Sebastian Trummer Mazda RX7 Russland
Mit einem RX7 nach Russland.
 

Cannonballovitsch

Mit einem 1980er Mazda nach Hiroshima – weil man es kann.

25.10.2010 Online Redaktion

Mail an die Redaktion. Absender: Sebastian Trummer. Inhalt sinngemäß: „Ich fahre mit einem Mazda RX7, Baujahr 1980, durch Russland und bis nach Hiroshima. Start ist im Juni 2011.“

Da steht man nun mit dieser Mail. Ein 20-Jähriger kündigt seinen Freitod per email an die Autorevue an. Aber je näher man sich mit Sebastian Trummer beschäftigt, desto mehr keimt der Gedanke, dass es vielleicht gar keine so blöde Idee ist. Eigentlich ist es sogar eine ganz phantastische Idee. Bewundernswert geradezu. Russland mit dem Auto – eines der letzten großen Abenteuer, das einem Auto-Aficionado noch bleibt.

Wir wissen ganz einfach so wie Sebastian, dass er es schaffen wird. Und weil wir zu dieser Überzeugung gekommen sind, werden wir in regelmäßigen Abständen über seine Reise berichten. Regelmäßig bedeutet: immer dann, wenn Sebastian in der russischen Steppe ein Internetcafe findet. Oder eine Brieftaube. Doch noch muss er sich mit diesen Problemen nicht rumschlagen. Derzeit laufen noch die Vorbereitungen. Deswegen beginnen wir das Abenteuer mit einem kleinen Überblick.

Sebastian Trummer Mazda RX7 Russland

Sebastian Trummer ist Baujahr 1990 und damit deutlich jünger als die meisten Autos, die er fährt. Dank einer die bunt gemischten, heimische Elterngarage (Mazda RX7, Ford Granada, Golf I…) konnte er angeblich schon im Alter von drei Jahren die einzelnen Automarken unterscheiden. Alle. Wir glauben ihm. Warum auch nicht? Erstes eigenes Auto: ein knallroter Citroen C4 in der Sebastian Loeb Edition. Ansonsten: Benzin im Blut mit akuter Gefahr eines Blitzlichtgewitters im Rücken.

Und warum er jetzt durch Russland will, ist auch schnell erklärt: So halt. Eines Morgens war der Gedanke da. Er kam über Nacht. Am Abend zuvor schaute er sich noch mit einem Freund alte Cannonballfilme an. Und dann folgender Gedankengang:

„Wieso hatten wir so etwas in Europa eigentlich nie? Da fahren in den 70ern die legendärsten Autos Ihrer Generation in gerade mal 34 Stunden auf dem Weg von Ost- zu Westküste alles nieder, was Ihnen im Weg steht, vorbei an Radarkontrollen und fort von Regisseuren, die versuchen, aus dieser Story einen katastrophalen Film zu machen. Ferrari Daytona gegen Jaguar XJS. Ohne Pause und Schonung. Benzindampf liegt in der Luft, Reifen stinken und schlecht eingestellte Vergaser lassen Auspuffe beim Kaltstart knallen. Und was tut sich auf dem alten Kontinent? Nichts, Fadesse. NSU geht am Ro80 zu Grunde, Mercedes baut Limousinen, die man scheinbar nur in Afrika haben will, und das meistverkaufte Auto bleibt der Käfer. Transkontinentalfahrten? Fehlanzeige, und das bis heute. Jemand muss es tun. Und dieser Jemand bin ich.“

Der Plan, bei dem Sebastian von Mazda unterstützt wird, sieht folgendermaßen aus: Mit zwei Freunden (mehr zu Ihnen im nächsten Teil) losfahren, von Leoben quer durch die ehemalige UdSSR bis an den Pazifik. Per Schiff geht es dann nach Hiroshima. Zwei Monate hin, zwei Monate zurück. Fahrzeug: Mazda RX7 aus dem Jahr 1980, 105 PS, Wankelmotor.

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    Von mir ebenfalls alles gute für die Reise und alle Achtung – rotierende Grüße :)

  • Absolut genial!!! Meine mentale unterstützung haben die burschen *respect*

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