Eben noch Matrix-Led im A8, schon präsentiert Audi das LaserLight Concept.
 

CES 2014 – Autohersteller auf der Consumer Electronic Show

Auf der Suche nach Zukunftsimage und Pioniergeist suchen sich die Autohersteller immer neue Plattformen. Ohne die CES, weltweit bedeutendste Computermesse, geht nichts mehr.

07.01.2014 Press Inform

Wieso die Hersteller auf den traditionellen Automessen wie den Salons von Genf oder Paris, der Frankfurter IAA oder der Detroit Autoshow sich noch derart millionenschwer zur Schau stellen, weiß so recht niemand. Hier werden keine Autos verkauft und zur Meinungsbildung brauchen die Millionen weltweiter Kunden die Leistungsschauen längst nicht mehr. Das erkennen zunehmend auch die Autohersteller. Selbst wenn der Abschied von Pompös-Auftritten in Peking, Shanghai, Frankfurt oder am Genfer See schwer fällt, ist ein Zukunftsimage nur auf anderem Wege zu formen. Innovative Produkte, alternative Antriebe und neue Technologien müssen her – die dann im rechten Umfeld in Szene gesetzt werden.

CES 2014: 3.200 Aussteller

Nur so ist es zu erklären, dass allen voran die deutschen Premiumhersteller die Consumer Electronic Show CES mit ihren erwarteten 20.000 Produktneuheiten verteilt auf 3.200 Aussteller zu ihrer neuen Lieblingsspielwiese auserkoren haben. Audi machte vor Jahren den Anfang und die Edelkonkurrenz von Mercedes und BMW tippelte zukunftsorientiert hinterher. Längst hat die CES im schillernden Las Vegas der drögen Cebit im noch drögeren Hannover den Rang abgelaufen. Klar, bietet auch die Leine-Messe große Innovationen. Doch selten sind die sexy und der neue IT-Geist lässt sich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten eben ganz anders zelebrieren. Noch haben die Autohersteller nicht den Mut auf der CES im Sündenbabel von Nevada echte Autoneuheiten zu enthüllen. Schließlich findet nur eine Woche später mit der North American International Autoshow die wichtigste jährliche Automesse der Welt in Motortown Detroit statt. Da will man sich nicht selbst in die Parade fahren.

autorevue-motorblog-ces-2014-audi-Laserlight-concept

autorevue-motorblog-ces-2014-audi-LaserlichtLaserlicht und vernetzte Autos

Stattdessen heißt es auf der CES laut trommeln und die eigene Marke in einem möglichst visionären Licht zu präsentieren. Audi-Chef Rupert Stadler zeigt bei seiner Keynote den 700-PS-Hybriden von morgen mit animiertem Cockpit und Laserlicht. BMW lässt rund um das Messegelände 70 elektrische i3 säuseln und unterstreicht die maximale Vernetzung mit unzähligen 6er- und 7er-Modellen. Das an sich wenig autoaffine Publikum auf der CES in Las Vegas ist ein dankbares Publikum. Da gibt es bei 700 PS und Hybrid-V8 des Audi Concept Quattro noch oohhs und aahs, werden Elektroautos mutig erkundet und die animierte Mercedes C-Klasse mit jungfräulichem Staunen betrachtet. Da gerät eine modellübergreifende LTE-Einbindung in GM-Fahrzeuge fast zur Nebensache.

chevrolet onstar 4g lteDatenknoten Auto

Fest steht: um in der neuen Autowelt, bei der Vernetzung in der allumfassenden Cloud über alles geht, auf sich aufmerksam zu machen, muss man auf der CES seine Muskeln spielen lassen und den viel zitierten Opinion Leaders und IT-Nerds eine neue Lust aufs Auto entlocken. Nur wenige der 150.000 Zuschauer auf der CES wissen Beschleunigungsvorgänge, V8-Blubbern oder heiße Designlinien wie beim S-Klasse Coupé zu schätzen. Doch wenn es in der Cloud raschelt, das Auto mit einem iPad-Streich ins World-Wide-Web abdriftet oder sich im Parkhaus auf Android-Befehl führerlos einen Parkplatz sucht, dann jubelt auch die Computer- und IT-Welt auf und der Autohersteller steht in einem schillernden Zukunftslicht.

mercedes s-klasse coupe concept

Kitt, ich brauch dich vor dem Hotel!

Jetzt sind die echten Innovationen, die Autohersteller wie Audi, BMW, Mercedes, Mazda oder General Motors in Las Vegas präsentieren, alles andere als imposant. Das automatische Ein- und Ausparken aus Parklücken ist keine Utopie mehr. Eine tolle Geschichte, wenn das eigene Auto auf Knopfdruck aus dem Parkhaus vor das Hotel fährt. Selbst Micky-Maus-Kumpan Daniel Düsentrieb hätte für so eine Erfindung ein paar Monate tüfteln müssen. Die Technik steht weitgehend und wenn noch ein paar gesetzliche Rahmenbedingungen kommen, wird sich der Parkkomfort in neue Dimensionen aufschwingen. Ob Funktionen wie bei einem Forschungsfahrzeug mit der wenig schmucken Computeruhr Galaxy Gear in einem BMW oder der Pebble Smartwatch von Mercedes jedoch am Handgelenk bedient werden müssen, darf getrost bezweifelt werden. Hier macht sich eine Explorer II oder eine Omega Speedmaster eben nicht nur stilsicherer.

mercedes pebblewatch

Audi MMI: 2 Tasten und Touchpad

Das vernetzte Auto gibt es bereits. Viele Autos sind bereits fahrende WLan-Waben und mit dem zunehmendem Einzug des Datenturbos LTE macht das Surfen im Auto so richtig Spaß – jetzt auch bei GM. Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, Google+ oder Linked In werden per Touch-Controller und messerscharfem HD-Display ins rechte Licht gerückt. Während einige Autohersteller auf Touchscreens setzen, haben andere Firmen Touch-Pads für sich entdeckt, mit denen sich die immer größer werdende Zahl von Funktionen und Eingaben bedienen lassen. Das neue MMI-Bedienterminal von Audi kommt mit nur noch zwei Tasten aus. Der Rest wird über Touch-Gesten mit Fingern und Daumen aus der Smartphone-Welt bedient, während das Mobilgerät in der Phonebox induktiv aufgeladen und mit einem Antennenanschuss versorgt wird. Audi, beim teilautonomen Fahren bisher nur in der zweiten Reihe, hat seine Technik weiter verfeinert und kleiner gemacht. Belegten die Rechner zum automatisierten Fahren auf der CES 2013 noch einen ganzen Kofferraum, so ist die Technik mittlerweile auf die Größe eines Schuhkartons zusammengeschrumpft. „Wir kommen beim autonomen Fahren große Schritte voran“, so Audi-Entwickler Dr. Björn Giesler, „75 Prozent der Sensoren entsprechen bei dem Prototypen der Serientechnik. Zu den Radarsensoren in der Front kommt nur ein Laser, der den Bereich vor dem Fahrzeug abtastet.“ Erste Funktionen kommen ab Anfang 2015 im neuen A4 und dem nächsten Q7 – Verfeinerungen zum autonomen Fahren inkl. Spurwechsel in den Jahren danach.

audi sport quattro concept

Autonomes Fahren

Wer mit seinem Smartphone überall voll vernetzt ist will darauf nicht im Auto verzichten. Die ersten Autos mit Fahrerassistenzsystemen, die sicher Spur und Abstand halten, sowie im Stau selbstständig abbremsen und wieder losfahren gibt es bei Mercedes und BMW bereits. So ist es nur eine Frage von ein paar Jahren, wann die Systeme flächen- und modellübergreifend ausgerollt werden. Ohne die Hände des Fahrers im Steuer sind in den USA, Europa oder Asien bereits eine Vielzahl von Entwicklungsträgern und Prototypen unterwegs. Eine Vielzahl von Kameras, Sensoren und genaue GPS-Daten ermöglichen die unfallverhindernde Orientierung. Und wenn der Fahrer dann doch einmal wieder die Hände am Steuer hat, gibt das voll animierte Armaturendisplay Informationen darüber, wann die nächste Ampel wieder auf grün springt. Derweil können die anderen Fahrzeuginsassen auf einem Pad im Innern des Navigation, Soundsystem oder Komfortfunktionen ansteuern. „Alle reden über autonome Fahrfunktionen – wir haben sie bereits in Serie. Viele wollen moderne Kommunikationsmöglichkeiten im Fahrzeug nutzen – bei uns ist der ‚digital drive style‘ schon längst Realität“, so Daimler-Entwicklungsvorstand Prof. Dr. Thomas Weber.

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C-MAX mit Solardach

Überraschend wenig neues zeigt die CES in Sachen Elektroantriebe. Um die geringen Reichweiten und lange Ladezyklen zu kaschieren ist der Plug-In-hybrid Ford C-Max Energi Solar Concept mit einem effizienten Solardach ausgestattet, das mittels einer lupenähnlichen Linse Strom aus Sonnenenergie erzeugt. Dank der Photovoltaik können die Ladeintervalle des Fahrzeugs verlängert werden. „Der Ford C-MAX Energi Solar Concept wirft ein völlig neues Licht auf die Nutzung von erneuerbaren Energien für die Elektromobilität“, so Mike Tinskey, bei Ford verantwortlich die Elektrifizierung. Nach Ansicht von Ford könnte die Sonnenenergie bis zu 75 Prozent der Stromversorgung während des Fahrbetriebs eines Solar-Hybrid-Fahrzeugs decken.

autorevue-motorblog-ces-2014-BMW_HAD_2series-1Autonomes Driften

Etwas Fahrdynamik aus der alten Welt gab es dann doch noch rund um die CES. Auf dem Las Vegas Speedway zeigte BMW im brandneuen BMW 235i Coupé das sportliche Fahren im Grenzbereich – vollautomatisiert. Driften und Hochgeschwindigkeit selbst ohne die Hände am Steuer. Zumindest ein wenig Freude am sportlichen Fahren scheint es sogar noch bei den Computerfreaks zu geben – einfach einmal aussteigen aus der Cloud und ab auf die Rennstrecke. Auch der Performance Data Rekorder in der neuen Corvette, zeigt verbunden mit interner Kamera und Telemetrie-Rekorder, wie dynamisch man auf der Ideallinie unterwegs war.

corvette performance data recorderVielen Dank an die Kollegen von press-inform.com.

  • ¨Damit das Mögliche geschieht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.¨ Es ist auf dem Weg alles Mögliche an Technologie und Elektronik zu testen, aber ich bin überzeugt, wie der Macher der E-Race, R.Branson, es wird in 20Jahren nur noch Electro-Autos geben. Insofern am Wichtigsten, um endlich Abgase / Emissionen verringern. Ich habe gehoert – die solare Neutrino-CarBattery der Berliner Neutrino Inc.wird zukünftig eine Reichweite bis zu 2.000km haben. Andere Projekte wie in Holland haben gerade Solarenergie-Auto Stella Lux eine Reichweite bis 1000km gepackt und laden noch überschüssigen Strom ins Netz. Es wäre wichtig diese Projekte zu veröffentlichen.

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