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Daimlers autonomer Lkw absolvierte erste Autobahn-Fahrt

Erstmals fuhr ein autonomer Lastwagen über eine deutsche Autobahn – Jungfernfahrt geglückt

04.10.2015 Online Redaktion

Premiere für Daimlers autonomen Lkw: Erstmals ist ein „selbstfahrender“ Lastwagen über eine öffentliche Autobahn in Deutschland gerollt. Daimler-Nutzfahrzeugvorstand Wolfgang Bernhard saß bei der Fahrt auf der Autobahn 8 bei Stuttgart allerdings noch am Steuer, Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann war als prominenter Beifahrer mit dabei. Beim sogenannten teilautonomen Fahren muss ein Mensch weiter im Cockpit sein und jederzeit eingreifen können.

Vergleich zum Autopilot beim Fliegen

Daimler-Manager Bernhard bezeichnete die Testfahrt als wichtigen Schritt hin zu marktreifen Autopilot-Lastern. Im Flieger sei ein Mensch für Starts und Landungen zuständig, in der Luft werde dann aber auf Autopilot umgeschaltet – ähnlich könnte dies auch im Lkw-Verkehr sein, so der Manager mit Blick auf die getestete Daimler-Technik namens Highway Pilot.

Mehr Sicherheit, geringerer Spritverbrauch

Zu den Vorteilen sagte Bernhard: „Der Highway Pilot bringt mehr Sicherheit, weil er immer zu hundert Prozent da ist, er wird nie abgelenkt, er wird nie müde, er lässt in der Konzentration nicht nach – das heißt: mehr Sicherheit.“ Zudem sinke der Spritverbrauch, weil gleichmäßiger und damit effizienter gefahren werde.

Kaffee trinken ja, lesen nein

Bisher muss der Fahrer beide Hände am Steuer haben. Künftig soll er sich aber mit anderen Dingen beschäftigen können, etwa Lesen. Bei den Daimler-Testfahrten ist dies noch nicht der Fall, hier muss der Fahrer zwar nicht die Hände am Steuer haben, er muss aber weiter die Straße im Blick haben. Kaffee trinken ging aber so ungestört wie noch nie, wie die beiden Mitfahrer bemerkten.

Noch ist der (Mit)fahrer verantwortlich

Kritische Punkte beim Thema autonomes Fahren sind Datenschutz-Aspekte und Haftungsfragen – wer ist schuld, wenn doch ein Unfall passiert? Bernhard sagte, im jetzigen Stadium sei dies eindeutig noch der Fahrer, der ja die Kontrolle über die Lenkung habe. Auf der nächsten Stufe – wenn also der Fahrer nicht mehr auf die Straße sehen muss – müsse man solche Fragen noch klären.

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