Citroën C-5_1
Der C5 trägt Citroëns neues Markengesicht in die Mittelklasse und in die Zukunft.
 

Citroën C5 Testbericht

Die bisherigen Kunden sollen nicht merken, dass neue hinzukommen, und umgekehrt. Könnte gelingen.

01.06.2008 Autorevue Magazin

Er hat sie. Von Internetforen perpetuierte Bedenken, Citroën könnte die hydropneumatische Federung zugunsten banaler Stahlfedern aus der Mittelklasse kippen, sind obsolet. Der C5 2,7 V6 HDi federt, wie ein Citroën zu federn hat, will er die Fans schwebender Bodenhaftung weiterhin am Fahrersitz wissen, alles eine Frage der Ausstattungspakete.

Zur Orientierung: Stahlfedern gibt’s bei den günstigeren Modellen, der 2,0-Liter-HDi mit 136 PS markiert mit seiner Wahlmöglichkeit den Übergang. Unser C5 2,7 V6 HDi (204 PS, 440 Nm) steht am oberen Ende der Preisliste, einen Sechszylinder-Benziner, in Österreich eher unverkäuflich, gibt es nicht.

Der V6 HDi ist praktisch unantastbar in seiner satten Geschmeidigkeit, in seinem souveränen Loslegen und seiner kulturellen Entfaltung. 204 PS sind feiner Überfluss in der Mittelklasse und damit eine üppig ausgekleidete Nische, wie auch das Interieur unseres Testautos zeigt: Das Luxus-Paket zu 5.000 Euro ledert den Innenraum bis zum Armaturenbrett aus (womit Diskussionen über die Interieur-Materialien für immer abgepuffert wären), bringt den Spurassistent AFIL und Seitenairbags hinten, auch Sonnenschutzrollos im Fond zur Vermeidung der Saugnapf-Schlagschatten. Ist das Soundpaket (Navi, 350-Watt-HiFi) dabei, dann ginge sich um den Aufpreis fast ein C1 aus. Das alles braucht man zwar nicht wirklich, aber es bringt eine wunderbare Gelassenheit im Alltag, die sich gut mit dem Fahrwerk des C5 verschränkt. Auch passt der Innenraum so gut zum äußeren Auftreten des C5, ein wahrer Fortschritt im Vergleich zum hier eher matten Vorgänger.

Ein bisserl allerdings ist auch verloren gegangen: Der C5 hat keine Heckklappe mehr, und um den Ladeboden völlig zu ebnen, müssen auch die Sitzflächen hochgeklappt werden, was in Fummelei ausarten kann. Innen ist der C5 knapper geworden, zumindest im Fond: Die sinkende Dachlinie devastiert Frisuren groß gewachsener Passagiere, die Kniefreiheit ist ausreichend, aber nicht üppig, ein eher klassenübliches Phänomen. Vorne sind die Sitze gut dimensioniert und sportlich angerichtet, mit gutem Seitenhalt und straffem Komfort, lächerlich niedrig sind allerdings die Kopfstützen an allen Plätzen.

Noch ein Wort zur feinen Ausstattung: Nebenwirkung sind die inflationär installierten Warnpiepserln, jenes der Abstandskontrolle flötet in verschiedenen Tonlagen. Wer geschickt einparkt, kann dabei eventuell den Hummelflug intonieren.

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