Der Innenraum des neuen Elektroautos von BMW, dem i3
Das Innenleben des neuen BMW i3, die Münchner wollen mit ihrem ersten Elektroauto voll durchstarten.
 

BMW umfährt die europäische Krise

Trotz einem enormen Rückgang im Kerngeschäft verbucht BMW einen Gewinnzuwachs und behält seine Oberklasse-Konkurrenten Audi und Mercedes auf Abstand.

02.08.2013 APA

 

Die Münchner Autobauer BMW haben trotz der anhaltenden Krise des europäischen Automarktes ihre Zahlen im zweiten Quartal verbessern können. Das Ergebnis vor Steuern kletterte auf gut zwei Mrd. Euro, wie der Konzern am Donnerstag in München berichtete. Das sind knapp drei Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der Nettogewinn legte um neun Prozent auf 1,4 Mrd. Euro zu. Dennoch stellen sich die Münchner auf ihrem Heimatkontinent auf eine lange Durststrecke ein. Mit einem ersten Lichtblick sei frühestens im zweiten Halbjahr 2014 zu rechnen, sagte Konzernchef Norbert Reithofer am Donnerstag in München.

13 Prozent Rückgang in Kernsparte

In der Kernsparte Automobile brach das operative Ergebnis allerdings um 13 Prozent ein, weil hohe Kosten für neue Technologien wie das Elektroauto i3 und die Rabattschlacht in Europa zu Buche schlugen. Zudem verkauften sich viele kleinere Modelle besser, die weniger abwerfen als große. Der Preisdruck und die Marktschwäche in Europa, wo BMW fast die Hälfte seiner Fahrzeuge absetzt, dürften laut Vorstandschef Norbert Reithofer auch in der zweiten Jahreshälfte für Probleme sorgen.

Preiskampf belastet Gewinn

Vor allem hohe Investitionskosten und der Preiskampf mit Rabatten für die Kunden kosten Geld. Und die Belastungen dürften noch steigen: „Der Großteil der erwarteten Aufwendungen wird in das zweite Halbjahr fallen“, ergänzte Finanzchef Friedrich Eichiner. Trotzdem sehen sich die Münchner weiter auf Kurs zu ihren Jahreszielen: Sie wollen bei Absatz und Umsatz neue Bestwerte aufstellen und die 7,8 Mrd. Euro Gewinn vor Steuern aus dem Jahr 2012 halten.

Nur leichter Gewinnzuwachs trotz Rekordauslieferungen

Eine Rekordzahl erreichten die Auslieferungen im zweiten Quartal mit einem Plus von 6,6 Prozent auf 506.321 Autos bei den Marken BMW, Mini und Rolls-Royce. Trotzdem legte der Umsatz nur leicht auf 19,55 Mrd. Euro zu. Ein Grund: Vor allem kleinere Modelle wie die 3er-Serie oder der Kompakt-SUV X1 trieben die Verkaufszahlen hoch. Diese Autos spülen aber nicht so viel Geld in die Kassen wie die größeren Modelle.

BMW vor Audi und Mercedes

Für 2013 bekräftigte er dennoch die Prognose: „Wir streben im Gesamtjahr weiterhin ein Absatzplus im einstelligen Prozentbereich und damit einen Höchstwert bei den Auslieferungen an.“ Im ersten Halbjahr hatte der BMW-Konzern die Zahl der weltweit verkauften Fahrzeuge um sechs Prozent auf gut 954.500 gesteigert. Die Münchner hielten so die Oberklasse-Konkurrenten Audi und Mercedes klar auf Abstand.

Neue Modelle, Technik und Werke

Beim Gewinn vor Steuern geht BMW-Chef Reithofer weiter von einer Stagnation aus. Außer in neue Modelle und Technik investiere der Konzern viel Geld in seine Werke. In der Sparte Automobile soll die Rendite (Ebit-Marge) zwischen acht und zehn Prozent liegen, bekräftigte er. Im zweiten Quartal erzielte BMW in seinem Kerngeschäft eine Marge vor Zinsen und Steuern von 9,6 Prozent. Das ist weniger als vor Jahresfrist, aber deutlich mehr als die 6,4 Prozent, die Daimler in seiner Pkw-Sparte verbucht hat.

 

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