Chery verkauft Autos in 60 Ländern - in Russland sind sie nicht nur wegen der Dekoration erfolgreich.
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China importiert Auto-Designer

Chinesische Autohersteller setzen vermehrt auf ausländische Designer – diese wiederum wollen von chinesischen Ideen profitieren.

28.10.2014 Online Redaktion

Immer mehr chinesische Autobauer verlassen sich beim Design auf ausländische Fachkräfte. Das hatten sie auch bitter nötig, wie einige meinen: „Chinesische Autos waren vor nicht allzu langer Zeit ein Witz. Das sind sie nicht mehr“, wird James Hope, der vor 3 Jahren von Chery Automobile Co. „importiert“ wurde, von autonews.com zitiert. „Chinesische Firmen haben große Fortschritte gemacht“.

Ausländer offener für Herausforderungen?

Auch Chery Automobiles Rivale Zhejiang Geely Holding Group Co. setzt auf englisches Know-How: Seit 2011 leitet Styling-Veteran Peter Horbury das globale Design-Team, vergangenes Jahr wurde General Motors Guy Burgoyne als Kopf des in Shanghai ansässigen Studios von Geely berufen. Dieser hat auch gleich eine weitere Begründung parat, warum die Chinesen Wert auf ausländische Expertise legen: „“Ausländer“ sind offener für Herausforderungen – die Chinesen wollen ihr Gesicht wahren“. Anscheined sieht man das auch an der Spitze von Geely so: Im Design-Headquarter in Shanghai sind 18 der 100 Mitarbeiter „importiert“. Bei Chery sind es zwar nur 5 Prozent – für chinesische Verhältnisse trotzdem nicht so wenig.

Viele Talente ohne Erfahrung

Das hieße aber nicht, dass es in China an Talenten mangle, so Hope: „Es gibt unglaublich viele Talente in China. Was mir persönlich Sorge bereitet, ist deren Erfahrung: Um einen schönen Entwurf in die Produktion zu bringen, muss man Erfahrung mitbringen. Man muss sich mit der Technik besser auskennen als die Ingenieure, denn sie werden dir sagen:“Das kannst du nicht machen“. Und dann musst du ihnen sagen, dass du es sehr wohl kannst“.

Chinesische Ideen für den Westen

Es sind aber nicht nur die chinesischen Autos, die vom ausländischen Know How profitieren – genauso erhoffen sich die „importierten“ Designer, chinesische Ideen mit nach Hause nehmen zu können. Ein Beispiel für die exportwürdigen Ideen ist Geelys Luftreiniger, der unter vom Smog genervten chinesischen Großstädtern ein Verkaufsschlager werden soll – und vielleicht auch anderswo.

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