Daimler bekommt knapp 611 Millionen Euro für seine Anteile an Tesla.
Daimler bekommt knapp 611 Millionen Euro für seine Anteile an Tesla.
 

Warum hat Daimler seine Tesla Motors Anteile um 780 Millionen Dollar verkauft?

Der deutsche Autokonzern Daimler hat seine restlichen Tesla-Anteile um 780 Mio. Dollar verkauft. Die Zusammenarbeit soll weiterhin bestehen bleiben.

23.10.2014 APA

Der deutsche Autokonzern Daimler hat seine restliche Beteiligung von 4 Prozent am kalifornischen Elektroautohersteller Tesla abgestoßen. Knapp 780 Millionen Dollar (611 Millionen Euro) erhält Daimler für seine Anteile. Der Verkauf werde sich auf den operativen Gewinn für 2014 in etwa der selben Größenordnung auswirken. Die Zusammenarbeit mit Tesla sei von diesem Schritt aber nicht betroffen und bestehe weiter, so die Stuttgarter.

Daimlers Einstieg bei Tesla

Daimler war im Mai 2009 mit 9,1 Prozent bei Tesla eingestiegen, hatte aber 40 Prozent seines Anteils kurz darauf an den Staatsfonds Aabar aus Abu Dhabi veräußert. Das war noch vor dem Börsengang der Firma des schillernden Tech-Milliardärs Elon Musk Mitte 2010.

Warum Daimler seine Tesla-Anteile verkauft

Bodo Uebber, Finanzvorstand der Daimler AG, über die Entscheidung die Tesla-Aktien zu verkaufen: „Wir sind mit der Entwicklung unserer Beteiligung an Tesla außerordentlich zufrieden. Für unsere Partnerschaft und Zusammenarbeit ist eine Finanzbeteiligung an Tesla aber nicht notwendig. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, unsere Anteile abzugeben. So hat Tesla auch die Möglichkeit, sich einer breiteren Investorenbasis zu öffnen.“

Video: Daimler trennt sich von Tesla-Anteilen

Trennung von anderen Beteiligungen

Zuletzt hatte Daimler sich von verschiedenen Beteiligungen getrennt und war etwa im vergangenen Jahr beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS ausgestiegen. Anfang 2014 hatten die Stuttgarter den Ausstieg beim Motorenbauer Rolls-Royce Power Systems (ehemals Tognum) bekannt gegeben.

Wofür Daimler das Geld benötigt

In der Zukunft stünden hohe Investitionen etwa in alternative Antriebe oder die Vernetzung des Autos an, sagte Autoexperte Stefan Bratzel von der Hochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. „Dafür braucht man viel Geld.“ Der Branchenkenner bewertete den Ausstieg daher positiv. „Ich glaube, der Einfluss von Daimler bei Tesla war ohnehin nicht so hoch“, sagte Bratzel. „Kooperationen kann man auch ohne Beteiligung haben.“

Tesla wird weiterhin Teile an Daimler liefern

Tesla hat für Daimler am elektrischen Smart sowie der elektrischen A-und B-Klasse von Mercedes mitgearbeitet und wird auch weiterhin Teile des Antriebs liefern. Für Daimler ist die Tesla-Beteiligung eine Erfolgsgeschichte – in den vergangenen Jahren hat sich der Aktienkurs des an der Börse beliebten Unternehmens vervielfacht.

Milliarden-Investitionsvolumen von Daimler

„Ich hätte viele Ideen, was man mit dem Geld machen könnte“, sagte Brecht. „Wenn wir die Wachstumspläne für die Zukunft sehen, dann wird sicher die eine oder andere Milliarde nötig sein.“ In den Ausbau und die Modernisierung seiner deutschen Pkw-Standorte steckt der Autohersteller in diesem Jahr mehr als drei Mrd. Euro. Erst Dienstag hatte der Konzern zudem Investitionen von 450 Mio. Euro in seine beiden deutschen Sprinter-Werke angekündigt. Hinzukommen soll ein neues Werk in Nordamerika für den Transporter. Bis 2020 will Daimler unter anderem bei Umsatz, Absatz und Ergebnis an seinen Erzrivalen BMW und Audi vorbeigezogen sein.

pixel