BMW i3 seitlich
Je länger wir ihn angeschaut haben, desto besser hat er uns gefallen
 

Testbericht: BMW i3

Nicht Fahrleistungen, neue Materialien oder der interessante Preis machen den i3 außergewöhnlich, sondern der Mut von BMW neue Wege zu gehen.

13.10.2013 radical mag

Es war genau das Szenario, das man in einem Elektroauto eigentlich nicht erleben mag. Da steht in der Reichweitenanzeige des BMW i3: 8 km. Auf dem Verkehrsschild, das uns dem Weg zurück zur Steckdose zeigt, steht aber: 14 km. Das macht dann sanft nervös, aber der freundliche Herr von BMW, der auch sonst extrem souverän und freundlich alle Fragen beantworten konnte, hatte uns ja einen Tip auf den Weg gegeben: ecoPlus+. Das ist dann Sparen in seiner reinsten Form, jedes Fitzelchen Strom wird rekuperiert, die Höchstgeschwindigkeit auf etwa 70 km/h beschränkt.

BMW i3: Reichweitenproblematik wie bei jedem Elektrofahrzeug

Trotzdem, die Reichweite wanderte beängstigend nach unten, und als es noch 2 Kilometer waren bis zum Nachladen, hatten wir noch: 1 km. Ja, es hat dann natürlich trotzdem gereicht. Nein, die Problematik mit der fehlenden Reichweite, der Angst davor, ultimativ liegenzubleiben, die hat BMW nicht gelöst. Aber eine helfende Hand bieten die Bayern, etwas mehr Sicherheit, ein gutes Gefühl von Eigenverantwortung.

BMW i3 innen lenkrad

Verschiedene Fahrstufen

ecoPlus+ gibt es also, ecoPlus auch, und dann noch Comfort, drei verschiedene Fahrstufen, drei verschiedene Charaktere. Zumeist wird man wohl Comfort wählen, da rekuperiert die Batterie nicht zu stark, sprich: der Wagen fällt nicht ganz in sich zusammen, wenn man vom «Gaspedal» geht. Aber es ist gut, dass man die Wahl hat, dass man den i3 so bewegen kann, wie es dem Piloten am sinnvollsten erscheint. Mit ecoPlus lässt sich die vom Werk angegebene Reichweite von 160 Kilometern wahrscheinlich erreichen – falls es nicht bitterkalt ist, falls die Klimaanlage, Licht und Radio und sonstige Stromfresser nicht auf Hochtouren laufen. Aber allein diese Angaben zeigen schon auf, dass BMW das Rad neu erfunden hat, nicht einmal das Elektroauto definieren die Bayern neu. Mit 160 Kilometern Reichweite setzt der i3 keinen neuen Bestwert, das können andere E-Autos auch oder sogar besser (Tesla!).

BMW i3 innen detailansicht

Dreizylinder-Motörchen

Für alle, denen das zu wenig ist, wird es noch eine i3-Variante mit Range-Extender geben, ein Dreizylinder-Motörchen plus einen 9-Liter-Benzintank plus 120 Kilo Übergewicht, damit ist man dann zwar auf der sicheren Seite in Sachen Reichweite, doch dafür ist die CO2-Bilanz nicht mehr ganz so großartig.

Gewicht des BMW i3

Doch wir wollen hier von der reinen Lehre schreiben, dem puren Elektriker, der 1195 Kilo wiegt. Das ist ein hervorragender Wert, denn immerhin schleppt der i3 stolze 280 Kilo an Batterien und Elektromotoren herum. Dank der großzügigen Verwendung von Carbon allerorten kommt der knapp 4 Meter lange, 1,78 Meter breite und 1,58 Meter hohe Bayer aber auf einen Wert, der in etwa einem (etwas größeren) Golf entspricht. In etwa gleich ist auch das (gefühlte) Raumangebot; großzügige Platzverhältnisse gehörten ja nicht immer zu den Stärken von BMW, doch beim i3 ist die Nutzung clever, es ist vor allem angenehm viel Luft nach oben und unten an den Beinen, weil ja keine Kraftstränge nach hinten verlaufen müssen.

BMW i3 seitlich türen offen

Türen und Dachpappe

Hilfreich sind die gegenläufig öffnenden Türen, wie wir sie auch vom Opel Meriva kennen, der Zugang nach hinten ist locker. Der Kofferraum ist nicht riesig, aber einigermaßen gut zugänglich. Innen, tja, da werden sich bisherige BMW-Kunden vielleicht ein wenig verwundert umschauen. Denn da ist nicht edles Holz und teures Leder Trumpf, sondern Nachhaltigkeit. Die Verkleidung von Türen und oben am Armaturenbrett sieht ein bisserl aus wie Dachpappe, aber sie ist halt leicht und besteht aus nachwachsenden Materialien; solches schuldet man wohl der potenziellen Kundschaft. Die Bedienung ist logisch, klar, ergonomisch gut, es gibt auch nicht zu viele digitale Angaben, wie das denn jetzt läuft mit dem Strom und wohin der fließt, das interessiert sowieso niemanden. Die Sitzposition ist für einen BMW ziemlich hoch, doch man thront nicht unangenehm, guter Seitenhalt, bequem auch auf längeren Strecken (die man im i3 eh nicht zurücklegen kann).

BMW i3 innen

Die angesprochene Dachpappe…

Sehr gute Durchzugskraft

Der kleine Stromer, 170 PS stark, beschleunigt BMW-typisch sehr flott, in 7,2 Sekunden ist er von 0 auf 100 (die Höchstgeschwindigkeit ist allerdings auf 150 km/h beschränkt). Doch da ist trotzdem und trotz der schmalen Reifen jede Menge Fahrfreude. Wie alle E-Autos verfügt der i3 über eine sehr gute Durchzugskraft, aber das Fahrwerk verträgt auch so einiges in Sachen Kurvengeschwindigkeiten, der BMW lässt sich grob in Eck hauen, auch wenn das vielleicht nicht der Sinn ist eines Elektroautos. Obwohl der i3 hoch baut, sind die Wankbewegungen kaum zu spüren, was dem tiefen Schwerpunkt (Batterien) zu verdanken ist. Die Dämpfung ist allerdings eher auf der harten Seite, ohne deswegen aber gleich unkomfortabel zu sein. Doch wir sind in erster Linie erfreut, dass das sportliche Fahrverhalten jetzt auch bei den E-Autos Einzug halten darf. Bremsen sind eh kein Thema beim Stromer, es sei aber vermeldet, dass es BMW geschafft hat, sie feinfühliger auszulegen als bisher bei Elektrikern gewohnt, da ist nicht zuerst nichts und dann plötzlich viel, sondern alles schön gleichmäßig, wie man das von «normalen» Autos kennt.

Tanz auf dem Bierdeckel

Überhaupt: der i3 ist ein BMW durch und durch, abgesehen von der manchmal gespenstisch anmutenden Ruhe fährt er sich wie ein 1er oder 3er, fein, problemlos, locker. In der Stadt gefällt er durch seine extreme Wendigkeit (er lässt sich quasi auf einem Bierdeckel drehen), die hohe Agilität (Durchzugskraft) und gute Übersichtlichkeit (den haut man auch noch in die kleinste Lücke zwischen einem Q7 und einem X5). Und über Land kann man es durchaus fliegen lassen, einzig der harte Rad-an-Rad-Kampf auf der deutschen Autobahn gehört sicher nicht zu seinen Stärken, da muss er den Audi RS6 den Vortritt lassen.

BMW i3 vorne

Neue Wege

Ein gutes, sogar sehr überzeugendes Produkt also, mit einem Ab-Preis von unter 40.000 Franken für einen BMW mit derart hohem Zukunftsanspruch nicht einmal sehr teuer. Doch es sind weder Fahrleistungen, neue Materialien noch der interessante Preis, die den i3 wirklich außergewöhnlich machen, sondern der Mut vom BMW, mit der Untermarke «i» vollkommen neue Wege zu gehen, auch in Sachen Design. Ist er hübsch, sieht er gut aus? Wir haben ihn lange betrachtet, und je länger wir ihn angeschaut haben, desto besser hat er uns gefallen. Aber das ist eine subjektive Empfindung. Und wir wagen trotzdem die Voraussage, dass der i3 sicher nicht an seiner Optik scheitern wird.

Deutsche Elektroautos

An was dann? Es gibt eigentlich keine rationalen Gründe, die gegen den i3 sprechen. Ja, vielleicht die Reichweite, immer wieder die Reichweite, doch wir sind schon der Überzeugung, dass da so langsam ein Umdenken stattfindet, dass sich die Kundschaft daran gewöhnen will und kann. Das geschieht nicht heute, das geschieht auch noch nicht morgen, aber BMW wird ganz viel Marketing-Geld einsetzen, um das geneigte Publikum auf seine Seite zu ziehen, Überzeugungsarbeit zu leisten (und, wahrscheinlich, auch dafür, mehr öffentliche Schnellladestationen aufzubauen). Ob das schon reicht, um den Elektroautos endlich so etwas wie den Durchbruch an der Verkaufsfront zu sichern, das muss sich noch weisen. Sicher aber ist: die anderen Hersteller sind aufgeschreckt, bemühen sich fast ein bisschen krampfhaft, den Zug in Richtung Zukunft auch noch zu erwischen. Mercedes, zum Beispiel, hat gerade angekündigt, die B-Klasse bald schon auch rein elektrisch anbieten zu wollen, mit Batterien-Technik von Tesla; VW kommt bald schon (und ebenfalls mit viel Marketing-Macht) mit den elektrischen up! sowie Golf. Je mehr von den bekannten Herstellern mitmischen in diesem Spiel, desto schneller wird das funktionieren mit der Akzeptanz. BMW führt mit dem i3 in diesem Spiel um die Zukunft die bisher feinste Klinge (abgesehen von Tesla), und wir betrachten das mit Hochachtung.

 

Vielen Dank an die Kollegen von www.radical-mag.com

 

  • Sepp Gruber

    Wirklich ein schlechter Artikel. Aber das findet man ja immer bei diesen ignoranten „Benzinbrüdern“ Kaum technische Daten „aber schön muss er sein“. Wie fährt er sich denn, rein mit Range Extender? Kann man mit dem Benziner auch noch gut über Berge? Wie ist die Heizung konzipiert? Gibts da eine Wärmepumpe? Wie schauts mit der Batterieabwärme aus? Wie ist das mit den Bremsen, wenn sie noch weniger zum Einsatz kommen wie bisher – gibts da Vorkehrungen gegen das rosten der hinteren Bremsscheiben? oder welche Bremsen hat der I3?
    etc. Das hätt ich unter Anderem gern in einem Testbereicht nicht so ein Bla Bla Bla…

  • bernd scheidle

    sg hr. ruch,

    netter artikel, für ein 12 jahriges kind oder die frau des m6 fahrenden ceo der seine öko bilanz aufbessern will.
    wirklich wichtige informationen wie ladezeiten, ladezyklen der batt. (also lebensdauer der batterien) kosten bei ende der batterielebensdauer, durchschnittskosten pro kilometer usw. fehlen gänzlich, sind aber für ein umfassendes bild eines solchen produktes von absoluter notwendigkeit!
    mit solchen artikeln werden sie wohl kaum newsletter oder magazinabonnenten gewinnen.

    mfg bernd scheidle

    • Marcus Lang

      Ich denke es gibt einen anderen Bericht, wo die technischen Daten erklärt sind!

  • Oliver Mandl

    Abgesehen von der schon angesprochenen schlechten Recherche fehlt in der Aufzählung auch das momentan mit Abstand meistverkaufte Elektroauto am Markt: der Renault ZOE. Der hat im Gegensatz zum BMW i3 serienmäßig 5 Sitzplätze, 5 normale Türen, das Heiz- und Kühlsystem mit reversibler Wärmepumpe (für mehr Reichweite im Winter) und vor allen Dingen Schnellladung mit Wechselstrom. Damit erspart man sich in den Ladestationen den extrem teuren Gleichrichter und kann daher auch in der eigenen Garage problemlos eine dreiphasige 11 kW Ladestation montieren. Das kostet ca. 2000 Euro, die Ladezeit bei komplett leerer Batterie liegt dann bei 2 bis 3 Stunden. Und vor allen Dingen ist der ZOE mit weniger als 21.000 Euro plus monatlich 79 Euro Batterieniete viel billiger, dafür gibt es aber lebenslange Garantie auf die Batterie.

    • Marcus Lang

      Soweit ich weiß, ist der Zoe nicht mit Range-Extender erhältlich. Zu den 79,- pro Monat kommen bei höherer Kilometerleistung noch Zusatz-Batteriekosten dazu. Da ist es deutlich günstiger, wenn man nach 10 Jahren, wenn der Akku schwach wird, um dann vielleicht 5000,- einen neuen Akku kauft. Heute würde ein neuer Akku wahrscheinlich noch deutlich mehr kosten – in 10 Jahren aber nicht mehr!

  • Heinz Renner

    Denke wenn statt dem Range Extender eine stärkere Batterie als Option angeboten würde, hätte das mehr Sinn. Denn die ist sicher viel einfacher zu realisieren als ein extra Motor mit Generator, Tank, und so weiter.
    Vielleicht wäre so eine Variante auch kaum schwerer als die mit dem Range Extender – und sie würde nicht lärmen!

  • Pat

    Das ist der wohl schlechteste artikel über den i3 den ich bis jetzt gelesen habe bzw. nach ein paar zeilen zu lesen aufgegeben habe…
    EcoPlus und EcoPlus+? Jeder der mal mit einem bmw gefahren ist weiß dass das EcoPro heißt!
    Und als ich dann gelesen habe dass der range extender ein 3 zylinder sein soll hats gereicht. Ist ein bmw motorrad 2 zylinder. Offenschtlich schlecht recherchiert.
    Wer wirklich einen professionellen eindruck von i3 lesen möchte sollte sich diesen artikel sparen!

  • Michael

    Also irgendwie kommt mir der Bericht nicht sehr gut recherchiert vor – EcoPlus+ anstatt EcoPro+, 3 statt 2 Zylinder…

  • Vin1

    was leider fehlt in der Aufzählung der verfügbaren Fabrikate ist der Ford Focus electric – er ist bereits erhältlich!

  • TrueTriumph

    Verschwurbeltes Design mit willkürlicher Linienführung, völlig unpraktische hintere Türen, winziger Kofferraum für die Wagenklasse, bis er komplett gebrauchstauglich ist, runde 5.000 € teurer als proklamiert … nichts ist „neu“ oder wenigstens „besser“ als andernorts. So wird das nichts außer für ein paar Großstadt-Hipster!

    Die Stromkonzerne werden ihn schon als marketingwirksamen Dienstwagen ordern, für „normale Kunden“ ist das Gerät zu sehr neben der Nutzungswirklichkeit plaziert.

  • Ravenbird

    Für alle Menschen, die KEINE 160 oder nur 120 Kilometer am Tag fahren, also für alle, die so um die 50 Kilometer fahren (Einkaufen, Verwandtenbesuche, Kinder transportieren) ein absolutes MUSS!
    Ich selbst werde dieses Fahrzeug als nächstes Auto kaufen, wenn einer meiner jetzigen BMW so weit ist, daß er ersetzt werden muß.
    Urlaub mit Bahn, Flugzeug;
    Leben mit Strom.
    Wenn jetzt noch an den normalen Tankstellen Gasgeneratoren kommen, die das Aufladen auf wenige Minuten verkürzen, sehe ich einen Monstererfolg.
    Tesla? Mehr als 100.000 Euro? Da geh ich lieber zu Fuß!

    • Heinz Renner

      Der Vergleich mit Tesla hinkt sehr, denn es gibt ja genug Käufer auch für einen stark motorisieren 5-er oder A6-er…

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