Daimler-Chef Dieter Zetsche auf der Hauptversammlung in Berlin.
 

Daimler will milliardenschweres Sparprogramm ausweiten

Bis 2020 will Daimler die Nummer 1 im Oberklasse-Segment werden – auch große Pläne für chinesischen Markt

09.04.2014 APA

Der deutsche Autobauer Daimler will mit einem Ausbau seines milliardenschweren Sparprogramms im Kampf um die Spitze in der Oberklasse aufholen. „Über alle Geschäftsfelder hinweg zeigen unsere Effizienzmaßnahmen Wirkung“, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Berlin. „Wir werden sie strukturell absichern und ausbauen.“ Den Aktionären versprach Zetsche ein erfolgreiches Jahr.

„Die Erntezeit hat gerade erst angefangen“

Bisher hat der Dax-Konzern bereits bis Ende 2014 Einsparungen von insgesamt rund 4 Mrd. Euro angekündigt. „Die Erntezeit hat gerade erst angefangen“, sagte Zetsche. Details zum Umfang weiterer Sparmaßnahmen nannte er nicht. Daimler ist derzeit hinter BMW und Audi bei Absatz und Rendite die Nummer drei in der Oberklasse, will bis 2020 aber die Pole Position einnehmen.

Sparmaßnahmen sollen 2015 voll wirksam werden

Auch aus den Reihen der Aktionäre kamen Nachfragen zu dem Thema. Roland Klose von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) fragte etwa, wann das Programm in der Weise zum Tragen komme, dass es auch merklich auf das Ergebnis durchschlage. Daimler zufolge sollen die Sparmaßnahmen 2015 voll wirksam werden. Die Aktionäre sollen das indes nicht zu spüren bekommen: Die Dividende steigt auf 2,25 Euro je Aktie. Das entspricht einem Volumen von 2,4 Mrd. Euro.

Neue Modelle sollen weitere Zielgruppen erreichen

Viel Geld nehmen die Schwaben derzeit in die Entwicklung von völlig neuen Modellen in die Hand, mit denen sie weitere Zielgruppen erreichen wollen. „Wir wollen auch neue Kunden gewinnen, indem wir für Mercedes-Benz neue Segmente erschließen“, kündigte Zetsche an. Demnach will der Dax-Konzern auf der Automesse in Peking einen Entwurf für eine Mischung aus Geländewagen und Coupé vorstellen. Bis jetzt ist der Erzrivale BMW in dem Bereich in der Oberklasse mit dem X6 allein auf weiter Flur.

12 völlig neue Modelle bis 2020 geplant

Im März hatten die Schwaben mit dem GLA bereits einen kompakten Geländewagen auf den Markt gebracht. Im gleichen Monat wurde zudem eine neue C-Klasse eingeführt, ebenso wie die Großraum-Limousine V-Klasse. Bis 2020 will Daimler noch zwölf Modelle auf den Markt bringen, die bisher noch keinen Vorgänger haben.

Umsatz, Absatz und operativer Gewinn sollen 2014 deutlich steigen

„Wir beginnen 2014 mit demselben Tempo, mit dem wir 2013 beendet haben“, sagte Zetsche. Zwar hätten sich die Märkte in den ersten drei Monaten uneinheitlich gezeigt, dennoch habe Daimler im ersten Quartal mehr Fahrzeuge verkauft als im Vorjahreszeitraum. Die Prognose für das laufende Jahr bestätigte der Dax-Konzern. Demnach sollen Umsatz, Absatz und operativer Gewinn deutlich gesteigert werden.

Daimler will vor allem in China zulegen

Vor allem auf dem größten Automarkt China, auf dem die Konkurrenten BMW und Audi bisher die Nase vorn haben, will Daimler zulegen. Allein in diesem Jahr wachse das Händlernetz in dem Riesenreich um hundert neue Betriebe. Insgesamt will Daimler dort Zetsche zufolge auf 400 Händler kommen. In China war Daimler zwar kräftig gewachsen – die Konkurrenz ist den Schwaben dort aber noch immer um Längen voraus. Im März war der Absatz dort im Vergleich zum Vorjahresmonat um 34 Prozent auf 24.937 Mercedes-Benz geklettert. Die Volkswagen-Tochter Audi etwa wuchs ebenfalls um ein Drittel – verkaufte allerdings bereits 47.600 Fahrzeuge.

 

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