CTS Sedan: Genügend Platz für die Insassen, einen starken Turbomotor, eine feinfühlig agierende Automatik und sogar 4x4.
CTS Sedan: Genügend Platz für die Insassen, einen starken Turbomotor, eine feinfühlig agierende Automatik und sogar 4x4.
 

Überzeugend, aber selten: Cadillac CTS Sedan

Der Cadillac CTS Sedan weiß im Innenraum zu überraschen, bietet mit „Cue“ eines der besten Multimediasysteme und wird es dennoch nicht leicht haben.

17.01.2015 radical mag

Wer auf heimischen Straßen einen Cadillac erblickt – wir meinen damit die «neuen» Fahrzeuge, nicht die bis etwa 1970 – sollte das fotografisch festhalten. Denn einen Cadillac ATS oder CTS-V in freier Wildbahn zu sehen ist etwa so selten wie wenn ein Zwergsumpfhuhn vor die Linse flattert. Dieses gilt bereits als ausgestorben. Etwas, dass wir nach dem Test mit dem CTS Sedan nur bedingt verstehen können. Also, das mit den wenigen Cadillacs. Eigentlich bietet der große Cadillac alles was es braucht, um Erfolg zu haben. Genügend Platz für die Insassen, einen starken Turbomotor, eine feinfühlig agierende Automatik und sogar 4×4. Dazu kommt ein absolut unverwechselbares Design weit ab vom Durchschnittsgewand der meisten Konkurrenten._Cadillac-CTS-Sedan-(4)

Im Innenraum ist der Cadillac CTS Sedan alles andere als ein Amerikaner

Kein Hartplastik sondern Leder und Holz, kein Scheppern oder Klappern, Cadillac steht in Sachen Innenraum in den USA ganz alleine an der Spitze. Da merkt man den Anspruch den Cadillac einst hatte. Vorbei die Zeiten der gepimpten Opel-Modelle mit Knatterdiesel und Plastikzelle wie beim BLS. Dazu kommt wie erwähnt ein sehr potenter Antrieb. 276 PS werden aus dem längs eingebauten Vierzylinder im Bug des CTS generiert. Ganz schön viel wenn man bedenkt, dass er nur über einen Hubraum von zwei Litern verfügt. Dazu kommt ein maximales Drehmoment von 400, welches mittels einer Sechsstufen-Automatik auf alle Räder übertragen wird. Man kann den CTS also durchaus sportlich bewegen, das eher straff abgestimmte Fahrwerk (in etwa so straff wie in den entsprechenden Modellen von BMW) lässt das locker zu._Cadillac-CTS-Sedan-(1)

Rattern und heulen

Das animiert zum zügigen Fahren. Aber, dreht man den Vierzylinder-Motor wirklich aus, ergibt sich eine Soundkulisse die kein Fahrer einer Oberklassenlimousine mag. Es rattert und heult ab 4500 Umdrehungen ziemlich lautstark, man könnte meinen einer habe einen Sack Unterlegscheiben in den Motor gekippt. Nicht schön!

Quasi ein Hochleistungs-Sportmotor

Aber, eigentlich ist es völlig unnötig den Amerikaner so hoch zu drehen. Denn Drehmoment ist immer reichlich vorhanden, auch wenn das Maximum von 400 Nm erst bei 3000 Umdrehungen ansteht. Es ist also eigentlich ein Hochleistungs-Sportmotor in einer viertürigen Limousine. Passt nicht perfekt, aber hat seinen Reiz._Cadillac-CTS-Sedan-(8)

Multimediasystem „Cue“

Sehr reizvoll ist neben dem wunderbar gemachten Innenraum auch das Multimediasystem «Cue», welches Cadillac seit geraumer Zeit verbaut. Es gehört zu den Besten derzeit auf dem Markt erhältlichen Systemen. Etwas komplizierter ist die Einstellung des Instrumentenbildschirms. Cadillac verzichtet beim CTS Sedan auf klassische «Uhren» für Drehzahl und Geschwindigkeit sondern setzt einen großen Flachbildschirm ein. Diesen kann man unterschiedlich konfigurieren und alle möglichen (und teils auch völlig nutzlosen) Informationen einblenden lassen._Cadillac-CTS-Sedan-(2)

Head-up-Display und induktives Laden

Das Ganze mit all den Menus und Untermenus gehört ganz klar ist die Rubrik Computerspiele. Immerhin gibt es eine Einstellung, die das Cockpit ganz klassisch mit virtuellen Rundinstrumenten daher kommen lässt. Und, eigentlich braucht man diese Anzeigen gar nicht, denn alles Wichtige wird auch im sehr gut funktionierenden Head-up-Display angezeigt, also in die Frontscheibe projiziert. Nett sind so Kleinigkeiten wie das kleine Fach in der Mittelkonsole, welches sich elektrisch öffnet. Dort findet das Handy wunderbar Platz, dereinst soll es sogar eine Lademöglichkeit ohne Kabel für einige Geräte geben (induktives Laden)._Cadillac-CTS-Sedan-(7)

Das große Problem des Caddilac CTS Sedan

Antrieb, Fahrwerk und der Innenraum überzeugen beim Cadillac, wieso also ist er so selten auf den heimischen Straßen zu sehen? Das mag am Verbrauch liegen. Der Vierzylinder ist kein Kostverächter, statt der versprochenen 9,0 Liter pro 100 Kilometer verbrauchte der CTS Sedan im Test 10,4 L/100 km. Natürlich ist etwa ein halber Liter des Mehrverbrauchs den sehr frostigen Temperaturen und den Winterreifen zuzuschreiben. Dennoch, der Cadillac ist alles andere als sparsam. Und, eben auch nicht sehr billig. Konkret beginnen die Preise des CTS bei 52.701 Euro (inkl. 20% MwSt., NoVA & Bonus Malus). Wer allerdings die – wie von uns gefahrene – beste Ausstattungslinie Premium wählt und auf Allrad nicht verzichten mag muss schon 71.782 Euro (inkl. 20% MwSt., NoVA & Bonus Malus) auf den Tisch legen. Das ist zwar happig, aber angesichts des Gesamtpakets akzeptabel. Allerdings muss man sich gewahr sein, dass im Wiederverkauf der Cadillac nie das Preisniveau eines Audi oder BMW erreichen wird.

Vielen Dank an die Kollegen von radical-mag

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  • marcel

    Tja, in der Schweiz sieht man Cadillac immer mehr. Denn es ist jeder selber Schuld, der bei den Deutschen Premium-Marken einkauft….Wenn man bei Cadillac mehr, Qualität, mehr Leistung, mehr Ausstattung, mehr Charakter für weniger Geld und weniger Gewicht bekommt. Fahre den CTS Jg 09 und SRX Jg12 und werde so schnell nicht mehr auf meine Vorgänger Mercedes und BMW umsteigen.

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