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CO2-Grenzwerte: Kompromiss sieht Übergangsfristen und Supercredits vor

2020 soll der Grenzwert von 95 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer erst für 95 Prozent der Neuwagen gelten, ab 2021 für alle – Supercredits für 3 Jahre

27.11.2013 APA

In der Diskussion um CO2-Normen für Pkw wurde am Dienstagabend eine vorläufige Einigung erzielt. Diese sieht vor, dass 2020 erst 95 Prozent der Neuwagen den Grenzwert von 95 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer erreichen müssen, erst ab 2021 gilt er für alle. Zudem wurden für drei Jahre sogenannte Supercredits vereinbart. Der Kompromiss muss noch von EU-Parlament und EU-Ministerrat abgesegnet werden – im Ministerrat hatte sich vor allem Deutschland gegen eine frühere vorläufige Einigung quergestelltDas soll dieses Mal anders sein: „Berlin wird dieses Resultat schlucken müssen“, so ein EU-Diplomat. Alle würden eher dieses Resultat vorziehen, als in eine zweite Lesung zu gehen, erläuterte er mit Blick auf die anderen Regierungen im Ministerrat.

CDU-Politiker: Kompromiss nutzt Herstellern und Fahrzeugbesitzern

Thomas Ulmer (CDU), Berichterstatter des Europaparlaments für die neuen CO2-Normen, hat die vorläufige Einigung mit dem EU-Ministerrat als industrie- und konsumentenfreundlich begrüßt. Der Kompromiss komme „mittelfristig den Pkw-Nutzern und den Herstellern zugute“, so Ulmer am Mittwoch in Brüssel. Die Fahrer könnten mit sparsameren Autos rechnen und die Industrie bleibe „weltweit führend bei umweltschonenden Fahrzeugen“.

Greenpeace kritisiert Supercredit-Regelung: „Verschiebung der Vorgaben um bis zu 3 Jahre“

Mit den Supercredits können besonders abgasarme Wagen wie Elektroautos von 2020 bis einschließlich 2022 mehrfach angerechnet werden. 2020 beträgt der Anrechnungsfaktor nach Angaben von Thomas Ulmer zwei, 2021 beträgt er 1,67 und 2022 dann 1,33. Das bedeutet, dass bis dahin mehr abgasstarke Wagen gebaut werden dürfen als nach dem 95-Gramm-Grenzwert zulässig wären. Greenpeace kritisierte die daraus resultierende „Verschiebung der Vorgaben um bis zu drei Jahre“. Abgesehen von diesen Regeln gilt generell, dass die Autohersteller jeweils verschiedene Grenzwerte zugewiesen bekommen, sodass im Schnitt aller Hersteller der Wert von 95 Gramm oder mehr erreicht wird. Konkret heißt das, dass Hersteller großer Wagen wie BMW stets höhere Werte zugestanden bekommen als Hersteller kleiner Wagen wie Fiat.

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