Citroen DS5
Das Auto, so wie es sich anfühlt, anhört und wie es aussieht, könnte auch aus einem der deutschen Premiumhäuser stammen.
 

Testbericht: Citroën DS5 HDi 160 Sport Chic

Immer alle mit ihren ewigen Vergangenheits-Vergleichen. Blickt auf die Gegenwart! Citroën hat es ja auch getan.

01.01.2012 Autorevue Magazin

Der Vergleich mit der Dings, wir sprechen dieses Wort hier und jetzt nicht mehr aus, hinkt schon aus zwei Gründen: Erstens sah die Dings komplett anders aus, und zweitens war sie Mitte der Fünfziger ein wirklich extrem mutiger Vorstoß in die Zukunft, während der DS5 fest, gesund und innovativ auf ­einem sehr guten Platz in der Gegenwart steht.

Nämlich ist hier der beste Citroën seit vielen Jahren ­gelungen, vielleicht der erste wirklich bemerkenswerte seit langer, langer Zeit.

Fotos vermitteln die dichte Präsenz des Autos nur ungenügend. Erst wenn man schräg davor steht, wird die Kraft des Designs ­erkennbar. Massiv, muskulös, schneidig kauert der DS5 da, und innen, siehe da, ebenfalls keine Peinlichkeiten. Außen wie innen wurde ein guter Mittelweg zwischen Dynamik und Eleganz gefunden, mit ­einem Maximum von beidem. Das geht ja sonst, wie wir auf der Straße täglich sehen, so gut wie immer schief.

Citroen DS5

Dass sich der DS5 einer kategorischen Einordnung widersetzt, wurde schon in der Modellvorstellung (AR 11/11) angesprochen. Jetzt, im heimischen Straßenbild, bestätigt sich das, und manch einer fragt, was denn nun das für eine Art Auto sei. Wir meinen: schlank geschnittene Premium-Mittelklasse mit ein bissl Lifestylekombi dabei.

Wir hatten das Auto in einer motorisch konventionellen Prägung im Test: Zweiliter-Diesel mit 163 PS. Über das ansatzweise revolutionäre Konzept des Hybrid4 mit Elektromotor auf der Hinterachse, der nicht nur Leistung, sondern auch den Allradantrieb beiträgt, reden wir zu einem späteren Zeitpunkt.

Der Grundpreis unseres DS5 HDi 160 beträgt 33.800 Euro.

Für die Automatik sind 2.100 Euro dazuzulegen, für das oberste Ausstattungsniveau „Sport Chic“ werden weitere 6.700 Euro fällig. Wir halten dann in einer Region, in der es schon halbwegs brauchbare 3er BMWs und C-Klasse Mercedesse gibt. Folglich muss hier wirklich was geboten werden, und die Ausstattungsliste entspricht den Erwartungen: Leder, Navi, Massagesitze und andere Luxuriositäten sind an Bord, und nicht nur das.

Fast wichtiger ist, dass das Auto, so wie es sich anfühlt, anhört und wie es aussieht – man ­nehme nur diese ruhige Stil­sicherheit im ganzen Armaturenbereich –, auch aus einem der deutschen Premiumhäuser stammen könnte. Citroën ­leistet sich in der Verarbeitung keinen Fehler, und auch in entfernten, schlecht einsehbaren Ecken verlaufen die Spalten immer noch eng und parallel. Man rechnet offenbar damit, dass bei so hochfahrender Darstellung und selbstbewusster Preisgestaltung genauer nach Mängeln gesucht wird.

Citroen DS5

Der einzige Ausrutscher ist das unten stark abgeflachte Lenkrad. Wie im Ferrari 458. Ist hier nicht besonders praktisch, läuft nicht rund durch die Hand (wie denn auch: ist ja nicht rund). Versteht sich, die haben auch den Motor gut weggedämmt und die Sechsgang-Automatik harmonisch hingekriegt. Leichtgängige Lenkung und buttrige Pedalerie tragen zur gepflegten Ruhe bei.

Für den Fahrer wurde eine Art Jet-Cockpit-Umgebung mit Tasten und Fenstern im Dachhimmel geschaffen. Wie jedermann weiß, sieht man bei einem Jet nach hinten nicht gut hinaus, und so ist es auch hier, denn das Heckfenster ist nur eine schmale Scharte. Umso mehr freut der brauchbare Kofferraum, der sich ­kombigemäß erweitern lässt.

Die Fahrwerksabstimmung ist entschieden zu hart, Querrillen bringen die Zähne der Insassen zum Klappern. Das schon vom Kollegen Staretz konstatierte Poltern über Kanaldeckeln ist auch noch da, der Autor hörte so was schon einst bei seinem Xantia, Baujahr 1998. Der war aber vergleichsweise eine Sänfte.

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