Cadillac ATS Testbericht Limousine USA Heckantrieb Allradantrieb
Ecken & Kanten, wie bei Cadillac üblich.
 

Vorstellung: Cadillac ATS

Amerika verschlankt sein Wesen auf Euro-Maße und zielt auf Etablierte.

25.03.2013 Autorevue Magazin

Vier Zylinder, zwei Liter ­Hubraum, 276 PS, 1540 kg. Man muss Literleistung und Leistungsgewicht ein bisserl wirken lassen, um zu erkennen: Die USA haben sich ganz schön von sich selbst entfernt, um uns näher zu kommen. Das passiert mit ambitionierten Zielen: Der Cadillac ATS ist neu und will Audi A4, BMW 3er und Mercedes C-Klasse alt ausschauen lassen. Da bei diesen der Diesel-Vernunftmotor-Anteil recht hoch ist, wird der Cadillac ATS seinen Konkurrenten wohl nicht zur Lebensbedrohung erwachsen. Sagen wir so: Hier kommt die höchst er­fri­schende Alternative für jene, die in ihrer Mittelklasse-Sportlimousine anders ausschauen wollen als die anderen.

Die sportlichen ­Ambitionen bringt der Turbomotor jedenfalls umweglos auf die Straße, frei von Zögern und Turboloch, der Sound täuscht keine höhere Zylinderzahl vor, legt sich eher als knurriger Soundtrack unter die Fahrleistungen. Um die Straßenlage kümmert sich die Magnetic-Ride-Dämpfung (im vollen Wortlaut: magnetorheologische Stoßdämpfer, im Premiumpaket oder als ­Extra), schneller lässt sich die Dämpfung nicht den Fahrbedingungen anpassen. Allradantrieb ist gegen Aufpreis ­erhältlich, und durch sehr ambitionierten Leichtbau (dort, wo er der Steifigkeit nicht im Weg steht) wird der Cadillac ATS abermals agiler.

Cadillac ATS Testbericht Limousine USA Heckantrieb Allradantrieb

Erste Fahreindrücke bestätigen: europäisch straffe Performance, Magnetic Ride dient weniger dem Komfort als dem präzisen Exekutieren der ­Straßenlage, das Getriebe lässt sich knackig schalten, die ­Automatik hantelt sich geschmeidig durch die Gänge.

Das Design wird bei Cadillac Art Science genannt, das Anders-Ausschauen zieht der Cadillac ATS auch innen durch. Über rotes Leder hat sich schon ­lange kein Hersteller mehr getraut, was schade ist. Hier aber: Leder in Farben von unauf­fällig bis erfrischend bunt ab ­Luxury, und das Infotainmentsystem CUE (Cadillac User Experience) ist überhaupt in Serie dabei. Wer am iPad daheim ist, wird sich auch hier bald zuhause fühlen, es darf jedenfalls am Bildschirm eifrig gewischt werden, um eine Vielzahl an Funktionen (Navi, Audio, Klima, Fahrzeugparameter …) anzusteuern. Erster Einwurf aus der Praxis: Funktioniert prinzipiell toll, zeigt aber bisweilen Aussetzer. Der Verkauf hat schon begonnen.

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