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Was auf den ersten Blick strikt sachlich aussieht, erschließt durch allerlei Lichtkanten dann doch eine dritte Dimension.
 

Testbericht: Dacia Duster 110 dCi

Wie ein blühendes Segment auch nach unten wachsen und bodenständige Wurzeln schlagen kann.

16.08.2010 Autorevue Magazin

Theoretisch kostet der ­Duster 11.990 Euro, praktisch nicht, wenn’s um das Auto auf diesen Seiten geht. Der Unterschied außen ist gering, der innere größer: Zum Einstiegspreis gibt’s einen Grundbaustein von Motor (1,6-l-Benziner mit 105 PS), Frontantrieb und ein Interieur, das ungefähr so aufregend ist wie die Mimik von Kommissar Derrick. Unser Duster 110 dCi 4 x 4 mit Topausstattung Laureate ist um 18.190 Euro der teuerste, da bleibt zu anderen SUVs immer noch ein ordentlicher Abstand. Auch zum Skoda Yeti oder dem technisch sehr verwandten Nissan Qashqai, deren ­Prospekte manch Duster-Interessent daheim haben wird.

Natürlich wird zum Wohl des Preises gespart, und was nicht da ist, fällt sofort auf. Substanziell wirkt der Duster wie aus Solidität gemeißelt, immerhin darf er auch auf ­russischen Schlaglochsammlungen nicht zerbröseln und die Gewährleistungsstatistik sabotieren. Auf Fettrandln in Detaillösungen wurde aber verzichtet: Die Hutablage rollt sich nicht auf, sondern ist im Stück zu entfernen, so man sie entfernen will, innen gibt’s viel Hartplastik, der Schlüssel ist nicht klappbar und die Instrumentenbeleuchtung nicht zu dimmen, die Sitze sind nicht höhenverstellbar, die Rücksitzflächen tauchen nicht ab, wenn man die Lehnen umlegt, damit ist der Ladeboden zwar eben, aber hoch.

Das meiste davon kann sehr sympathisch rüberkommen, wenn man heutige Autos als zu überladen und dick empfindet. Was man ihm wirklich vorwerfen kann, ist die lückenhafte Verfügbarkeit von ESP: Es kann lediglich zum Duster 110 dCi Laureate bestellt werden, also zu unserem Testauto.

Auf seine Art unangreifbar ist das Design: Der Duster verzichtet auf Schnörkel, flutscht damit allen Modeströmungen durch die Finger, was man ihm in einigen Jahren als zeitlose Schlichtheit anrechnen wird. Schon jetzt findet man einen geradlinigen, ansprechenden, ehrlichen Charakter, also sattelfeste Schönheit am kleinen Instanzen-Umweg. Und die Reaktionen anderer Verkehrsteilnehmer und Passanten ­bestätigen: Man hat auf den ­Duster gewartet, irgendwie.

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