Supersportwagen oder doch Superspottwagen?
 

BMW i8: Freude am Posen

Supersportwagen oder doch Superspottwagen? Drei Zylinder plus ­altbekannte Hybridtechnik für 130.000 Euro setzen großes Bedürfnis nach hemmungslosem ökologischem Sendungs­bewusstsein voraus.

28.07.2014 Autorevue Magazin

Die einfachste Möglichkeit, diesen seltsamen, angeblich zukunftsvisionären BMW i8 einzuordnen, könnte ein Blick zurück sein. Aus der Geschichte der Marke lässt sich nämlich eines rauslesen: BMW kann keine Supersportwagen. Obwohl durch jahrzehntelange Traditionspflege zur heute sportlichsten Premiummarke gediehen, fehlte immer irgendetwas, um in die obersten ­Etagen des Sportwagen-Olymp aufzusteigen. Diese Tragödie begann bereits mit dem Erstling, dem 507 von 1955. Ein tadelloser, vor allem wunderschöner Sportwagen, der es aber nie aus dem Schatten der Jahrhundert-Ikone 300 SL schaffte. 3200 CS (1962),

3000 V8 (1967, vormals Glas), M1 (1978), 8er-Reihe (1989) ­erging es ähnlich, der teils ­lächerlich geringe Verkaufs­erfolg dieser Modelle ließ bei BMW nie eine Konstanz im gehobenen Sportwagen-Segment zu. Meist fehlte nach dem Desaster der Mut zu ­einem Nachfolger.

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Nun, mangelnden Mut kann man dem i8 nicht vorwerfen.

Das beginnt beim Preis: Mit den aufgerufenen 129.900 Euro dringt man tief ins Hoheitsgebiet eines 911 Carrera S ein. Allerdings kriegt man beim i8 ums gleiche Geld die halbe Zylinderzahl und einen kernig-schnatternden Teillast-Sound, der eine gewisse Nähe zum Daihatsu Charade GTti von 1987 nicht leugnen kann. Noch schlimmer sieht das Messen mit einem geradezu banalen, weil halb so teuren Boxster aus.

Vor der i-Truppe von BMW sollte man solche Vergleiche besser bleiben lassen. Sie kontern mit 4,4 Sekunden auf Hundert, 49 Gramm CO2 und auch einem Hauch von mit­leidiger Arroganz. Dieses, ihr Konzept stehe für den Sportwagen der Zukunft, und damit basta. Wer den i8 nicht versteht, versteht die Welt von morgen, nein, eigentlich schon die von heute nicht.

DEEP SPACE EIGHT. Auch das Cockpit gehört zu den Schokoseiten des i8. Der Einstieg ist ein wenig knifflig, aber Internet-Millionäre sind ja jung und gelenkig.

DEEP SPACE EIGHT. Auch das Cockpit gehört zu den Schokoseiten des i8. Der
Einstieg ist ein wenig knifflig, aber Internet-Millionäre sind ja jung und gelenkig.

Womit wir beim Kern der Dinge wären:

Der i8 ist weit mehr als ein mutig angedachtes Sportwagenprojekt, er ist eine weitere Absichtserklärung für einen umfassenden Wandel des Unternehmens. Denn BMW flirtet derzeit intensiv und auf vielen Ebenen mit der neuen Wertewelt der Genera­tion iPhone. Und dort soll der i8 wohl als trendiges Spielzeug für Westküsten-Nerds mit Welteroberungsfantasien ­reüssieren. Hauptsache schick und es ist irgendwas mit Nachhaltigkeit dabei und so das ­Gewissen beruhigt.

Der i8 sieht unbestritten visionär und innovativ aus, und an einem sonnigen Tag in Los Angeles kann man sich damit Applaus in beliebiger Menge abholen. Es könnte nur sein, dass ein Internet-Milliardär, sobald er einmal damit ­gefahren ist, das Dreizylinder-Schnattern doch ein wenig ­uncool findet. Ein Tesla ­Model S erspart ihm das ebenso wie das nur mit Übung halbwegs elegant hinzukriegende Reinwursteln unter den Schmetterlingstüren.

Trotz Kohlefaser-Monocoque und Dreizylinder ist der i8 noch immer schwerer als ein Porsche 911 – dabei schaffen die Batterien nur ­maximal 37 km Reichweite.

Trotz Kohlefaser-Monocoque und Dreizylinder ist der i8 noch immer schwerer als ein Porsche 911 – dabei schaffen die Batterien nur ­maximal 37 km Reichweite.

Aber zurück in die gestrige Welt der wahren Werte.

BMW spricht viel und gerne über die Elektro-Komponente des i8 und wenig über die Benzin-Wurzeln. Wir haben es aber in aller technischen Kürze mit einem Plug-In-Hybrid mit ­maximal 37 km Elektro-Reichweite zu tun. Und dieser Fakt kann in Sachen Innovationswucht bei Weitem nicht mit der visionären Optik mithalten. Das Design ist aus jeder Per­spektive atemberaubend und könnte durchaus stil­bildend für eine ganze Sport­wagengeneration werden. Man steht vor dem i8 und staunt und sabbert und sucht irgendwie den Flux-Generator, der aus Bananenschalen die Energie für einen Zeitsprung ­zieht. Tatsächlich bleibt die Technik aber eher im bürgerlichen ­Milieu eines Toyota Prius oder Opel Ampera stecken.

Wer nachfragt, warum es unbedingt ein Dreizylinder sein musste, warum nur 37 km – theoretische – Reichweite, aus denen im Alltag wohl eher 20 km werden, was weder Elektrojünger noch Sport­wagenfans beeindrucken wird, bekommt als Antwort, dass die Zahl 49 beim CO2-Wert eine sehr, sehr hohe Priorität auf der To-Do-Liste hatte. Alle Kenngrößen – Batteriegewicht zu teurem Kohlefaser-Chassis, Dreizylinder, extraschmale ­Bereifung – seien dem hehren Prüfstandsziel angepasst worden. Der Kunde darf nun die Kehrseite dieser Medaille im Alltag ausleben.

Mit der Präsentation des weltersten Laserlichts ging BMW haarscharf (= wenige Tage) vor Audi über die Ziellinie. Das braucht uns aber nicht allzu sehr kümmern, denn der ganz große Alltagsnutzen der neuen Technologie dürfte – ganz im Gegensatz zum adaptiven LED-Licht – begrenzt sein.

Mit der Präsentation des weltersten Laserlichts ging BMW haarscharf (= wenige Tage) vor Audi über die Ziellinie. Das braucht uns aber nicht allzu sehr kümmern, denn der ganz große Alltagsnutzen der neuen Technologie dürfte – ganz im Gegensatz zum adaptiven LED-Licht – begrenzt sein.

Ohne Strom bleibt das Leistungsgewicht eines Golf GTI

Dort werden bei artgerechter Fortbewegung aus 49 g CO2 (= 2,5 Liter auf 100 km) schnell 8 bis 9, auch gerne über 10 Liter Verbrauch – also keine Werte, die einem Neunelfer-Fahrer ungläubige Verblüffung ins Gesicht zaubern würden. Fordert man den i8 im bergigen Hinterland von Malibu heraus, geht der Batterie und damit dem Vortrieb recht bald der Saft aus. Dann bleiben von den 266 kW Systemleistung noch die angestrengten 231 PS des 1,5-Liter-Dreizylinders ­übrig, was in etwa dem ­Leistungsgewicht ­eines Golf GTI entspricht.

Vom i8 gibt es keine offizielle Nordschleifenzeit

Deshalb gibt BMW auch nicht die bei Sportwagen-­Präsentationen obligatorische Nordschleifenzeit bekannt. Sie wird nicht erbaulich sein: Der Batterie-Boost reicht ­sicher nicht für eine komplette Runde von 21 Kilometern, der Grip leidet unter der geringen Reifenbreite (195er für die 49 Gramm, 215er für den Alltag), zudem wird das Fahrverhalten im Grenzbereich von einem in dieser Liga irritierend nachdrücklichen Untersteuern und einem recht früh eingreifenden ESP geprägt – wohl um die Hauptzielgruppe der Nerds nicht zu überfordern.

Bei BMW meint man dazu, Nordschleife und Grenzbereich seien im Alltag irrelevant, im Sport-Modus lädt der Dreizylinder offensiv die Batterie auf, es bliebe im Normalbetrieb stets genug Leistungsüberschuss, um die Batterien in Bestform zu halten.

 Da die 600 Meter Reichweite nicht verstellbar sind, bleibt die Frage: Wo und wie oft wird man das einsetzen können?

Da die 600 Meter Reichweite nicht verstellbar sind, bleibt die Frage: Wo und wie oft wird man das einsetzen können?

Schon klar, das Leben ist mehr Südost-Tangente als Nordschleife, aber warum sollte man sich dann überhaupt einen Sportwagen kaufen? Eben weil sie Abenteuer im Kopf verheißen. Aber die fallen einem schwer, wenn dazu ein Dreizylinder sein Lied schnattert. Der Motor stammt wie auch die Sechsgangautomatik aus dem Mini. Da der Elektroantrieb perfekt das Turboloch kaschiert, konnte ein maximal großer Lader eingesetzt werden, was wiederum eine hohe Literleistung von 154 PS/l ermöglicht. So ergeben sich für den Sportwagenliebhaber drei fahrerische ­Erregungszustände im i8: Der pure Elektrobetrieb ist im Eco-Modus bis 65 km/h möglich und so faszinierend und in der Stadt erstrebenswert wie in ­jedem anderen Elektromobil. Leert sich die Batterie, springt zunehmend der Dreizylinder an und das Dilemma nimmt seinen Lauf: Denn bis etwa 3500 Touren ist der Klang ­eines Sportwagens unwürdig. Darüber macht der Sound-­Generator aus drei Zylindern ungefähr neun, was tatsächlich spannend und neu klingt. Im Alltag wird es allerdings ziemlich schwierig sein, den i8 in diesem Erregungszustand zu halten, es bleibt also The Sound of Charade ’87.

*

Knapp am Ziel vorbei

Schaut man hinter die ­Kulissen des i8, bleibt ein schlau konzipierter Poser und Blender. In der neuen Welt ­lasten das kaum einzuhaltende 49-Gramm-Versprechen und der für die Produktion von Batterien und Kohlefaser-Chassis benötigte Energieaufwand schwer auf dem ökologischen Fuß­abdruck – und damit der Öko-Legitimation – des i8.

In der alten Welt halten Fahrverhalten, Sound und manchmal auch der Punch nicht das, was die Optik verspricht und was man sich auf diesem Preislevel durchaus ­erwarten darf.

Dieser i8 hätte das Zeug ­gehabt, ein großer, begehrenswerter Sportwagen zu werden. Aber BMW schoss knapp vorbei, wieder einmal bei diesem Ziel. Wahrscheinlich hätte schon ein Zylinder mehr viele Probleme des i8 gelöst und wäre im Alltagsverbrauch trotzdem kaum spürbar gewesen. Pfeif auf die schicken 49 Gramm, die in Europa ­ohnedies niemand glaubt und in Asien niemand interessieren. So aber steht der i8 wie ein Schulbeispiel für zunehmend durchsichtigen Mar­ke­ting-­Opportunismus da. Was es für diese Welt bedeutet, wenn sich BMWs Strategie doch als ­richtig erweist? Wollen wir das wirklich wissen?

Also wenden wir uns nun etwas Besserem, Ehrlicherem zu. Dem BMW M3/M4. Bitte weiterklicken.

  • Don

    Ich schätze Eure Zeitschrift wirklich sehr, weil Ihr die Sache nicht so humorbefreit ernst nehmt und einen guten Spruch habt.

    Auch dieser Artikel scheint den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben. Dachte ich. Bis ich genau mit diesem Vorurteil den i8 gefahren bin. Zuvor waren noch ein paar prominente Vertreter dieser Liga dran. Alle super und in gewisser Weise ähnlich von der Zielsetzung. Ich bin ihn eigentlich nur gefahren, weil mir der Verkäufer – als ich gerade zum Service dort war – anbot: ich sage nichts, fahren Sie mal und machen Sie sich selbst ein Bild.

    Und dann der i8. Man muß mal die stimmige Extravaganz der Karosserie auf sich wirken lassen. Die Wirkung ist nachhaltig und läßt nicht mehr los. Das ist mir noch selten passiert. Dann losfahren und zunächst etwas Irritation, weil er einfach anders ist. Spacig gleitet er los und ich Cruise gelassen durch den Stadtverkehr.

    Dann auf die Landstraße und Autobahn. Der Wagen schiebt toll an, der Sound hat was, daß er künstlich ist – geschenkt. Man kann ausgezeichnet um die Kurven zirkeln und jederzeit steht genügend Kraft bereit. Er fühlt sich toll an und er ist stimmig. Auch im Innenraum. Der ist Extravagant und trotzdem nicht überladen. Und er hat die perfekte Bedienung samt iDrive, wie es nur BMW kann. Nichts von der schon unappetitlichen Opulenz der Mercedes-Luxusklasse.

    Nach rd. 350 km durchaus „angegast“: nie war ich nur auf den 3-Zylinder alleine angewiesen, immer wurde die Batterie soweit aufgeladen, daß die volle Leistung zur Verfügung stand. Fazit: Verbrauch lt. Anzeige 5,2 l/100km. Nicht daß das bei einem Sportwagen im Vordergrund steht, aber es erfreut.

    Und dann beginnt das Konzept zu sickern. Und man beginnt zu verstehen. Und zu Begehren. Plötzlich erscheinen die üblichen Verdächtigen wie Saurier. Und man versteht plötzlich, wenn BMW vom Sportwagen der Zukunft spricht. Sicher, Freaks, die immer wieder auf Rennstrecken gehen, werden mit Porsche, Ferrari etc. glücklicher. Aber in Zeiten, wo in letzter Zeit vermehrt unsere Freunde lauern, um Wegzoll zu kassieren (ein Schelm, wer hier gleich an die Hypo denkt), und man sich doch besser eine einigermaßen gesetzesfürchtige Fahrweise zulegen sollte und die 500 PS + sowieso nicht mehr ausfahren kann, ist der i8 so was von stimmig! wie kaum ein anderer Sportwagen.

    Diese Kombination von leisem Gleiten und röhrendem Angasen bei Bedarf zu einem Miniverbrauch, die Alltagstauglichkeit, dieses berückende Design und das neidfreie Zuwinken vom Straßenrand, all dies macht den i8 für mich zum derzeit begehrenswertesten Sportwagen und hat meine vorgefaßte Meinung gründlich umgedreht.

    Der Verkäufer hat nur vielsagend geschmunzelt, als ich unterschrieben habe…

    P.S.: kleine Genugtuung: der i8 ist novafrei!

  • Raphael

    Geiles Auto

  • Thedome

    Selten so einen schlechten Artikel gelesen.
    Oft kommt es mir so vor, als wollten Autotester immer nur V8 Supersportler testen. Man muss einsehen, dass die Zeiten vom Hochdrehzahl-Saugbenziner vorbei sind.
    BMW geht mit dem i8 sogar noch einen Downsizing-Schritt weiter. Das selbe Prinzip wie in den Millionen € Hypercars P1, LaFerrari und 918 wird hier für ein Minimum des Preises angeboten.
    Klar, er hat ein paar Zylinder weniger – aber das macht den Preis nicht aus.
    BMW nimmt Millionen (Milliarden?) in die Hand und entwickelt einen Carbon-Hybrid Sportler mit angehend 911/R8 Fahreigenschaften zum gleichen Preis (in Ö) wie diese Dinosaurier.

    Leider kommt da der kleine Mann von der Straße nicht mit. Man muss verstehen, dass man nicht alles haben kann.
    Wieso soll ein „Ökosportler“ nach V10 Klingen? Das ist doch ein Widerspruch!

    BMW traut sich was und ist in der Preisklasse Spitzenreiter in Technologie mit Alleinstellung.
    Während andere die Motoren weiterbauen wie vor 10 Jahren, ist BMW in der Entwicklung 10 Jahre voraus. Audi hat sein E-Tron R8 Projekt eingestellt…

    Klar ist der i8 nicht perfekt. Aber er ist anders, und das auf innovative Weise. Die Käufer scheuen nicht aufs Geld, denn wer auf einen i8 sparen muss – der ist nicht die anvisierte Zielkundschaft ;)

    Wenn hier von Preislevel und Sound gesprochen wird, erkennt man, wie kleingeistig der Autor sein muss.

    • astso

      Schließe mich voll und ganz den Ausführungen von „Thedome“ an. In finde ebenso, dass der Autor dieses Artikels im letzten Jahrzehnt stehen geblieben ist!

  • Weber

    Das man 3 statt 4 Zylinder genommen hat, liegt daran, dass der Dreizylinder laut Prognosen der Motor der Zukunft ist. Zu sagen ein 4. Häferl hätte den Benzinverbrauch kaum spürbar verändert und dem i8 gutgetan ist nicht haltbar, denn der Dreizylinder hat noch Potential, dass der 4 Zyliner nicht mehr hat. Es geht einfach nur um Hubraumverkleinerung und ein gewisses Maß am ccm muss in einem Häferl einfach sein.

  • Marcus

    Moment: Die „2,1 L/100 km“, die sich aus der Umrechnung der elektrischen Reichweite ergeben, sind natürlich Blödsinn (und in dem Punkt verstehe ich auch die Kritik an diesen „Plug-In Verbräuchen“). Diese Art der Verbrauchsberechnung bei Plug-In-Fahrzeugen suchen sich aber die Hersteller nicht aus! Sie Müssen den Normverbrauch so angeben.
    Wenn man allerdings die elektrische Reichweite herausrechnet (sozusagen der Normverbrauch wenn man nie elektrisch nachlädt), dann kommt man auf den Hybrid-Verbrauch des Gesamtsystems: der liegt bei beeindruckenden 6,2 L!! Dass das im Realbetrieb von A nach B 7,5 bis 8 L sind und bei sportlicher, schneller Fahrweise 10 L, ist klar. Aber mit welchem anderen Fahrzeug, dass in 4,4 sec auf 100 beschleunigt und 250 km/ geht, kommt man mit 7,5 bis (sportlich:) 10 L aus. Der zugegeben ebenfalls tolle Boxster benötigt 5,2 sec auf 100, hat eine bessere Kurvenlage, braucht aber 10 bis (sportlich:) 12 L. Der Carrera 4S kostet gleich viel wie der i8, ist auf der Rundstrecke unbestritten besser, aber braucht 10 bis (sportlich:) 14 L.
    Mit einem 4Zylinder statt dem 3Zylinder wäre der i8-Verbrauch schlicht und einfach höher. Das ist eben ein kompromissloses Auto mit Ecken und Kanten – aber sicher kein Öko-Schmäh! Für mich allerdings genauso wenig erreichbar wie der 918 Spyder (7,2 L Hybridverbrauch)!

    • karakal

      Sorry… Aber wenn ich in meinem Diesel-3er um ein Viertel weniger Geld einen besseren Motorensound habe…
      Der 335i beschleunigt z.B. in 5 sec von 0 auf 100, und braucht im Normmix auch nur 7,6l. Das ganze mit fünf Sitzen, ordentlich Platz und jedes Mal dank Automatik und Sportstart in den genau 5sec, auch noch lange wenn dem i8 die Puste ausgegangen ist.
      Und das Beste: Das ganze Paket kostet ab 56.000 EUR.
      Noch besser der 335d, der beschleunigt nämlich in 4,8sec von 0 auf 100 und braucht im Normverbrauch 5,4l. Und das ganze ab 55.000 EUR…
      Also ganz ehrlich, was hat sich BMW hier dabei gedacht?? Das ist ja völlig unbrauchbar… Eben: BMW kann keine Supersportwagen…

    • Marcus

      Ich verstehe Sie auch, der 335i ist sicher ein flottes Gerät (sehr gut vergleichbar mit Boxster). Aber der Unterschied von 5 sec mit 7,6 L Normverbrauch zu 4,4 sec mit 6,2 L Normverbrauch ist doch gewaltig. Das mit dem ‚Ausgehen der Puste‘ kommt in vielen Szenarien nicht vor: Wenn Sie auf der Landstraße sportlich fahren und zu jeder Kurve hinbremsen, um aus dem Scheitelpunkt wieder herauszubeschleunigen, dann kann der i8 in den Roll- und Bremsphasen den Akku schon wieder nachladen. Leider bin ich noch keinen gefahren, aber dieser elektrische Boost soll (wie manche Tester sagen) richtig süchtig machen.
      Beim Hybrid geht es, wenn er richtig konstruiert ist, ja nicht darum, einen Teil der Strecke elektrisch zu fahren! Es geht darum, auch ohne Nachladen weniger Sprit zu verbrauchen, weil die Bremsenergie und Teile der Motorbremswirkung zurückgeladen werden. (Bei vielen Hybrid kommt dann sogar noch der Atkinson Kreisprozeß dazu, der zusätzlich die Effizienz steigert).
      Den 335d würde ich hier ausklammern, weil ein Diesel mit dem hohen Stickoxid-Ausstoß ja wohl eher das Gegenteil eines umweltfreundlichen Fahrzeugs ist. Zusätzlich haben sie dem i8 ein echt gutes Blechkleid verpaßt. Aber ich verstehe, dass Sie auf 0,6 sec Beschleunigung verzichten und die 1,5L Mehrverbrauch akzeptieren. Da geht es ja auch mehr um ein technisches Statement als um Kosten, klarerweise! Noch dazu kann BMW mit dem i8 die sportlichen 3Zylinder in einem echt schnellen Fahrzeug einführen, die bald auch in anderen Modellen vorkommen werden, marketingtechnisch.

  • Eugen

    Sehr gut be- und geschrieben! Ich hoffe nicht, dass solche Konzepte wirklich die Zukunft sind! „Greenwashing“ in Reinkultur einfach!

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