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Daimler verliert Andreas Renschler an Volkswagen, will die Marktführung aber nicht abgeben.
 

Daimler will Vorsprung bei schweren Nutzfahrzeugen ausbauen

Daimler Trucks will bis 2015 4,4 Milliarden Euro in Standorte, Forschung und Entwicklung investieren – bis 2020 soll der Absatz auf 700.000 Fahrzeuge gesteigert werden

24.02.2014 APA

Nach Volkswagens Vorstoß zur Komplettübernahme der Lkw-Tochter Scania will Daimler seinen Vorsprung bei den schweren Nutzfahrzeugen weiter vergrößern. Bis 2015 Jahr will der Autobauer in der Trucksparte etwa 4,4 Mrd. Euro investieren, wie Nutzfahrzeugvorstand Wolfgang Bernhard am Montag in Stuttgart ankündigte: „Wir werden als Team von Daimler Trucks weiterhin mit Nachdruck daran arbeiten, unsere Position als Nummer eins der Lkw-Branche auszubauen“, so Bernhard. Das Geld solle in einzelne Standorte sowie in Forschung und Entwicklung fließen.

Ex-Daimler-Vorstand wechselt zu Volkswagen

VW hatte zuvor bekanntgegeben, den ehemaligen Daimler-Vorstand Andreas Renschler zum Chef seiner Nutzfahrzeugsparte zu machen. Zudem wollen die Wolfsburger ihre Tochter Scania komplett übernehmen. Der Lkw-Weltmarktführer Daimler beobachtet diese Entwicklung mit Argusaugen: „Wir nehmen grundsätzlich alle Wettbewerber ernst“, sagte Bernhard. „Wir tun das auch in allen Märkten.“ Renschler hatte Anfang des Jahres überraschend seinen Hut als Daimler-Produktionschef genommen. Zuvor hatte er lange die Nutzfahrzeugsparte der Stuttgarter gelenkt, bevor Bernhard ihn vor einem knappen Jahr beerbt hatte.

Daimler Trucks strebt für 2015 Absatz von mehr als 500.000 Fahrzeugen an

Der Absatz von Daimler Trucks soll Bernhard zufolge 2015 bei mehr als 500.000 Fahrzeugen liegen, 2020 bei 700.000. 2013 hatte Daimler die Verkäufe bereits um 5 Prozent auf 484.200 Fahrzeuge gesteigert. Der operative Gewinn aus dem laufenden Geschäft stieg leicht auf 1,75 Mrd. Euro, der Umsatz blieb mit 31,5 Mrd. Euro nahezu unverändert. „Wir sind noch nicht zufrieden mit dem, was wir bis jetzt erreicht haben“, räumte Bernhard ein. Für 2014 stellte er weiteres Wachstum bei Absatz und Ergebnis in Aussicht. Mittelfristig will der Autobauer in der Sparte auf eine Umsatzrendite – dies ist das Verhältnis vom operativen Gewinn zum Umsatz – von 8 Prozent kommen. Dazu beitragen soll auch ein Spar- und Effizienzprogramm. Insgesamt soll es im Truck-Bereich bis Ende dieses Jahres mit 1,6 Mrd. Euro zu Buche schlagen und seine volle Wirkung dann 2015 erreichen. Eine halbe Milliarde hatte die Truck-Sparte bereits 2013 gespart.

2014 startete verhalten für Daimler Trucks

Er sei zuversichtlich, dass Daimler seinen Zielen 2014 „ein gutes Stück näher“ komme, sagte Bernhard. Zum Jahresstart sei der Auftragseingang aber noch verhalten gewesen. Der Weltmarkt für mittelschwere und schwere Lkw werde voraussichtlich moderat wachsen, die einzelnen Märkte dürften sich aber unterschiedlich entwickeln. Vorankommen will Daimler Trucks daher mit verschiedenen Strategien. Zum einen setzen die Stuttgarter in ihren Lastwagen auf neue Technologien wie Notbremsassistenten und einen Tempomaten für geringeren Verbrauch. Zum anderen wollen sie neue Märkte erschließen – und Fahrzeuge anbieten, die auf die jeweilige Region zugeschnitten sind. „Es gibt sehr unterschiedliche Trucks, den jeweiligen Kunden angemessen“, erklärte Bernhard.

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