bmw x5 530d touring seite
HAMMER GEGEN SPEER Mit dem wuchtigen Auftreten des X5 gehen einige Nachteile gegenüber dem Touring einher.
 

Vergleich: BMW X5 vs. BMW 5er Touring

Schwarz-Weiß-Denken : Braucht man SUVs eigentlich wirklich? X5 oder 5er-Touring? Die Vertrauensfrage.

12.03.2014 Autorevue Magazin

Gehört man nicht zum Klub der BMW-Auskenner, muss man schon genau hinsehen, um den jüngsten X5 als solchen zu erkennen. Das hat natürlich System: Die letzte Generation war so etwas wie ein Paradoxon – hat sie sich doch zu Ende des Modell­zyklus ­besser verkauft als zur Einführung. Klar, dass die ­Designer da bei der Neugestaltung im Sinne einer Evolution ­arbeiteten.

X5-Facelift

An der Front sind die Scheinwerfer mittlerweile mit den Nieren zusammengewachsen – das ist auch dem Dreier so geschehen. Flankenseitig ist der X5 sofort klar als solcher zu identifizieren, wenig Striche haben genügt, um ihn jünger, frischer erscheinen zu lassen. Auch heckseitig gibt es wenig Überraschungen – die Leuchten tragen die im Modell­programm aktuelle Grafik, ­geblieben ist die zweigeteilte Heckklappe, deren Oberteil sich nun elektrisch öffnen und schließen lässt.

bmw x5 innenraum cockpit interieur

SAUBERE SACHE Aufgeräumtes X5 Armaturenbrett, das Lenkrad ist Teil des M-Pakets.

Innen

Das Cockpit ist aufgeräumt, intuitiv zu bedienen, der freistehende Multimediabildschirm sticht deutlich heraus, wirkt stylish und lässt im Vergleich das Armaturenbrett des Fünfers mit seinem integriertem Bildschirm richtig angestaubt wirken.

Womit wir beim Thema ­wären: Wir wollten den Unterschied zwischen dem X5 und einem ident motorisierten 5er erfahren. Was bringt der Hochsitz im richtigen Leben wirklich?

Einsteigen: Beim Fünfer setzt man sich ins Auto, beim X5 besteigt man es – vom Schweller schmutzige Hosenbeine inklusive, so man bei Schlechtwetter nicht Acht gibt. Die hintere Bank lässt sich im X5 dank kleinerem Rad­ausschnitt besser erklimmen – überhaupt ist das Sitzen
hinten durch das Fehlen des wuchtigen Kardantunnels angenehmer.

bmw x5 5er touring kofferraumklappen

HOHOPP Getränkekisten wollen im X5 etwa 20 cm höher gewuchtet werden.

Laden

Umgekehrt ist es in Sachen Kofferraum. Zwar bietet der X5 auf dem Papier das größere ­Ladevolumen – im richtigen Leben geht dieser Punkt an den Touring: Nur seine um­gelegten Lehnen bieten einen ­flachen Ladeboden, die getrennt aufklappbare Heckscheibe samt automatisch ­öffnendem Rollo sind unbestritten praktisch. Beim X5 hingegen bauartbedingt: Gepäck will rund 20 cm höher gehoben werden. Dazu gibt’s ein Rollo ohne Führung.

Fahren

Losfahren: Der Reihen­sechszylinder-Diesel ist in ­Sachen Laufkultur eines der feinen Aggregate dieser Tage, 560 Nm sorgen bei beiden für saftigen Schub, im 530d darf der Motor einen Hauch stärker durchklingen. Die Achtgang­automatik ist in beiden Modellen untadelig, schaltet kaum fühlbar und ist je nach Stellung des Fahrerlebnisschalters auf Effizienz oder Hektik getrimmt.

bmw x5 30d dynamisch seite vorne front

DYNAMIKER Ehrensache: Unter den SUVs einer der Agileren.

Verbrauch

Richtig interessant wurde es auf unserer Verbrauchsrunde – defensives Mitschwimmen im Verkehr auf Autobahn, Landstraße und in der Stadt. Während in der Stadt noch beinahe eine Pattstellung zwischen den beiden herrschte (Touring: 9,2; X5: 9,4 l/100 km), kristallisierte sich jenseits der Ortstafeln ein Unterschied von rund 1,5 Liter auf 100 km zulasten des X5 ­heraus. Die Erklärung liefert die Physik. In der Stadt ist die zu beschleunigende Masse wesentlich – hier treffen sich die beiden auf ­Augenhöhe. Der X5 wuchtet 2070 kg auf die Waage, der Touring 1955 kg. Außerorts mischen sich der Luftwiderstand und die Stirn­fläche fest in die Rechnung. Der X5 ist genau 30 cm höher als der 5er Touring – das Resultat: Autobahn 6,7 zu 8,4 Liter, Bundesstraße 6,5 zu 8,0 Liter/100 km. Man bezahlt folglich über das gesamte Autoleben den Aufpreis für den Hochsitz an der Tankstelle.

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  • ddd

    ich habe einen bmw x5 30d und brauche im durchschnit 9,5 liter
    vorher hate ich einen 530d turing und brauchte im durchschnit 8,4 liter
    das bisl is dorch wurscht

  • Autojoe

    Dieser Vergleich hinkt etwas, natürlich braucht man keinen SUV, da sich die meisten davon eh in der Stadt bewegen. Ältere Menschen können leichter das Fahrzeug erklimmen was wiederum für die kompakten SUV spricht, die erhöhte Sitzposition mit guter Übersichtlichkeit spricht ebenfalls noch für die Hochsitzer was aber die Notwendigkeit von Allradantrieb in Frage stellt. Dagegen spricht ein erhöhter Treibstoffverbrauch der nicht wegzuleugnen ist, auch wenn sich viele davon selbst belügen dass sie gleich viel davon benötigen wie mit einem normalen PKW. Der SUV ist eine Modeerscheinung und wird so schnell wieder verschwinden wie er gekommen ist, ganz wird er sich jedoch sicher nicht verabschieden, der oftmals lackierte Kampfhund.

    • Romane

      Die höhere Übersichtlichkeit von SUVs (und Vans) ist aber nur subjektiv. Objektiv betrachtet werden die toten Winkel durch die hohe Sitzposition deutlich vergrößert, wie jeder Lkw- und Busfahrer bestätigen kann. Ich fahre selbst einen großen Van. Da können sich ganze Männer hinter der A-Säule verstecken. Kinder unter 1,30 m nimmt man rund um das Auto überhaupt nicht wahr.

  • Flo

    Die interessanten Punkte fehlen leider im Vergleich.
    Wie fahren sie sich?
    Wieviel leichtfüßiger fährt sich der Kombi?
    Unterschiede im Federungskomfort?
    Kurvenlage?
    Reisekomfort auf der Autobahn… etc

  • Werner

    „Braucht man…“ einen Sportwagen, ein Cabrio, überhaupt einen Fünfer-Kombi? Tut es nicht auch ein Smart, ein Logan, ein Twizy? Bitte, wer das Geld für ein solches Auto hat, sitzt der nächtelang wach im Bett und spielt mit dem Tabellenkalkulationsprogramm, ob er den Kombi oder nicht doch besser den SUV nimmt? Geh, albern. Diese Sorte „Vergleich“ ist irgendwie so – deutsch.

    • mareal

      Stimmt eh!
      SUV braucht man nicht – nicht nur „eigentlich wirklich nicht“, sondern gar nicht.
      Braucht man grundsätzlich ein Auto?
      Es gibt so vieles was wir nicht „brauchen“ – aber es gibt diese Dinge – und sie werden gekauft und benutzt.
      Wenn man sich diese SUVs leisten kann oder will, möchte man als Rechtfertigung einen Mehrwert dargestellt haben (und das möglichst vorurteilsfrei und seriös).
      Deshalb diese „deutschen“ Vergleiche.

  • mareal

    Was ist z.B. mit
    – Bequemlichkeit,
    – Sitzkomfort,
    – Reisetauglichkeit,
    – Sicherheit,
    – Ausstattung,
    – Wertverlust?
    Diese Themen wurden im „Test“ nicht angesprochen, könnten aber bei der Beantwortung der Ausgangsfrage (braucht man SUVs eigentlich wirklich?) hilfreichen sein.

  • mareal

    … und, was ist das Fazit?

    • Die Quintessenz: „Man bezahlt folglich über das gesamte Autoleben den Aufpreis für den Hochsitz an der Tankstelle.“ Den Rest muss jeder für sich selbst beantworten. ;)

    • mareal

      dürftig und „no na!“

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