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Citroën C60, aus dem Chaos entstanden

Über 400 Fahrzeuge befinden sich im Conservatoire Citroën. Eines davon ist dieser Citroën C60, ein Einzelstück, welches unter chaotischen Bedingungen entstand.

16.04.2016 Online Redaktion

Manchmal, ach was, des Öfteren wäre man als Interessierter damals gerne dabei gewesen. Hätte so als Mäuschen gerne zugehört, zum Beispiel damals, Mitte der 50er Jahre, als die Citroën-Chefetage darüber diskutierte, wie es denn nun weitergehen solle. Zwar hatten die Franzosen mit dem 2CV und der DS zwei Modelle im Angebot, die sich bestens verkauften, doch dazwischen fehlte ein Modell. Und das brauchte es dringend, denn mit dem 2CV, für die es zeitweise zwei Jahren Lieferfrist gab, verdiente man zu wenig Geld – und die DS war damals Oberklasse. Außerdem hatte Citroën 1955 Panhard zuerst zu 25 Prozent übernommen, den Anteil kontinuierlich ausgebaut – und keine Ahnung, was man mit dem ehemaligen Konkurrenten anfangen sollte. (Ach, welch wunderbare Geschichte, Panhard – und dann Panhard und Citroën, aber das schaffen wir vielleicht ein anderes Mal…)

Aus dem Chaos entsteht der Citroën C60

Es herrschte in erster Linie: das Chaos. Die Übersicht über den chronologischen Ablauf zu behalten, erscheint auch deshalb schwierig, weil da wohl verschiedene Projekte gleichzeitig liefen, sich beeinflussten – oder auch gar nicht. Wenn man sich so ein bisschen in die einschlägige Literatur vertieft (auch jene zu Panhard), dann wussten wohl beide Hände nicht, was sie tun und lassen sollten. Es kam dann, 1961, die Ami 6, dieses wunderbare Meisterwerk von Bertoni; Vorgänger war das Projekt M. Es gab aber schon, oder je nach Sichtweise: noch 1960 auch den C60.

Conservatoire-Citroen-C60 (6)
© Bild: Peter Ruch

Die DS als Basis

Basis: die DS. Massiv abgespeckt, die hydropneumatische Federung sollte es dann nur bei den teureren Versionen geben, ansonsten blieb man, auch beim Prototypen, klassisch. Innen: auch DS, aber einfacher. Die Motoren: Vierzylinder-Boxer mit 1.100 und 1.400 cm3 Hubraum, einmal als verdoppelter 2CV-Motor, einmal eventuell mit einer Turbine auf zwei Zylindern (keine Ahnung, wie das hätte funktionieren sollen – wer da etwas weiß, gerne schreiben); die kleinere Maschine hatte 55,5 PS bei 5.500/min, die größere deren 80 oder 90.

Was für ein Design

Und schließlich das Design: erstaunlich. Ein Entwurf von Bertoni, das Heck samt C-Säule ist klar als die spätere Ami 6 erkennbar, vorne ist es eine DS mit großen Panhard-Einflüssen, siehe: Lampen. Es entstand wohl nur dieses eine Exemplar, das im Conservatoire von Citroën steht.

Vielen Dank für diesen Beitrag an die Kollegen von radical-mag.com

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