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Lohnt sich der Kauf eines VW Golf R?

Auch der VW Golf R unterliegt dem Downsizing. Trotzdem müssen wir uns fragen: ist der neue R vielleicht der beste Golf aller Zeiten?

10.02.2015 Press Inform

Es ist ja nicht so, dass zum Beispiel der Golf GTI Performance mit seinen 169 kW / 230 PS und 250 km/h Spitze nicht schon recht fahrbar wäre. An einem begehrten Detail mangelt es ihm aber: Dem Allrad-Antrieb. In diese Bresche springt der VW Golf R. Downgesizt kann dieser nun einen Vierzylinder mit 221 kW / 300 PS und 380 Nm Drehmoment vorweisen – was die Fahrleistungen und den Fahrspaß bis über 250 km/h hinaus aber nicht schmälert. Nur der Sound lässt ein wenig zu wünschen über.

Der beste Golf aller Zeiten?

Abgesehen davon ist der R aber vielleicht der beste Golf aller zeiten. Vielleicht sogar das beste Kompaktklassemodell, das man derzeit erstehen kann. Denn zunächst einmal ist der sportlichste aller Gölfe ein schlichter Golf, der im Alltagsbetrieb keine nennenswerten Schwächen zeigt. Das Design ist innen wie außen unspektakulär, die Verarbeitung gut. Nicht derart ambitioniert wie beim neuen Passat, der sich längst in Richtung Premiumliga verabschiedet hat. Wer sich den VW Golf R gönnt, bekommt das was er erwartet. Überzeugende Platzverhältnisse, Platz für vier Personen, ein ausgewogenes Fahrwerk, die gewohnt solide Verarbeitung und zeitgemäße Technik. Die Sportsitze passen mit ihren starken Konturen nicht nur gut, sie bieten zudem einen exzellenten Langstreckenkomfort.  Ob es hier Leder sein muss oder nicht, bleibt Geschmacksache des Eigners. Leder ist strapazierfähiger und sieht auf Dauer besser aus. Doch die Stoffsitze mit Alcantara-Elementen schmeicheln Auge und Rücken zumindest gleichermaßen.

Der VW Golf R hat das gewisse Etwas

Das Topmodell der Golf-Familie bietet das gewisse Etwas mehr. Mehr Dampf, deutlich mehr Spaß und einfach mehr Laune – dazu jede Menge Variationsmöglichkeiten, sodass der Sportler bei seinem Trainingsdress auch einmal den Reißverschluss auflassen und lässig durch die Gegend kreuzen kann. Auf Wunsch geht es auch zur viert oder auf Kurzstrecken vielleicht zu fünft. Der Laderaum schluckt durch die ebenfalls angetriebene Hinterachse mit 343 Litern knapp 40 Liter weniger normal. Fahrdynamisch ist der Golf R eine Wucht. Das maximale Drehmoment von 380 Nm steht zwischen 1.800 und 5.500 U/min ständig zur Verfügung. Entsprechend willig geht es zur Sache. Auch bei schneeglatter oder regennasser Fahrbahn kommen die 300 PS locker auf das Geläuf und wandeln sich sinnvoll in stimmungsvollen Vortrieb um. Das Fahrverhalten des um 20 Millimeter gelegten Sportfahrwerks ist tadellos, wenngleich die Variationsmöglichkeiten durch die verschiedenen Fahrmodi durchaus noch etwas weiter gespreizt sein könnten. Weicher wünscht man sich den R-Renner im Komfortmodus keinesfalls – aber im Sportmodus dürfte ihn mehr Härte durchdringen. Auch der Kraftfluss an die Hinterachse geschieht bei dynamischen Tempi im Grenzbereich nicht derart schnell und vor allem nicht so impulsiv, wie man sich wünscht. Einfach Klasse: Lenkung und Bremsen. Die 1,5 Tonnen Gewicht werden gekonnt überspielt.

Verbrauch des Golf R 8,5-11,5 Liter

Beim Verbrauch bestimmt der Fahrer, wieviel Kraftstoff durch die vier Brennkammern in Beschleunigung entschwindet. Die in Aussicht gestellten sieben Liter lassen sich selbst bei zögerliche Fahrt nicht halten. Dafür fehlen im Winter die rechten Temperaturen, die Sommerreifen und ein siebter Gang, der zumindest beim optionalen Doppelkupplungs-Getriebe verfügbar sein müsste. Wie bei der guten Handschaltung müssen jedoch sechs Gänge reichen. Kein Grund daher, sich unbedingt für das optionale DSG zu entscheiden. Realistisch gönnt sich der 4,28 Meter lange Niedersachse 8,5 bis 11,5 Liter – das wäre wohl auch mit einem guten Sechszylinder machbar gewesen, den an Bord des Golf R jedoch abgesehen vom Klang niemand vermisst.

VW Golf R 2015 (16)

Bleibt die Frage, ob es ein VW Golf R mit seinen 300 PS sein muss (ab 45.820 Euro) oder der 230 PS starke VW Golf GTI Performance für mindestens 34.150 Euro bei vergleichbarer Ausstattung nicht ausreicht? Das bessere Paket bietet der VW Golf R – weniger wegen der 70 PS und ein paar Details mehr, sondern schlicht, weil die Antriebskräfte im Steuer wie weggezaubert sind und die R-Version einfach das bessere Fahrerlebnispaket bietet. Ob das den enormen Aufpreis von über 10.000 Euro rechtfertigt, muss dann doch jeder selbst entscheiden.

Den Katalog und die gesamte Preisliste zum VW Golf R 2015 findet Ihr auf der Herstellerseite.

Dank an press-inform

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  • Masterpiece of DNA

    Die Zahlen beeindrucken, das Design gar nicht. FAD!

  • Toni

    irgendwie langweilig..

  • Fritz Huber

    lohnt sich wohl nur für den österreichischen Finanzminister

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