Testbericht: Chevrolet Spark

Kleinwagen, wachgeküsst: Ein mutiges, selbstbewusstes kleines Auto, offensichtlich entstanden aus einem kunterbunten Mix an Vorbildern.

26.03.2010 Autorevue Magazin

Es ist ja hinlänglich bekannt, dass die „kleinen“ Chevrolets früher Daewoo hießen und überwiegend in Lizenz gefertigte GM-Produkte waren. Heute gehört Daewoo Motors zu 71 Prozent General Motors, und man greift gerne auf Opel-Know-how zurück, zuletzt beim Cruze, der auf dem Astra basiert. Der Spark ist Nachfolger des Matiz, über viele Jahre einer der beliebtesten Kleinwagen bei uns. Eine gewisse Ähnlichkeit zu Opel Agila/Suzuki Splash ist festzustellen.

Wurde einem im ­Matiz aufgrund seiner Winzigkeit sehr oft der Vorrang geraubt, wird das beim Spark jetzt nicht mehr so leicht vorkommen, so selbst­bewusst und vergleichsweise mächtig reckt er die Schnauze in die Kreuzung. Die Gestaltung des Innenraums ist ergonomisch durchdacht, die Symbole an der ­mittigen Bedienkonsole lassen sich auch in der Nacht und mit ­Altersleseschwäche eindeutig erkennen. Nicht nur ein netter Gag ist das an Motorrad-­Armaturen angelehnte Instrumentenkastl, das sich beim Verstellen mit der Lenkrad­neigung mitbewegt. So bleiben Tacho und Drehzahlmesser immer im Blickfeld, wobei letz­terer in seiner Mäusekinofuzzikleinheit eher den Scherzartikeln zuzuordnen ist. Darüber hinaus bietet der Spark ein großzügiges Raumgefühl, auch fühlt man sich recht sicher.

Die Grundlinie des Innenraumdesigns orientiert sich ein wenig an Renault, aufgepeppt mit gestalterischen Zügen, die wir aus dem Smart kennen. Die Flächen in feuerrotem Klavierlack lockern die Hartplastiklandschaft auf, ohne ins Infantile zu kippen. Die Verarbeitung ist in Ordnung. Der 1,2-Liter-Motor hat zwar 81 PS, allerdings findet man die nicht so leicht. Im Sinne der Sparsamkeit ist der Wagen sehr lang übersetzt. So gondelt man mit niedriger Drehzahl leise und bequem durch die Gegend. Für flottes Beschleunigen muss man sich bewusst in höhere Drehzahl­regionen begeben – was man dann meistens bleiben lässt. Das hat durchaus auch seine gute Seite. Anders als viele andere Kleinwagen animiert der Spark nicht zu ständiger Aktivität, er treibt dich nicht, er wirkt eher in Richtung Gelassenheit auf dich ein. Die braucht man auch, wenn man die Gänge wechselt. Diese Schaltung ist so was von teigig, wie wir es schon lange nicht mehr erlebt haben.

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