cadillac ats 2,0 awd at seite
Best of US-Mittelklasse.
 

Testbericht: Cadillac ATS 2,0 AWD AT

US-Amerikaner aus Michigan sucht Anschluss in gehobenen europäischen Kreisen, längere Beziehung nicht ausgeschlossen.

19.08.2013 Autorevue Magazin

Als der erste ATS letzten Sommer im Werk Lansing/Michigan vom Band lief, spielten sie Springsteens „Born in the USA“. Der ATS sieht danach aus. Sehr herkunftsstolz. Markant kantige Schnauze, breite Schultern und scharfe Büge am Heck – klassisch-amerikanischer Limo-Spirit übersetzt ins Neudeutsche. Jedenfalls ist das die Konkurrenz, die ­Cadillac im Visier hat.

Im Lastenheft stand bestimmt auch mit Rotstift ­MODERNE ANMUTUNG vermerkt.

An der Mittelkonsole gibt es Sensoren unter glänzend schwarzer Kunststoffoberfläche, die Befehlsausführung durch Vibration quittieren. Ein netter Gedanke. Bis man beim Laut- und Leisestellen ein wenig den Anschluss verliert.

cadillac ats 2,0 awd at lenkrad

Den grundsätzlichen Tenor bestimmt der satte Komfort.

Graues Ledergestühl, elek­trisch verstellbar natürlich, mit gut justierbarer Lordosen­stütze und verlängerbarer Sitz­fläche. Braunes Wurzelholz. Viele Tasten am Lenkrad, die viel können (unter anderem das Radio vibrationsfrei leiser stellen), wiewohl man auf einige Funktionen erst nach einer Weile kommt. Und wer zur ­Bedienungsanleitung greifen will, wird sich über ein innen mit Velours ausgeschlagenes Handschuhfach freuen.

Wir fuhren den Vierzylinder-Benziner mit 276 PS, ­Automatik und Allrad.

Eine andere Motorisierung steht in Österreich nicht zur Auswahl. Der Motor mit Direkteinspritzung und Turbo bietet ein stattliches Maß an Leistung, man surft damit auf der fetten Welle und muss ein bisschen gegen die Verführung des forschen Antritts kämpfen. Mit etwas Bedacht hält man den Verbrauch im Bereich von 10 Liter im Schnitt. Die Sechsgang-Wandlerautomatik schaltet durchaus reaktionsschnell, das Magnetic-Ride-Fahrwerk mit adaptiver Dämpfung in Echtzeit hält gut die Balance zwischen Sportlichkeit und Komfort, der Allrad trägt unauffällig durch den Alltag.

Mit knapp über 59.000 Euro war unser Testwagen der beinahe maximal mögliche ATS. In der Premium-Ausstattung sind Leder, Xenon, Bose-Anlage und Navi enthalten, Schiebedach und ein Paket aus Assistenzsystemen stehen noch als interessante Posten auf der Extra-Liste. Susanne Hofbauer

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