bmw c evolution 2014
 

BMW C evolution: 6 Gründe für den Strom-Roller

Zweirad auf Strom: Ja, bitte!

19.06.2014 Autorevue Magazin

PRO: 6 gute Gründe, die für den BMW C evolution sprechen

1. Die Marke: BMW ist nicht irgendwer

Die Idee vom Strom-Roller ist nicht neu. Bisher gab es allerdings fast nur No-Name-Ware von europäischen Start-Up-Unternehmen mit kurzer Geschichte und ungewisser Zukunft und den einen oder anderen Fernost-Import, den man sich stilistisch erst schönreden musste.

Wenn sich BMW dem Thema Elektroroller widmet hat, das ein anderes Gewicht. Die Bayern bauen seit über 90 Jahren Motorräder und sind als Marke hochangesehen. Zusammen mit dem neuen Elektro-Engagement ergibt das eine trittfeste Grundlage für solide und verlässliche Ware.

Außerdem gibt es ein dichtes Händlernetz und eine Vorstellung davon, was Kundenservice bedeutet. Man wird wohl nicht im Regen stehen gelassen, wenn es mit dem Strom-Roller einmal Probleme gibt.

bmw c evolution 2014 seite

2. Flüster-Botschaft: Horch, ein Reh!

Das leise Art des Maxi-Rollers ist ein Hammer. Gepaart mit der Kraft, die der E-Motor hat – knapp 50 PS Spitzenleistung, bringt das ganz schön Erregnung ins innere System. Du kommst dir vor wie ein Indianer, du beherrschst die Tugend der geräuschlosen Annäherung.

Kein Brusttrommeln wie die klassischen Biker, die eine mächtig Lärm machende Tröte an ihr Gefährt schrauben, um sich mit weithin wirksamen Ansehen zu schmücken. Sogar unter Rollerfahrern ist das ja üblich, man braucht sich doch nur die akustisch gepimpten Vespas ringsum anschauen.

Leise ist das neue Cool, das sich aber auch mit einer neuen Verantwortung paart, weil die die Fußgänger nicht kommen hören und du für sie mitdenken musst. Rücksicht nehmen ist im Straßenverkehr aber grundsätzlich keine schlechte Übung.

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3. Kein Auto: Zwei Räder, schneller laden

Der Elektrogedanken in Rollerform entledigt sich einiger Nachteile, die das Elektroauto mit sich schleppen muss. Das Prinzip ist die Verknappung auf zwei Räder, die weniger zu bewegende Masse und damit weniger Batterieleistung erfordern.

Wäre der C evolution ganz leer gefahren, lässt er sich in einem halben Arbeitstag wieder aufladen. Weil der kluge Strom-Rollerfahrer die Reichweite seines Fahrzeugs aber ganz selten ausreizt, vielmehr jede Stehzeit nach Möglichkeit zum Laden zu nützen, ist meist nur eine ungefähr halbleere Batterie nachzutanken, was in eineinhalb bis zwei Stunden passiert ist.

bmw c evolution 2014 ladekabel

4. Das Rex-Gummi-Erlebnis

Das Tolle am Elektromotor ist ja, dass einem das volle Drehmoment aus dem Stand mitnimmt wie ein Katapult. Man fühlt sich wie vom Rex-Gummi geschnalzt. Da ist aller Vortrieb, den die Reifen hergeben.

Auf einem Roller ist das ein mächtiges Erlebnis. Du erlebst die Sensation in direktem Kontakt mit den Elementen, es gibt keine Karosserie als Windfang für das Staunen. 72 Newtonmeter stemmen sich da quasi ab Null auf den Asphalt.

Zum Vergleich: Die Ducati 1199 Panigale legt 132 Newtonmeter, muss dafür aber erst auf 9000 Umdrehungen gebracht werden. Und es sei angemerkt: Das eine ist ein Roller, also ein kreuzbrav gedachtes Stadt-Commuter-Gefährt. Das andere eine Supersportmaschine.

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5. Reichweite: Geht locker!

Das ewige Angstszenario Reichweite. Natürlich ist das Möglichkeiten-Spektrum eines Stromrollers nicht mit einem herkömmlichen Benzin-Scooter vergleichbar. Ein Spontan-Trip nach Venedig, wie man ihn auf einer Vespa vielleicht ab und zu mitdenkt, würde sich zu einem Wochenunterfangen auswachsen. Aber ehrlich: Wie oft macht man mit seinem Roller einen Überland-Ausflug?

Der Alltag ist anders. Mehr als 50 Kilometer am Stück sind eher die Ausnahme. Und die packt der BMW C evolution locker. Hin und zurück. Im Eco-Modus reicht der Strom für geschätzt rund 130 Kilometer. Was wirklich geht wird man nur im Extremfall ausprobieren, als Eichfahrt vielleicht, wenn man sich auf seinem E-Roller sicher genug fühlt, um zu sehen, worauf man sich im Ernstfall tatsächlich verlassen kann.

Für ein Lebens-Szenario zwischen Speckgürtel und Innenstadt ergeben sich ohne mutwillige Versuchungen jedenfalls keine Engpässe. Selbst wenn man nur die Nachtruhe an der Dose verbringt. Beim Stichwort „Dose“: Siehe Contra.

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6. 125er-Typisierung: Auch für Nicht-Motorradfahrer

Der BMW C Evolution ist mit einer Dauerleistung von 15 PS als 125er-Roller typisiert, darf also mit erweitertem Auto-Führerschein (B111; 6 Stunden Praxis, keine zusätzliche Prüfung) gefahren werden.

Das ist eine feine Sache, denn das gesetzliche Reglement wächst sich beim Elektroantrieb zu einem generösen Nebeneffekt aus, der dem Fahrer eben eine Spitzenleistung von fast 50 PS schenkt, gleichsam als systemimmanenten, unvermeidbaren Nebeneffekt.

Menschen, die bereits ihre Erfahrungen mit motorisierten Zweirädern gemacht haben und vielleicht sogar einen ausgewachsenen Motorrad-Führerschein haben, werden das sehr zu schätzen wissen. Unerfahrene und Neulinge hingegen könnten leicht überfordert sein. Der C evolution reißt im Dynamic-Modus nämlich an wie das Jüngste Gericht. Damit muss man erst einmal fertig werden.

Glücklicherweise gibt es aber (neben dem Comfort und dem Road Modus) auch noch das Eco Pro Fahrprogramm, das die Leistung des BMW-Strom-Rollers auf ein höchst zahmes Maß herunterreguliert. Man kann das als langweilig bezeichnen (bei Steigungen vor allem) oder als ideales Anfänger-Programm zu schätzen wissen.

bmw c evolution 2014 vorne scheinwerfer

CONTRA: 3 triftige Gründe, die gegen den BMW C evolution sprechen

  • Oliver Berger

    Werte Redaktion,

    das Thema E-Mobilität wird gewaltig überschätzt. Der Roller von BMW mag zwar technisch ein feines Gerät sein. Das Antriebskonzept eines Elektroscooters setzt bei 260 kg Gewicht entsprechend starke Batterien mit entsprechender Kapazität voraus.

    Je nach Qualität der Batterien und der Art wie die Batterien geladen werden, kann man die verwendeten Batterien ca. 800 bis 1.200 mal komplett laden und entladen.

    Anders formuliert, würde man dieses Gerät in der warmen Jahreszeit von Mitte März bis Mitte Oktober also 7 Monate betreiben (rund 210) Tage und man würde jeden Tag die Batterien wieder voll aufladen müssen, dann wäre die Batterien im schlechtesten Fall nach knapp 4 Jahren hinüber. Wie man sieht ein Roller, der nach 4 Jahren rund die Hälfte seiner Technikkomponenten austauschen muss, kann kein ernsthaftes Konzept für eine Zweiradmobilität sein. Da ist jede Vespa mit 125, 250 oder 300 Kubik in jedem Fall wirtschaftlicher als ein viel zu schwerer und überteuerter Elektroscooter egal ob von BMW oder von einem nicht so teuren asiatischen oder italienischen Hersteller.

  • Michael M.

    Eins ist mir nicht klar: Tesla und auch die Fa. Zero Motorcycles haben Technologien mit weitaus größeren Reichweite als BMW. Warum setzt BMW das nicht ein ? … die Reichweite ist einer der Schlüssel zur Akzeptanz der E-Technology. Beim Motorrad/ – Roller wären 200 km das Ziel. Die meisten Roller haben derzeit Reichweite von 250+ km mit einer Tankfüllung. M.

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