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Bunker im Frack: Unterwegs im Alpha Armouring Phoenix

Der Alpha Phoenix ist Luxus-Panzer für Superreiche. Wie fährt sich eine 4,2 Tonnen schwere Mercedes G-Klasse, wenn die Flucht vonnöten ist?

06.05.2015 Press Inform

Die Top-Marques-Messe in Monaco ist ein Stelldichein der Superreichen, hier kann man alle nur erdenklichen Luxus-Güter erwerben: Exklusiver Schmuck, Inseln, spektakuläre Uhren und auch ungewöhnliche Fahrzeuge. Der Star der Auto-Ecke in diesem Jahr: der Alpha Phoenix. Eine schwer gepanzerte Luxus-Mercedes-G-Klasse, die den Lamborghinis, Ferraris und Rolls-Roycen beim Schaulaufen im Fürstentum die Schau stahl und sogar von Fürst Albert von Monaco persönlich enthüllt wurde, was einem Ritterschlag gleichkommt. Als die Messe-Veranstalter Alpha-Armouring-Chef Klaus Ackermann den Wunsch des Fürsten mitteilten, das Fahrzeug zu enthüllen, war dieser völlig überrascht – und stand zunächst ohne Enthüllungstuch da. Aber Improvisation siegt, und so zog Fürst Albert von Monaco formvollendet vier zusammengeklebte Leintücher vom 800.000-Euro-Auto.

50 Mitarbeiter fertigen 80 Alpha-G-Klassen

Das fehlende Tuch passt zu Alpha Armouring: Die kleine Firma aus Garching im Norden von München sucht nicht das grelle Scheinwerferlicht. In den schmucklosen Gebäuden im Industriegebiet nördlich von München fertigten 50 Mitarbeiter rund 80 Autos pro Jahr. Nicht jedes Fahrzeug ist ein gepanzerter Personentransporter, aber Luxus vom Feinsten bieten sie alle. Karl Maybach hätte seine wahre Freude am Alpha Amouring Phoenix gehabt, der Innenraum der gepanzerten Edel-Mercedes-G-Klasse bietet allen nur erdenklichen Luxus: Eine Highend-Soundanlage, einen 34-Zoll-Bildschirm samt Apple-Computer, einen Internet-Router, eine Mini-Bar und Kameras, die die Umgebung filmen. Wenn man in den Einzelsitzen im Fond Platz nimmt, füllt man sich sicher wie in Abrahams Schoß.

Für den Vortrieb sorgt das Herz des AMG G63

Die Panzerung geht schon bei den Türen los, die trotz eines Gewichtes von jeweils 170 Kilogramm so satt in das Schloss fallen, wie es bei der Serien G-Klasse kaum der Fall ist. Schutz ist beim Alpha Phoenix die oberste Maxime: Damit keiner auf dumme Ideen kommt, gehen die Fenster im Passagierabteil nur einen Spaltweit auf und vorne nur so weit, dass Dokumente durchpassen. „Wir empfehlen den Kunden, auf Fensterheber zu verzichten“, erklärt Klaus Ackermann. Wird es dennoch einmal eng, hilft ein Druck auf einen der drei Knöpfe, die sich im Dachhimmel des Autos vor dem Rückspiegel befinden: Mit ihnen aktiviert man die Sirene, Blaulicht oder den Panik-Alarm-Hilferuf.

In Krisenregionen heißt es bisweilen Haken schlagen, wenn die Kugeln am Stahlpanzer abprallen. Doch 4,2 Tonnen zu bewegen ist kein Pappenstil. Deswegen faucht und wummert unter der Haube der 5.5 Liter-V8-Biturbo-Motor aus dem Mercedes AMG G63 mit seinen 544 PS, jederzeit bereit, die Muskeln anzuspannen und mit der mächtigen Kraft des maximalen Drehmoments von 760 Newtonmetern die Nobel-G-Klasse nach vorne zu wuchten. Tippt man auf das Gaspedal, sprintet der Achtzylinder-Athlet untermalt von einem herzhaften Donnergrollen mit einer Überzeugungskraft los, die das Zusatzgewicht von immerhin über zwei Tonnen gegenüber dem Normalo-AMG fast bedeutungslos erscheinen lässt. Überholvorgänge? Kein Problem.

Sportliche Tugenden trotz 4,2 Tonnen Leergewicht

Doch richtig interessant wird es, wenn es um schnelle Kurven geht. Dank der stärkeren Wankstabilisatoren und einem überarbeiteten Fahrwerk, das auf der Nordschleife des Nürburgrings seine Feuertaufe erhalten hat, pfeift der Alpha Armouring Phoenix mit einer Geschwindigkeit um die Ecken, dass selbst sportliche Pkws sich schwer tun, zu folgen. Der gepanzerte Aufbau neigt sich kaum und die Lenkbefehle werden präzise umgesetzt. Allerdings spürt man das mächtige Gewicht der gepanzerten G-Klasse bei jeder Lenkbewegung, was aber der spaßbringenden Fahrdynamik des schwarzlackierten Vehikels keinen Abbruch tut. Damit der 4,2-Tonnen-Koloss auch ruckzuck steht, haben die Techniker von Alpha Armouring den Bremsdruck erhöht und die Run-Flat-Reifen rollen auch dann noch, wenn auf sie geschossen wird. Spezielle Sportsitze sind da natürlich obligat.

Maximaler Schutz für 1 Millionen Euro

Platz und Entspannung finden die Passagiere im Fond: Mit einer Länge von 5,12 Metern ist der Alpha Armouring rund 45 Zentimeter länger als die Langversion der G-Klasse. Auf Knopfdruck fährt eine Scheibe und der Monitor hoch, der den Fahrgastraum von den beiden vorderen Sitzen trennt, die Kommunikation mit dem Lenker läuft dann über eine Gegensprechanlage.

Dass der erste verkaufte Phoenix in eine Region geht, „in der die Straßen nicht immer optimal sind“, sagt dann schon alles über die Zielgruppe. Deswegen ist es nur logisch, dass das Panzerfahrzeug keine Limousine, sondern ein Geländewagen ist. Die G-Klasse hat sich auch auf praktisch inexistenten Routen bewährt, und bei der Fahrt über eine Landmine freut man sich allemal über etwas Bodenfreiheit.

Wer nun mit diesem Fahrzeug seine Bedürfnisse befriedigt sieht, braucht eine knappe Million Euro (netto) und Geduld: Für die Fertigung brauchen die Männer von Alpha Armouring etwa vier bis fünf Monate. Kleiner Tipp: Die ungepanzerte Version geht schneller.

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