Das Chevrolet Logo wird bei der Chicago Autoshow 2012 aufgebaut.
Ab 2016 wird es nur noch in Russland und den GUS-Staaten Chevrolets geben.
 

Chevrolet beendet Markenkampf in Europa

Der US-Autobauer General Motors wird Chevrolet aus Europa zurückziehen und damit den konzerninternen Markenkampf beenden.

05.12.2013 APA

Der US-Autobauer General Motors (GM) wird seine Marke Chevrolet aus Europa zurückziehen und damit den konzerninternen Markenkampf beenden. Man wolle sich auf dem hart umkämpften Markt voll und ganz auf Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall konzentrieren, sagte GM-Vize und Opel-Aufsichtsratschef Stephen J. Girsky am Donnerstag.

Geringe Aussicht auf Besserung

„Unser Vertrauen in die Marken Opel und Vauxhall in Europa wächst“, begründete er den Schritt. Chevrolet dagegen sei in Europa eine Marke mit einem einprozentigen Marktanteil. Deren Ergebnisse seien nicht zufriedenstellend und die Aussichten auf Besserung gering.

Rückzug kostet bis zu 700 Mio. Euro

Die finanziellen Belastungen durch den Rückzug bezifferte der US-Konzern auf 700 Mio. bis eine Milliarde Dollar (515,01 Mio. bis 735,73 Mio. Euro). Die Kosten, die vor allem für Wertberichtigungen, den Umbau des Händlernetzes und Preisabschläge anfallen, sollen im Schlussquartal 2013 und in den ersten drei Monaten 2014 verdaut werden.

Opel und Vauxhall haben sich durchgesetzt

Wie sich dies auf das Ziel von Opel auswirkt, bis 2016 die Gewinnzone zu erreichen, blieb zunächst offen. GM nimmt die Belastungen in Kauf, weil man sich angesichts der Dauerkrise in Europa den Aufwand für zwei Volumenmarken nicht mehr leisten will. Chevrolet kam in den 28 EU-Staaten und den drei EFTA-Staaten Schweiz, Island und Norwegen bis November auf einen Marktanteil von 1,2 Prozent. Opel und Vauxhall erreichten in den ersten elf Monaten zusammen 6,7 Prozent.

Opel kann aufatmen

Für Opel bedeutet der Schritt, dass die Rüsselsheimer Traditionsmarke mit dem Blitz nicht mehr befürchten muss, Kunden an den billigeren internen Konkurrenten zu verlieren. Erst kürzlich hatte der amerikanische Mutterkonzern Opel-Strategiechef Thomas Sedran an die Spitze von Chevrolet gehievt, um Wachstumsmöglichkeiten für die Opel-Schwestermarke auszuloten.

Cadillac für die Oberklasse

Nun kam die GM-Führung zu dem Schluss, dass die amerikanische Traditionsmarke angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation in Europa keine Chance habe. Während sich Chevrolet aus West- und Osteuropa zurückziehen soll, soll die Marke Cadillac als Konkurrent gegen die deutschen Oberklasseautobauer BMW, Daimler und Audi aufgebaut werden. In Russland und den GUS-Staaten soll Chevrolet weiter verkauft werden, da die Marke dort stärker gefragt ist als in Westeuropa.

Allianz mit Peugeot

Girsky sagte, die Entscheidungen seien unabhängig von der Allianz mit Peugeot getroffen worden. GM arbeitet bei Einkauf, Logistik, Entwicklung und Produktion von Autos mit dem angeschlagenen französischen Autobauer zusammen, der einen Partner sucht. Nachdem der US-Konzern in den vergangenen Monaten mehrfach Spekulationen über einen engeren Zusammenschluss mit Peugeot zurückgewiesen hatte, bandeln die Franzosen nun mit dem chinesischen Autobauer Dongfeng an.

Mehr zum Thema
pixel