Brabus 800 Widestar
Eine Zahl wie ein Menetekel.
 

Wand im Wind

Teil drei unserer kleinen Tuning-Serie: Ein Kleiderschrank und viel Stoff.

08.03.2013 Online Redaktion

Als wäre der normale G 65 AMG nicht schon abartig genug: ein Würfel mit 34 Jahren Fahrzeuggeschichte auf dem Buckel, mobilisiert von einem V12-Zylinder-Biturbomotor. Nein, Brabus setzt noch einen drauf und bringt den Brabus 800 Widestar. Ein neuer Auspuffkrümmer, höherer Ladedruck und vier wassergekühlte Ladeluftkühler sorgen dafür, dass statt der banalen 612 PS der Serienversion nun 800 PS (588 kW) zur Verfügung stehen. Brabus sagt: „Davon profitiert die Leistungsausbeute genauso wie die Standfestigkeit selbst unter extremen Bedingungen wie beispielsweise in der Wüste.“ Man ahnt: damit sind keine Abenteurer-Touris gemeint, die zum Fotografieren in die Sahara fahren, sondern das Zielpublikum, dass dem Widestar im Nahen Osten freien Auslauf gönnt.

Also: 800 PS, 1420 Newtonmeter. Theoretisch. Praktisch sitzt zwischen dem Kraftwerk und den wimmernden Reifen ein Siebengang-Getriebe, das schon im Serien-AMG eine Kastration auf 1000 Newtonmeter erzwingt. Deshalb wird auch hier das Drehmoment elektronisch auf 1100 Newtonmeter begrenzt, die Reserven der Automatik dürften damit ausgereizt sein. Aber sei’s drum, der Output sollte allemal dafür reichen, dass die Fondpassagiere die Brabus-Stickerei von der Kopfstütze auf den Hinterkopf graviert bekommen. Null auf Hundert geht in 4,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wird dankeswerter Weise auf 250 beschränkt, andernfalls würden ganze Kleinstädte den Fahrtwindböen zum Opfer fallen.

Erneuert wurde auch der Auspuff, mittels Abgasklappensteuerung kann man zwischen dem kinderfreundlichen Modus „Coming Home“ und den Trompeten von Jericho wählen – welch elegantes Entgegenkommen – außerdem kann man das Bilstein-Fahrwerk auf Komfort oder Sport ausrichten, wobei die Elektronik die Wahl je nach Fahrweise auch selbst übernimmt. Dreht der Papa beim Sonntagsausflug mal eben durch, schaltet der Brabus automatisch auf Sportmodus. Die Kinder danken.

Brabus 800 Widestar

Im Innenraum ist praktisch alles möglich, was man sich an Material- und Farbauswahl vorstellen kann, besonders fesch sind die Holzeinlagen in CFK-Optik (oder war es umgekehrt?) in Kombination mit dem Cognac-braunen Leder. So lässt es sich aushalten beim Ritt durch die Wüste.

>> Weiter in der Tuning-Serie:
der Mansory Carbonado
der Hamann Mystère
der Ruf RT35 Roadster

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