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Vorstellung: BMW X1 2009

Downsizing ohne Verlust an Unterhaltungswert. Wahlweise zwei- oder vierradgetrieben.

01.11.2009 Autorevue Magazin

Für die X-Welt gelten bei BMW eigene Maßstäbe. Baureihennummern als grenzübergreifende Größenreferenz funktionieren nicht. Der X1 legt wohl die kleinste BMW-Dimension für ein Fahrzeug der Aktiv-Freizeit-Klasse fest, mit einem Einser hat er jedoch vermesstechnisch nichts gemeinsam. Der X1 ist mit 4,45 Meter von der Länge her näher am Dreier Touring (selbe Plattform, gleicher Radstand) als am fünftürigen Einser, den er um 21 Zentimeter übertrifft. Was den X1 für X-Verhältnisse aber beinahe zierlich dastehen lässt, ist seine geringe Höhe: Der kompakte Allrad-Allrounder ist fast einen viertel Meter niedriger als der X5 und 13 cm niedriger als der X3. Seine Dachkante liegt in sympathischen 1,54 Meter Höhe, damit verbaut man weder anderen groß die Sicht, noch ist man sich selbst im Weg: Winters kann man den Schnee hier auch ohne Leiter vom Dach bürsten.

Das eingedampfte Format passt gut in die Zeit. Keine patzig zur Schau getragene Überflusshuldigung. Relativ geringes Gewicht (plus/minus 1500 Kilogramm). Intelligente Silhouette, für ein Auto mit erhöhter Sitzposition ziemlich windschlüpfig (cw-Wert 0,32). Und gleichzeitig verspricht
der X1 alles mitzumachen, was sich zeit- und kohlemäßig an Spieltrieb ausgeht und in den maximal 1350 Liter großen Kofferraum passt (bzw. 550 Kilo Zuladung nicht überschreitet). Nach Rechnung von BMW soll sich die Boarder-Generation von solchen Tugenden gleichermaßen angezogen fühlen wie die gereifte Golfer-Community, beide vereint angeblich die Sehnsucht nach schlauer Raumordnung und smarter Sportlichkeit.

Entsprechend anders fährt sich der X1. Gar nicht wie ein SUV (oder SAV, wie das bei BMW heißt). Erinnert eher an Dreier mit mehr Aussicht. Geht konzentriert durch die Kurven, eben ohne zu viel Höhe mitzuschleppen. Das Fahrwerk (Vorder- wie Hinterachse sind übrigens die gleichen wie beim Dreier) ist straff gefedert, aber nicht hart.

Um die Sache nach Bedarf sportlich noch wertvoller zu machen, hat BMW den Allrad-Versionen des X1 die Option auf das Performance-Control-System aus dem X6 gewährt (in vereinfachter Version). Melden die Sensoren von DSC und DTC ein Untersteuern, wird das jeweils kurveninnere Rad abgebremst, während dem kurvenäußeren ein Quäntchen mehr Moment verabreicht wird. Das belebt den Bewegungsablauf und wirkt sich animierend auf die Gefühlslage des Fahrers aus.

Für knapp 30.000 Euro bekommt man mit dem X1 einen heckgetriebenen Fünfsitzer mit knapp 20 Zentimeter Bodenfreiheit und 420 Liter Kofferraum (oder 450 Liter, wenn man die Rücksitzlehnen steiler stellt). Zur Serienausstattung gehören acht Airbags, Klima und CD-Radio. Wer ans Ausnützen des in Aussicht gestellten Freizeit-Amusements denkt, muss sich intensiv mit der Mehrausstattungsliste beschäftigen: Dachreling, Einparkhilfe, Tempomat, Servotronic, Performance Control, Xenon sind im Ö-Paket (ab 1.500 Euro) bzw. Ö-Paket plus (ab 2.900 Euro) enthalten. Mit Leder, Navi plus iDrive und Glas-Panorama-Dach wird aus einem stärker motorisierten X1 ein Luxus-Tool jenseits der Fünfzig-, Sechzigtausend.

Was auch einer Art Downsizing entspricht. Wenn man äußerlich weniger dick aufträgt und alle Reserven fürs innere Auffüllen nützt. Edelholz Fineline Wave für knapp 500 Euro ist so eine Sache, die man sich dann überlegt. Oder Metallic-Lack für über 700 Euro. Plus 18-Zoll-Räder, Fahrrad-Gepäckträger und alusatinierter Seitenschweller und Unterkantenschutz (X-Line).

Angeboten wird der X1 in sieben Varianten zwischen 30.000 und knapp 50.000 Euro Grundpreis. Am unteren Ende steht der 18d (143 PS), den es – wie sonst nur noch den 20d (177 PS) – einstiegsmäßig als 2WD, also als sDrive gibt. Beide übrigens mit in dieser Klasse bemerkenswert niedrigen Laborverbrauchswerten (beim 18d MVEG gesamt 5,2 Liter), Efficient Dynamics sei Dank. Die beiden kleineren Diesel werden alternativ auch mit Allrad angeboten, der 20d als solcher in einer weiteren Variante auch mit Automatik. Die nächste Stufe ist dann der 23d mit 204 PS, den es nur mit Automatik und Allrad gibt, was im Übrigen auch auf die Top-Version 28i (R6, 258 PS) zutrifft.

Marktstart für den X1 ist der 24. Oktober. Der 18d (Heck- und Allradantrieb) folgt im Dezember, der Einstiegsbenziner 18i kommt nächstes Frühjahr.

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