Chevrolet Orlande Exterieur Dynamisch Seite
Denkt viel mehr an Komfort denn an Sport.
 

Testbericht: Chevrolet Orlando

Crossover unter Verwandten, gewissermaßen: Ein Van, der ein SUV zitiert,.

05.05.2011 Autorevue Magazin

Wer sich bisher gefragt hat, ob Chevrolets jetzt aus Korea oder doch aus den USA kämen, kann diese Frage hiermit vergessen. Nicht, weil sie beim Orlando eindeutig geklärt wäre, sondern weil sie nie zu klären sein wird: steht auf der Basis des Opel Astra (und Chevrolet Cruze), heißt wie eine Stadt in Florida, parkt gut inmitten der koreanischen Chevys, fährt sich aber amerikanisch.

Überblick verloren? Gut so, also zum Auto selbst: Der ­Orlando ist ein Van, der hinten nüchtern und aufrecht auftritt, vorne eine üppige Front in den Wind und in die Rückspiegel der Vorausfahrenden stellt. Damit wirkt er einerseits wie von einem Bügeleisen inspiriert, andererseits aber auch größer, als er tatsächlich ist: 4,65 Meter sind nicht die Welt, aber etwas mehr als die Welt der Kompaktvans. Die sieben serienmäßigen Sitze innen ­finden also genug Platz zum Entfalten, ganz hinten wird man sich aber nur daheim fühlen, wenn man zu den eher zierlichen Menschen im Lande zählt. Das Einsteigen hinter der zweiten Sitzreihe fordert zwar keinen begnadeten Körper, aber mittlere Grundgeschmeidigkeit. Wer damit zurechtkommt, dem passen auch die Plätze ganz hinten perfekt.

Die Reihen eins und zwei sind untadelig und angenehm, die Variabilität ist es auch: Die dritte Reihe ist überhaupt mit einem Griff (pro Sitz) aufzurichten und einzuebnen, ein­facher wird’s nie mehr werden.

Das Fahren. Der Orlando 2,0 Diesel 163 LZT kombiniert den stärkeren Diesel mit der Topausstattung (bis auf Leder, das trägt der LZT+). In Zahlen: wohlfeile 24.490 Euro, 163 PS, 360 Nm, Sechsgang-Getriebe. Was hier nach sportlichem Einschlag klingt, findet sich durch 1655 Kilo auf gutbürgerliches Niveau sediert, also flott, aber frei von Übermut. Der Motor dreht gut hoch, klingt dabei ein wenig nach Diesel, die Schaltpausen aber sind bis zur völligen ­Erwärmung des Getriebeöls lang.

Die Federung ist klar auf Komfort ausgelegt, sie lässt sich dabei nix Teigiges nach­sagen, was man aber so genau eh nicht wissen wollte: Orlandofahren, zumal mit dem stärsten Diesel, ist ohnedies vielmehr ein langer, ruhiger und beruhigender Fluss, familien- und freizeittauglich bis zum steilen Heck, und damit selbsterklärend. Sport darf dann am Ziel stattfinden.

Mehr zum Thema

Kommentare sind geschlossen.

pixel