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Für BMW ist der Autoverkauf per online shop nicht nur für das neue Elektroauto i3 vorstellbar.
 

BMW Autokauf im Internet

Die Münchner wollen künftig vermehrt Autos online verkaufen. Die Händler sind demgegenüber mehr als skeptisch.

21.07.2013 APA

 

Im Internet werden schon längst Bücher, Kleidung, Elektrogeräte, Musik, Filme etc. ver- und gekauft. Wenn es nach BMW geht, dann können künftig auch Autos online erworben werden. Der BMW-Deutschland-Vertriebschef Roland Krüger dazu in der „WirtschaftsWoche“: „Wir können uns gut vorstellen, dass der Verkauf im Internet bei allen Modellen ergänzend eingesetzt wird“. Dabei wollen die Münchner nicht nur ihr neues Elektroauto i3 im Internet verkaufen. Die Verkäufer sollen dann auch zu den Kunden nach Hause kommen. „Die Erwartungen und Bedürfnisse unserer Kunden verändern sich, dem wollen wir Rechnung tragen“, so der Manager weiter.

Händler skeptisch gegenüber diesen Plänen

Den BMW-Händlern stoßen die Pläne allerdings sauer auf. „Wir haben BMW unmissverständlich gesagt, dass direkte Verkaufskanäle von uns abgelehnt werden müssen“, sagte Werner Entenmann, Präsident des BMW-Händlerverbandes, dem Magazin. BMW-Manager Krüger beschwichtigte, der Handel bleibe „das Rückgrat des Verkaufs“.

Einige BMW-Niederlassungen könnten geschlossen werden

Laut dem Magazin plant BMW auch eine Ausdünnung seines Niederlassungsnetzes. Derzeit unterhalte BMW in Deutschland 20 eigene Niederlassungen. BMW wolle sich auf die großen Standorte München, Berlin, Hamburg, Frankfurt und Düsseldorf konzentrieren, meldet die „Wirtschaftwoche“ unter Berufung auf Unternehmenskreise. Umstritten sei noch die Zukunft der Niederlassung Stuttgart. BMW-Niederlassungen in kleineren Städten sollten langfristig verkauft oder geschlossen werden. „Wir werden immer unsere eigenen Niederlassungen haben“, sagte Vertriebschef Krüger dem Blatt. Allerdings werde es „eine Weiterentwicklung von internen Prozessen und Strukturen“ geben.

Mercedes verfolgt ähnliches Ziel

Auch Konkurrent Mercedes überdenkt sein hauseigenes Filialnetz. Unter den drei großen Premiumanbietern, von denen sich jeder einzelne das Ziel der Marktführerschaft auf die Fahnen geschrieben hat, hängt Mercedes in Deutschland deutlich stärker von den eigenen Vertriebsniederlassungen ab als Audi und BMW, die vor allem auf externe Vertragshändler setzen. Der Stuttgarter Konzern ist Insidern zufolge in Gesprächen über den Verkauf von vier Niederlassungen und könnte im Erfolgsfall mehr eigene Geschäfte abstoßen. In Deutschland, nach den USA der wichtigste Markt der Marke mit dem Stern, betreibt Mercedes 98 Showrooms. Etwa die Hälfte aller Fahrzeuge wird hierzulande über die eigenen Autohäuser verkauft.

 

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  • Helmut Kainz

    Nach meinen letzten Erfahrungen hat BMW schon jetzt Probleme mit seiner Ersatzteil-Beschaffung für die eigenen Filialen.
    Angeblich wegen Computer-Problemen ??
    Dann kann ich mir lebhaft vorstellen, wie ein Internet – Kauf bei BMW funktionieren würde …

  • Autojoe

    So kann man sein Produkt an die Wand fahren. Im Internet kaufen und wo bitte dann reparieren lassen ? Etwa zu einer BMW Werkstätte gehen und dort sagen man habe das Auto im Internet erworben und nun möchte man einen Garantieleistung einfordern? Auf die Reaktion darauf wäre ich gespannt.

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