS und 250 Nm (letztere schon bei 2000 U/min!) gepusht, 229 km/h sind damit möglich, das serienmäßige DSG reicht die Power lückenlos durch die Gänge, die roten Bremssättel zeigen, dass sie auch das Verzögern kompetent beherrschen.

VWs klassisches GTI-Merkmal, der rot umrahmte Kühlergrill, ist natürlich Ehrensache, auch das karierte Muster der Sitze erinnert an den Start der Legende 1976.

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  • Wahrlich, das Entwachsen. Interessantes Phänomen. Die Endpunkte sind ja begrenzt. Weniger als Smart wird eher unwahrscheinlich und über dem Maybach/Doge Ram/etc. wirds eng – Umweltpolitik, Ökologie und Grünextremisten nebst zuwenig Parkraum bilden den Limes. Trotzdem werden Microcars grösser, man will dem Kunden ja was bieten, die Mittelklasse ebenso, das Luxussegment … Die Folge wird sein, dass die Klassen zunehmend zu einer amorphen Masse zerfliessen, nur mehr das Logo wird den Unterschied machen. Quasi der gebrandete Sweater in der U-Bahn definiert Individualität: "Jojo, ich hätt jetzt in meinem Audi einen sportlichen Quattro-Stauplatz am Gürtel". Irgendwann gibt´s sicher die BMW-Monatskarte der Wiener Linien.
    Bis dahin: rein in den 180 PS Zwerg und hoffen, dass er verträglicher beschleunigt als weiland der Lupo GTI, ein Snaker vor dem Herrn.

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