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Was will man mit dem BMW i8 Spyder?

Auf der CES2016 gibt’s wieder einen Blick auf den BMW i8 Spyder zu sehen, dabei stehen jedoch nicht Design oder etwa Fahrleistungen im Vordergrund.

07.01.2016 Press Inform

So sehr sich viele von BMW einen waschechten Supersportwagen wünschen, der endlich Audi R8, Lamborghini Huracan, McLaren 570S oder Mercedes-AMG GT ebenbürtig ist, so wenig haben die Bayern bislang getan, um aus ihrem Dornröschenschlaf auszubrechen. Auch zum 100. Geburtstag der Marke in diesem Frühling wird es keinen neuen BMW M1 geben. Und selbst der offene i8 wird noch eine ganze Zeit auf sich warten lassen. Immerhin gibt es auf der CES in Las Vegas zum wiederholten Male einen Appetithappen zum BMW i8 Spyder zu sehen und eine klare Ansage von Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich.

BMW i8 Spyder: Leistung vs. Vernetzung

„Es soll bei diesem Wagen nicht um Leistung, Höchstgeschwindigkeit oder Beschleunigung gehen“, so Fröhlich bei der CES2016, „dieses BMW Konzept hat einen stark emotionalen Anspruch, doch es geht in erster Linie um die Möglichkeiten der digitalen Vernetzung. Diese wird zwischen den Autoherstellern einen neuen Wettbewerb hervorbringen.“ Wie vernetzt ein Auto in Zukunft sein soll, zeigt die Studie des BMW i8 Future Interaction auf der Zukunftsmesse CES allemal. Komplett vernetzt mit allen nur erdenklichen Geräten wie dem heimischem Computer, Mobiltelefon oder Smart Watch stimmt das Zukunftsmodell das Tagwerk perfekt auf seinen Nutzer ab. Der Wagen wird pünktlich geladen, steht mit in Echtzeit berechneter Routenführung einsteigebereit in der Einfahrt und macht auf dem Weg zum morgendlichen Gesprächstermin auf der Bergstraße jede Menge Laune bevor es im nervigen Innenstadtverkehr selbst das Steuer übernimmt, damit sein Fahrer Videoanrufe tätigen und Präsentation abstimmen kann.

BMW i8 Spyder auf der CES 2016
© Bild: Fabian Kirchbauer

Man kann auch mit ihm fahren, wenn man will

Hierfür verfügt der BMW i8 Future Interaction über vergrößerte Bildschirme, eine Gestensteuerung der nächsten Generation und holt seinen Besitzer pünktlich um 11.30 Uhr nach der Besprechung wieder vor dem Gebäude ab. Geparkt wird zwischenzeitlich natürlich vollautonom. Derlei Vernetzungen sind längst keine Spielereien mehr und je nach verfügbarer Datencloud nur eine Frage der Zeit. Was fehlt, ist jedoch der reale Bezug zum Serienmodell, denn in den Gedankenspielen der Entwicklungsabteilungen sind autonomes Fahren, eigenständiges Parken und ein Auto, das perfekt mit Mobilgeräten und seinem Besitzer vernetzt ist, bereits seit Jahren kurz vor dem Durchbruch. Viele Komfortfunktionen in Sachen Staus und Routenführung sind bei einem Blick auf iPhone oder Android-Gerät längst Realität und auch die Vorkonditionierung von Batterieladung oder Standheizung ist längst kein Hexenwerk mehr. Und die Bedienung von einfachen Fahrzeugfunktionen per Geste ist spätestens mit Einführung des neuen 7ers im vergangenen Herbst gerade bei BMW gelebte Innovation, die in den nächsten Schritt für Schritt ausgeweitet werden wird. Um auf der CES nachhaltig Aufmerksamkeit zu bekommen, verlangt es daher längst mehr.

BMW i8 Spyder auf der CES 2016
© Bild: Fabian Kirchbauer

Sondermodell zum 100. Geburtstag?

So bleibt nur das Warten auf das Serienmodell des BMW i8 Spyder, denn nach i3 und i8 ist die i-Sparte im Hause BMW ins Stocken gekommen. Immerhin soll es für den i3 im kommenden Herbst Dank eines neuen Akkupakets eine deutliche Reichweitenverlängerung auf 250 Kilometer geben. Und vielleicht bekommt dann der an sich 362 PS starke Hybridsportler BMW i8 als offene Version dann einen Leistungsnachschlag und eine rein elektrische Reichweite deutlich über den aktuellen 30 Kilometern. Das aktuelle Coupé schafft 0 auf Tempo 100 in 4,4 Sekunden, 250 km/h Höchstgeschwindigkeit und einen Normverbrauch von 2,1 Litern. Und nach wie vor hält sich das Gerücht, dass BMW zu seinem 100. Firmenjubiläum immerhin eine deutlich nachgeschärfte Variante des Öko-Sportlers herausbringt. Stünde der Marke mit dem blau-weißen Rotor auf der Haube gut zu Gesicht; würde die Lust der BMW-Fans nach einem echten Supersportler jedoch wohl kaum besänftigen. Im Gegenteil.

  • Marcus

    Toll, dass BMW auch abseits der reinen Fahrleistungen Innovationen bringt!
    Der i8 ist natürlich nicht für Leute, denen es auf die Benzinkosten ankommt. Aber es ist doch toll, dass man mit diesem 231+133=364 PS-Auto mit 5,5 bis 6 L (solange man in Österreich mit legalen Geschwindigkeiten unterwegs ist) von A nach B cruisen kann. Und für eine 30 km Pendelstrecke oder Stadt-Tour geht es auch elektrisch. Und nebenbei hat er Allrad und wiegt nicht mehr als ein Passat, nämlich 1490. Er hat aber auch einen gravierenden Nachteil (für mich): Ich habe keine 120 auf der hohen Kante!

  • Teki

    Der Normverbrauch von 2,1 Liter :)))) 10 Liter sind es bei normaler Fahrt, außer man hängt ihn alle 20km an die Steckdose. Das nutzloseste Straßenauto der Welt.

  • ChV

    Wollen wir denn dieses total vernetzte, in Konsquenz letzlich fremdbestimmte Fahren? Ist wohl der Traum des Normalbürgers vom Umgebensein mit Dienstboten. Schade, daß heute kaum noch wer Orwells „1984“ liest, um zu sehen wohin das führt, nein eher schon geführt hat. Wurden früher die Parolen diverser „Big Brothers“ auf Aufmärschen begeistert nachgebrüllt, macht heute jeder, was ihm Dr. Google etc. rät und gibt nun begeistert im wahrsten Sinn des Wortes das Steuer aus der Hand.
    Ich finde die Optik des Autos erfreulicher, sieht aus wie ein Revival der relativ sinnlosen, aber urcoolen Strandautos Europäischer Prägung, mit denen man zum Strand gefahren ist, a la FIAT 500 Jolly, -man kann ja auch mit einem universell einsetzbareren Auto das tun- und nicht darauf herumgetobt hat, wie mit den Beach Buggies Amerikanischer Prägung, was man ja hier leider eh nie hier durfte.
    Der BMW spielt da in der höchsten Kategorie, ein würdiger Nacfolger der Felber-Ferrari. Bei den Distanzen, die man z.B. in Biarritz zum Strand braucht, ginge da sogar Elektroantrieb. Auch ideal zum Lokalverkehr um diverse Edelseen, vielleicht den Wörthersee. Ein guter Auftritt, bis jemand mit einem alten Jolly, Mini Moke oder Mehari kommt. Der stiehlt dann die Show immer noch. Aber es soll ja Spaß machen.

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