christian doppelreiter toyota mr2
 

Wahre Liebe rostet nicht

Genration Drivestyle, Teil 21: Kompromisslos gebaut nach der reinen Lehre sollte der Wagen sein. Und gelb. Schon hatte Christian Doppelreiter (25) seinen Toyota MR2.

23.09.2014 Online Redaktion

Hier ist sie, die Antwort von jenseitiger Qualität: „Das darf ich dir nicht sagen.“ Eine Antwort von biblischer Endgültigkeit. Derjenige, der sie gesagt hat, ist mittendrin in einer anderen Welt. Einer, zu der uns der Zutritt verweigert wird, weil wir die Antwort nicht verkraften würden. Und sie uns die Spannung verderben würde. Derjenige, der diese Antwort fast schon bedauernd ausgesprochen hat, ist Christian Doppelreiter. Er arbeitet bei Pankl Racing Systems an der Entwicklung von Kurbelwellen. Aber an welchem Projekt er ­gerade arbeitet, darf er nicht verraten.

Er ist hier, um uns sein ­privates Projekt zu präsentieren. Einen Toyota MR2, Bj. 1992. Wer bei Pankl arbeitet, der hat Gefühl für und Sehnsucht nach Geschwindigkeit. Nach der reinen Lehre – Mittelmotor und Heckantrieb.

toyota mr2 christian doppelreiter

Genug gedieselt, ein knallgelber MR2 musste her

2012 musste ein neues Auto in die Garage. Christian war genervt von seinem Alltags-Diesel, so musste ein ausgleichendes Element her – ein MR2 oder eine Celica. Nach kurzer Suche fand er diesen MR2, den er sich hauptsächlich wegen der Farbe gekauft hat. Mal ehrlich: Wenn du dich an ein solches Auto anpirschst, dann zieht es dich zu gelbem Lack wie Driftbrüder auf den Bergpass.

Der Wagen war in Ordnung. Der Tauschmotor hatte bereits 150.000 Kilometer drauf, die Karosserie schon 300.000. Eine Laufleistung, die sich auf die Preisverhandlungen auswirkte. Obwohl wenig zu tun war: drei Radlager, die Lambda­sonde und der Keilriemen wurden getauscht. Außerdem waren die Sitze Schrott. Dieser MR2 ist kompromisslos. Keine Klimaanlage, keine Servolenkung. Da mussten Recaros rein.

toyota mr2 christian doppelreiter

Ein Traum für Christian: 120 Kilometer täglich hinter dem Steuer

Der MR2 ist Christians ­Alltagsauto. Das bedeutet: 120 Kilometer täglich, sechzig zur ­Arbeit und wieder zurück. Er ist vielleicht der einzige Pendler, der absichtlich von ­seiner Stelle weggezogen ist, damit er mehr Zeit hinter dem Steuer verbringen kann.

Zwei Projekte stehen an. Zum einen muss bald der ­Motor überarbeitet werden, der schluckt zu viel Öl. Einerseits. Andererseits funktioniert er ­einwandfrei, warum sollte Christian ihn also anrühren? Sein zweiter Wunsch: das Fahrwerk optimieren. Die vielen ­Kilometer merke man dem Auto an. Tempo 170 auf der deutschen Autobahn würde er damit nicht mehr fahren wollen.

Mit einem Subaru BRZ oder einem Impreza WRX STi würde das gehen. Aber darauf muss Christian noch ein wenig sparen.

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Der Stolz des Fahrers: Auf die Klappscheinwerfer und die Recaros muss nachdrücklich hingewiesen werden.

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