Chevrolet Impala 4Door Sedan
Der Impala braucht Platz. Viel Platz!
 

Dieses Auto ist in Wirklichkeit ein Schiff

Die Impala-Modelle von Chevrolet gelten allgemein als purer Durchschnitt. Dabei ist das 4Door-Coupé von 1962 etwas vom Coolsten, dass wir je gefahren sind

05.09.2014 radical mag

Der Impala ist der König im Chevrolet-Sortiment. 1957 wurde der Impala als edle Variante des Bel Air gebaut und war lange Zeit das Flaggschiff der Marke. Während man bei uns ab und zu ein Cabrio mit den mächtigen Heckflossen zu sehen bekommt sind die viertürigen Coupés ohne B-Säule selten anzutreffen. Wir durften mit einem Modell von 1962 eine ausgiebige Ausfahrt unternehmen und: verliebten uns in Sekunden in diese coole Karre.

Der Impala als 4Door Sedan ist riesig!

Länge 5,32 m, Breite 2,01 m und ein Radstand von 3,02 m, da braucht man Platz. Viel Platz, der Wendekreis erinnert an jenen eines Flussfahrtschiffs, die Lenkung ist so leichtgängig und indirekt, dass man sich wieder den typischen Traktorenknopf am Lenkrad wünscht und das Auto ist so weich gefedert, dass schon das Überfahren eines Schattens den Wagen auf- und abwiegen lässt. Der Impala wurde ursprünglich mit einer Zweigang-Automatik ausgeliefert, irgendwann wurde unser «Testwagen» mit eine Dreistufenautomatik aufgerüstet, die eigentlich den stärkeren Versionen vorbehalten war. In diesen Impala ist ein 4,7 Liter großer V8 mit 170 PS montiert, der natürlich unter der Last von 1.680 kg etwas zu Schnauben hatte. Aber ehrlich, es ist so was von egal! Denn das Ding hat allein optisch einen so satten Auftritt, dass Fahrleistungen wirklich unwichtig sind._Chevrolet Impala 4Door Sedan (1)

Impala-Fahren heißt: Rollen!

Wer in diesem alten Chevy unterwegs ist entrückt früher oder später der Wirklichkeit. Tempo 50 aufgehoben? Egal, man stellt die Drosselklappen des Rochester-Vergasers etwas steiler und wird: irgendwann auch schneller. Klar, man kann das Pedal durchdrücken, ohne Schluckauf erklimmt der V8 immer höhere Drehzahlregionen.

Platz für 6 Personen

Aber, wer will so was? Rollen lassen, den unglaublichen Fahrkomfort (für bis zu sechs Personen, da zwei durchgehende Sitzbänke) genießen, und einfach die Gegend an sich vorbeiziehen lassen. Drängler entwaffnet man am besten durch ein breites Grinsen, schneller werden nur weil ein gestresster Audi-Kutscher nach Hause will? Nie im Leben! Und wenn es sein muss, dann verzögert die – damals aufpreispflichtige – Power-Brake den Wagen richtig satt. Dass der Vorbesitzer den Cruiser Fahrwerksseitig komplett überholen ließ spürt man zwar, aber es wäre auch egal wenn das Schiff auf der Straße umherschwimmen würde._Chevrolet Impala 4Door Sedan (2)

Sparsam? Die Frage stellt sich nicht

Der viele Chrom, die tiefschwarze Farbe und die stimmigen Räder von American Racing – der Impala ist zwar Café-Racer aber ein wunderbarer Headturner. Ach ja, sparsam ist so etwas nicht, aber auch das entlockt einem Impala-Fahrer nur: ein seliges Lächeln.

Der muss blubbern, der Sound

Als Geldanlage taugt der Impala übrigens nicht wirklich, was den Vorteil hat dass sich nicht irgendwelche Spekulanten um solche Autos reißen und so die Preise kaputtmachen. Einen schönen mit vier Türen findet man ab 21.000 Euro – auch wenn sie sehr selten sind. Klar, die Cabrio-Versionen mit Heckflosse sind vielleicht klassischer, aber nie so cool wie der Viertürer mit elektrischen Fensterhebern, ansonsten aber völlig überschaubarer Technik. Und wegen der fehlenden B-Säule hat man auch im 4Door Coupé irgendwie das Gefühl in einem Cabrio zu sitzen, wenn man alle Fenster öffnet. Dem Auto fehlt es weder an Charisma noch an Stil, höchstens etwas an Leistung. Aber bei den Motoren hat man bei alten Amerikanern eh meist eine große Auswahl. Und ein netter 5,7 Liter passt eigentlich in jeden Motorraum… Auch in den des 4,7-L-Impala. Aber auch mit einem dicken Motor wird man nicht rasen, sondern eher den noch satteren, blubbernden Sound genießen!

Besten Dank an die Kollegen von radical-mag.com

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