© Bild: Uli Deck / EPA / picturedesk.com
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China bei finanzierten und geleasten Autos noch „Entwicklungsland“

Anteil der finanzierten und geleasten Fahrzeuge in China noch vergleichsweise gering – VW peilt Steigerung von 7 auf 20-25 Prozent binnen 5 Jahren an

11.12.2013 APA

Während Volkswagen bereits mehr als ein Drittel seiner Autos in China verkauft, ist die Volksrepublik für die Bank- und Leasing-Tochter des Wolfsburger Konzerns noch ein „Entwicklungsland“. Der Anteil der finanzierten und geleasten Fahrzeuge ist in China noch vergleichsweise gering – nur etwa 15 Prozent der Chinesen kaufen ihr Auto bisher auf Pump. In Deutschland ist der Anteil etwa fünf Mal so hoch, in den USA liegt er bei fast 80 Prozent.

Anteil am Gewinn in China noch gering, aber steigend

Aber auch in China steigt der Anteil der finanzierten und geleasten Fahrzeuge mittlerweile. 2013 legte der Vertragsbestand der VW-Finanzsparte in der Region Asien/Pazifik um 24 Prozent zu, wie Vorstandschef Frank Witter am Dienstagabend in Hannover sagte. Der Großteil davon stamme aus China. „Das ist für uns eine ganz klare, starke Wachstumsregion“, so Witter. Der Anteil am Gewinn sei jedoch noch klein. 2013 steigerte die Finanztochter von Europas größtem Autokonzern den Bestand an Kredit-, Leasing- und Versicherungsverträgen weltweit um zehn Prozent auf 10,6 Millionen und damit stärker als den Pkw-Absatz. Die Hauptmarke VW kam nach elf Monaten rund um den Globus auf ein Plus von 3,4 Prozent. In China lieferte VW in diesem Zeitraum 17,5 Prozent mehr Fahrzeuge aus.

4,9 Millionen Fahrzeuge von VW-Finanzsparte finanziert

Insgesamt hat die VW-Finanzsparte in diesem Jahr hochgerechnet 4,9 Millionen Fahrzeuge von Kunden finanziert, eine Steigerung um acht Prozent. Dazu kommen fast zwei Millionen Leasing-Verträge (plus zehn Prozent) und 3,7 Millionen Versicherungs- und Serviceverträge (plus 13 Prozent). Weltweit stieg Anteil der finanzierten und geleasten Fahrzeuge am Absatz der VW-Marken auf 42 Prozent – gut 2 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Den größten Anteil am Geschäft hat Europa, wo VW im vergangenen Jahr sieben Millionen Finanzierungs- und Leasing-Verträge abschloss, gefolgt von Nordamerika mit 1,8 Millionen. In der Asien-Pazifik-Region waren es 600.000 Verträge. In China soll der Anteil der finanzierten und verleasten Fahrzeuge am Konzernabsatz von derzeit sieben Prozent binnen fünf Jahren auf 20 bis 25 Prozent klettern.

Gewinnsteigerung in Europa für 2014 erwartet

Für 2014 traut sich die  Bank- und Leasing-Tochter von Volkswagen angesichts der Erholung am Automarkt in Europa eine weitere Gewinnsteigerung zu. „Der Anspruch muss es sein, nicht unter ein Vorjahr zurückzufallen. So gehen wir in 2014,“ so Witter. Wie sehr der Betriebsgewinn zulege, hänge wesentlich davon ab, wie stark die Zinsen klettern. „Wenn sie langsam moderat steigen, ist das okay. Wenn sie erratisch schnell steigen, haben wir alle ein Problem.“ Letztes erwarte er jedoch nicht.

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