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Bristol Bullet: Großes, verheißungsvolles Vorhaben

Der Bristol Bullet scheint tatsächlich die Wiedergeburt der wunderbaren Marke zu bedeuten.

12.08.2016 radical mag

Und es scheint doch wieder etwas Bewegung in die britische Auto-Industrie zu kommen. Nachdem es schon bei TVR ziemlich verheißungsvoll aussieht, will jetzt auch Bristol – schon öfter gestorben als auferstanden – wieder mittun. Die indische Familie Siddiqi hat vor fünf Jahren die Rechte an Bristol gekauft (und führt so nebenbei auch Frazer-Nash Research) – und hat jetzt mit dem Bristol Bullet ein erstes Modell auf die Räder gestellt, das auch tatsächlich in den Verkauf kommen soll.

Bristol-Bullet (7)
© Bild: Werk

Bristol Bullet in der dunklen Ecke

Ach, Bristol – welch wunderbare Marke, welch herrliche Fahrzeuge in der 70-jährigen Geschichte (ohja, irgendwann wollen wir sie dann mal detailliert erzählen – unterdessen empfehlen wir gerne diesen schönen Rückblick von classicdriver.com). Als die Siddiqi das Inventar durchkämmten, fanden sie irgendwo in einer dunklen Ecke ein Fahrzeug, das sie noch nie gesehen hatten. Es war so etwas wie ein Speedster, ein Teil ganz ohne Dach und mit ganz kleiner Frontscheibe (Bild weiter unten). Einige ehemalige Mitarbeiter wussten, dass der Wagen mit Jahrgang 1966 damals Bullet genannt worden war. Und das war schon Grund genug, ein neues Fahrzeug mit dem gleichen Namen auf die Räder zu stellen.

Ernst und modern

Man muss dazu aber wissen: die Siddiqi haben nicht nur das Kleingeld, sondern auch ganz andere Pläne mit Bristol und Franzer-Nash. Man will da ganz ernsthaft vorgehen – und vor allem modern. Es werden eigene Antriebe entwickelt in den ehrwürdigen Hallen in Filton: Hybride, wohl Plug-ins, mit Reichweitenverlängerung. Auch zeitgemäße Infotainment-Systeme basteln die englischen Inder, die zudem an der nächsten Generation des Londoner Taxi arbeiten.

Bristol-Bullet (8)
© Bild: classicdriver.com

Richtig nette Leistungsdaten

Doch zurück zum Bullet, von dem 70 Stück zu einem Preis von rund 250.000 Pfund entstehen sollen. Er nimmt schön einige Zitate der letzten gebauten Bristol auf, ohne deshalb ältlich zu wirken, nach Retro zu riechen. Unter der Haube arbeitet ein V8, nicht amerikanischer Herkunft, wie das bei Bristol Tradition gehabt hätte, sondern von BMW. Der 4,8-Liter-Sauger wird von Bristol überarbeitet, auf 370 PS und 490 Nm maximales Drehmoment gebracht und in Anlehnung an eine legendäre Maschine «Hercules» genannt, was dem 1,25 Tonnen schweren Wagen zu netten Fahrleistungen verhilft: 0 – 100 km/h in 3,8 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 250 km/h. Schaltet wird manuell oder automatisch über BMW-Getriebe. Weitere Daten: Länge 4,2 Meter, Breite 1,86 Meter, Höhe 1,2 Meter, Radstand 2,55 Meter.

Das sieht alles bestens aus, auch innen

Schön einfach, keine Firlefanz. Auch da zeigt sich, dass es mit Bristol tatsächlich – und endlich, mehr als ein Jahrzehnt nach dem letzten Versuch – weitergehen könnte. Wir würden uns freuen.

Vielen Dank für diesen Beitrag an die Kollegen von radical-mag.com

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