Stau auf Pekings Autobahn
China hat noch nicht genug: Bis 2020 sollen jährlich 2,7 Millionen Luxus-Autos abgesetzt werden.
 

China prüft Preispolitik der Luxusauto-Hersteller

Chinesische Behörden prüfen derzeit die Preispolitik der Luxusauto-Hersteller. Audi und BMW werden unter die Lupe genommen.

14.08.2013 APA

 

Derzeit prüfen chinesische Behörden die Preispolitik der Luxusauto-Hersteller. Auslöser ist der zum Teil doppelt so teure Verkaufspreis von ausländischen Luxus-Fahrzeugen, so die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua Ende Juli. Davon sind auch die beiden deutschen Autohersteller Audi und BMW betroffen.

Unternehmen aus anderen Branchen wurden schon bestraft

Es solle geklärt werden, ob Autobauer Händlern Mindestpreise vorschreiben, sagte Luo Lei, Vize-Generalsekretär des Verbands der chinesischen Autohändler CADA, der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir sehen, dass es einen großen Unterschied bei den Preisen für importierte Autos in China und denen in Übersee gibt. Das schauen wir uns an.“ Juristen zufolge könnte eine Mindestpreis-Vorschrift Chinas Monopol-Gesetz aus dem Jahr 2008 verletzen. Der Verband führt die Untersuchung nach eigenen Angaben für die Regierungsbehörde NDRC durch und sammelt seit 2012 die Preis-Daten von allen ausländischen Fahrzeugen, die in China verkauft werden. Die NDRC hat in der Vergangenheit Unternehmen aus anderen Branchen für Preisabsprachen bestraft.

Prüfung zieht sich in die Länge

CADA sammle Preise sowohl von Fahrzeugen, die von ausländischen Firmen produziert werden, als auch von denen, die mit lokalen Partnern in China gebaut werden, sagte Luo. Händler und Hersteller seien um Mithilfe gebeten worden. Er wollte sich nicht dazu äußern, wann genau die Untersuchung begann, wann sie enden könnte und warum die Prüfung so lange andauert. Für die NDRC ist es Juristen zufolge ein übliches Vorgehen, dass sie vor einer formellen Prüfung Informationen aus der Branche anfordert. Die Behörde selbst wollte sich nicht äußern.

Viele Kriterien beeinflussen den Verkaufspreis

Eine andere Vertreterin des Verbandes erklärte, die CADA sammle auch Daten über die Gewinnspannen der Autobauer, deren Kosten und die verschiedenen Steuern, die auf Fahrzeuge erhoben würden. Denn Luo zufolge ist ein hoher Preis nicht automatisch ein Hinweis auf Ausnutzung eines Monopols. Schließlich würden Luxus-Autos mit verschiedenen Steuern belegt. So gibt es einen Einfuhrzoll von 25 Prozent, dazu die Mehrwertsteuer in Höhe von 17 Prozent und eine Verbrauchssteuer, die von der Größe des Motors abhängt.

Ziel 2020: jährlich 2,7 Millionen Luxus-Autos

In China ist es ebenso wie in den USA oder anderen großen Märkten üblich, dass Autobauer einen Verkaufspreis empfehlen. Der Markt in China mit seinem gewaltigen Potenzial ist für Autobauer weltweit enorm wichtig. Die ausländischen Hersteller und ihre lokalen Partner kontrollieren drei Viertel des gesamten Marktes in China. Bis 2020 soll der Absatz von Luxus-Autos in dem Land auf jährlich 2,7 Millionen Fahrzeuge steigen.

Vorerst kein Kommentar der deutschen Autobauer

BMW in China wollte sich nicht zu einer möglichen NDRC-Untersuchung äußern. Audi in China ließ eine entsprechende Anfrage unbeantwortet.

 

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