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Das hat Mini mit dem neuen Clubman vor

Mit dem sechstürigen Clubman beginnt für die Briten ein neues Zeitalter: Statt Trend und Szene allein soll die kleine Markenschwester von BMW eine neue Ernsthaftigkeit bekommen – und neue Kunden.

02.07.2015 Press Inform

An sich sollte die Mini-Veranstaltung im Herzen von London stattfinden. Doch die coolen Locations waren Monate vorher ausgebucht und so sattelte man kurzfristig auf Berlin um. Hier sollte die BMW-Tochter einen Neustart erleben – stilecht und cool im Osten der Stadt in einer alten Teppichfabrik. Man möchte die bisherige Klientel ja nicht vor den Kopf stoßen. Doch siehe da: Das schwarz im Markenumfeld ist verschwunden. Neues Logo, neue Klarheit, neue Richtung.

Mini Clubman Concept (2)
© Bild: Mini

Einstieg in die Premium-Kompsktklasse

Ehe die Mini-Verantwortlichen mit dem Clubman das nächste Modellprunkstück entfesseln, unterstreicht Mini-Vorstand Peter Schwarzenbauer die Bedeutung von Marke, Modellen und Ausrichtung. „Wir öffnen uns für neue Ideen und neue Geschäftsfelder. Wir entwickeln das visuelle Erscheinungsbild der Marke weiter. Wir steigen in die Premium Kompaktklasse ein. Damit werden wir mehr Menschen zu begeisterten Fans der Marke machen. Ich bin überzeugt, dass wir mit der nun begonnenen umfassenden Neuausrichtung von Mini die einzigartige Erfolgsgeschichte der Marke fortschreiben werden.“

Mini Clubman 2015 (18)
© Bild: Mini

Richtungswechsel

Das ist also die Richtung, in die sich Mini weiter entwickeln soll: Weniger Mops und Mode und mehr ernsthafter Premium-Geruch. Dazu wurde das Modellportfolio bereits gestrafft: Aus den ehemaligen Siebenlingen wurde zunächst ein Quintett. „Der neue Clubman ist einer dieser Superheroes, die wir brauchen“, sagt Peter Schwarzenbauer. Der 4,25 Meter lange Sechstürer soll belegen, dass eine nie bekannte Produktsubstanz anrollt. Ging es bisher in erster Linie um Design, Fahrspaß und britischen Retrochic, so will sich Mini mehr denn je auch in der breiten Masse weiden, ohne dabei seine markigen Kernwerte zu verlieren.

Mini Clubman 2015 (11)
© Bild: Mini

Ein schwieriges Unterfangen, doch unvermeidlich, wenn man nennenswert über jene rund 300.000 Verkäufe kommen will, die man zuletzt pro Jahr verwirklichte. Mehr Verkäufe mit weniger Modellen ist für die BMW Group dabei durchaus überraschender Weg. BMW, BMW Motorrad und auch Rolls-Royce fahren in ihren jeweiligen Dimensionen die gegenteilige Strategie – mit Modelloffensiven, die alteingesessenen Marken-Fans das Wort „Sakrileg“ in den Mund legt. Ein 2er-Van und der nicht gerade dezente 5er-GT sind jedenfalls weit weg vom „klassischen BMW“.

Mini Clubman - R 55 (1)
© Bild: Mini

Die erste Generation des „new Mini“ Clubman

Der Clubman soll die Kompaktklasse umkrempeln

Der Mini Clubman, in seiner ersten Generation ein ebenso witziger wie schicker, aber unpraktischer Shooting Brake, soll die Marke mehr als jedes bisherige Mini-Modell umkrempeln. Ein Modell, das nicht nur mit Kurvenräuberei, maximaler Individualisierung und exzellenter Vernetzung seine urbanen Kunden lockt, sondern einer, der ernsthaft gegen VW Golf, Audi A3 Sportback oder Mercedes A-Klasse ankämpfen soll. Passend dazu wurde der 1er-BMW mit dem Facelift wieder näher an die großen Propeller-Brüder gerückt.

Mini Clubman 2015 (10)
© Bild: Mini

Mehr Motoren und Allradantrieb

Zusätzlich zu den Assets der aktuellen Mini-Generation gibt es im variablen Clubman zufriedenstellende Platzverhältnisse, Komfortdetails wie elektrische Sitze, eine moderne Achtstufenautomatik und praktisch aufspringende Doppeltüren im Heck. Auch wenn allein zwei Benziner (136 und 192 PS) sowie ein 150 PS starker Dieselmotoren den Anfang machen: Das Motorenportfolio wird schnell nach oben und unten ausgeweitet. Im nächsten Jahr soll der Mini Clubman zudem mit einem optionalen Allradantrieb noch konkurrenzfähiger sein.

Mini Clubman 2015 (1)
© Bild: Mini

Adieu sagen Paceman, Coupé und Roadster

So wird der Clubman ab Herbst der neue Star der Mini-Familie. Die weiteren Superheroes: Dreitürer, Fünftürer, Cabrio und dann der neue Countryman. Für die Modelle Paceman, Coupé und Roadster gibt es erst einmal keine Zukunft, auch wenn Peter Schwarzenbauer ebenso wie Chefdesigner Anders Warming ohne große Zurückhaltung von einem hybriden Doppelsitzer träumen, wie er vergangenes Jahr am Comer See enthüllt wurde. Was bisher fehlt, ist die rechte Plattform und ein Geschäftsmodell. Denn Roadster stehen abgesehen vom gerade neu aufgelegten Mazda MX-5 wie Blei in den weltweiten Verkaufsräumen. Ein scharfes Design dürfte für das Warming-Team kein Problem sein, wenn man sich die lässige 2014er-Studie des Mini Superleggera Vision anschaut. Doch ein echter Spaßroadster müsste ein Modell mit Hinterradantrieb sein und allzu gerne sollte er nach Mini-Ansicht dann noch über ein Hybridmodul verfügen. Große Ziele, die finanziell und in entsprechenden Stückzahlen wohl kaum zu realisieren sind.

Mini Roadster
© Bild: Mini

Der Mini Roadster

Plug-In für den Countryman?

Ein Plug-In-Mini dürfte allenfalls im nächsten Mini Countryman darstellbar sein, der 2017 seine Premiere feiern wird. Der Countryman, bislang von Magna in Graz produziert, hat sich mit jährlich mehr als 100.000 verkauften Modellen neben dem dreitürigen Kernmodell zur zweiten Säule des Portfolios gemacht. Vorher gibt es im kommenden Jahr die Neuauflage des Mini Cabrios.

Mini Cooper S Countryman
© Bild: Mini

Weitere Modelle im Gespräch

Was seit Jahren jedoch fehlt, sind weniger die lange Jahre im Gespräch befindlichen Van- oder Limousinen-Varianten sondern der Mikro-Mini: 2011 wurde auf dem Genfer Salon die viel beachtete Studie des Mini Rocketman gezeigt. Das 3,40 Meter lange Kleinstmobil, seinerzeit aus der Feder von Oliver Siegwart, hatte aber keine Plattform und ebenfalls kein Geschäftsmodell, weil die Einstiegspreise des normalen Minis bei knapp über 15.000 Euro beginnen. Auch die Kooperationsgespräche mit Toyota brachten bislang keine Rechenbasis. Doch vielleicht gibt es irgendwann noch einen Superhero – einen ganz kleinen. Er würde dem Namen gerecht werden.

Mini Rocketman Concept 2011 (1)
© Bild: Mini

Das Rocketman-Concept

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