BMW X3 Exterieur Dynamisch Front
Um die wesentlichen Renovierungen zu sehen, bräuchten Sie den Röntgenblick.
 

Vorstellung: BMW X3 2010

Eine Revolution, die man nicht sieht, kann trotzdem wirksam sein.

23.11.2010 Autorevue Magazin

Wir fuhren an einem warmen, oberbayrischen Frühsommertag einen noch psychedelisch beklebten und innen mit schwarzen Tüchern verhangenen Vorserien-X3, an dem ­allerdings auch mit wenig Phantasie erkennbar war, wie er enthüllt aussehen würde. Nämlich nicht viel anders als sein Vorgänger, der an diesem Tag ebenfalls verfügbar war. Das war, um die in Wahrheit wirklich tiefgreifenden Änderungen, wenn schon nicht zu sehen, so doch immerhin zu fühlen.

Jetzt steht der Verkaufsstart vor der Tür, und erste Testfahrten mit dem nunmehr fertiggereiften Auto haben den Vorserieneindruck bestätigt. Die optischen Veränderungen halten sich in der Tat in engen Grenzen, sind sparsam, aber nicht unintelligent gesetzt, vor allem in Form dieser Sicke auf Höhe der Türschnallen. Die macht Dynamik und unterstreicht die schnelle Keilform des Autos. Ansonsten Eingriffe auf dem Niveau eines Face­liftings, so hat auch bei der interna­tionalen Präsentation der Haupt-Designer einen sehr ­erholten Eindruck gemacht und keine Rede gehalten.

Trotzdem aber, innere ­Werte und damit den insgesamten Auftritt betreffend: Der Erfinder des Kompakt-SUV-Segments greift mit großem ­Instrumentarium wieder nach der Macht. Die hat er nämlich in den vergangenen Jahren schon etwas aus der Sicht verloren. Der Zeitgeist des allumfassenden Gesundschrumpfens bescherte dem X3 nach seinem Marktstart vor sieben Jahren gute Erfolge. So, dachte man damals, könnte die Zukunft der in Verruf geratenen SUVs aussehen (bis auf Weiteres ist das auch so, nur in den USA nicht, dort muss es nach wie vor das fette Schwein sein).

Die Konkurrenz kam bald, war stark, zum Teil günstiger und bald auch besser, denn der X3 hatte seine Schwächen. ­Innen machte er ein bissl zu offensiv auf Geländewagen, und beim Federungskomfort genaugenommen auch. Die Dreilenkerhinterachse sah sich gewisser Kritik ausgesetzt. Man kann sagen, sie wurde weggemobbt.

Da sind wir schon bei einer der großen Neuerungen: jetzt Fünflenkerhinterachse, jetzt auch Hintensitzen eine Freude, vorbei mit Poltern und Hüpfen. Erwartungsgemäß bedient der X3 neben dem erhöhten Komfort auch das ganze Dynamikthema mit breiter Souveränität. Präzises Handling, kaum Wanken oder Einknicken, kompaktlimousinenhafte ­Lebendigkeit. Wer hier persönlich sein Optimum herausvariieren möchte, legt 1.200 Euro drauf und bekommt – erstmals in einem X-Modell – die ­Dynamische Dämpfer-Control (schöne Vermanschung von Englisch und Deutsch, aber so heißt sie), die zwischen Normal, Sport und Sport+ die Wahl lässt. Es ändern sich Dämpfungsverhalten, Ansprechverhalten des Motors, Lenkkraft, Schaltdynamik und nicht zuletzt die Ansprechschwellen des DSC (BMW-­Name für ESP). Wer autofahren kann, wird in Verfolgungsjagden mit Sport+ gut bedient sein, für alle anderen Gelegenheiten ist Normal die beste Wahl und ausreichend knackig.

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  • peter sablatnigg

    der neue x3 ist einfach super da kann sich Audi oder Mercedes eine scheibe abschneiden !

  • P356

    Geräuschkultiviert??

    Ab 3.000 ist der 2,0d sehr laut und brummig, traurig für ein neues Auto und als Premiumhersteller. Das macht Audi deutlich besser.

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