BMW 730d xdrive Test
Findet Zukunft statt oder wird sie gerade erst ausprobiert?
 

Testbericht: BMW 730d xDrive

Die wahre Essenz zwischen all dem Glitzern und Blenden lautet: Achtgangautomatik und Allradantrieb.

22.11.2012 Autorevue Magazin

Im Grunde fragen wir uns immer wieder, was denn der neue Siebener-BMW noch besser machen oder können sollte als sein Vorgänger. Und immer wieder kriegen wir sogar eine Antwort. Hier haben wir also einen überarbeiteten Siebener, namentlich den 730d xDrive.

Fahrdynamisch ist diese Art von „Einsteiger-Modell“ schon einmal ein sehr gutes Angebot, zumal die Motorisierung mit 560 Nm Drehmoment und 258 PS den Gedanken vom souveränen Reisen bereits tatkräftig unterstützt. Auch die sechs Zylinder, die laufruhigst in Reih und Glied angeordnet sind, erfüllen alle Kriterien der gepflegten Fortbewegung. Dazu kommt noch der Allradantrieb, der über alle Untergründe und Jahreszeiten hinweg totale Traktion verspricht. Gemeinsam mit der Luftfederung an der Hinterachse ist hier schon mal die Basis geschaffen, aufgrund derer wir sagen können: Darauf lässt sich aufbauen.

BMW 730d xdrive Test

Stilistisch sind die Änderungen zum Vorgänger ziemlich subtil ausgefallen.

Der ­Experte erkennt nun Voll-LED-Scheinwerfer hinter den Abdeckgläsern und eine neue Frontschürze, der Laie erkennt eher nix. Dabei wurden bei der neuen Niere 25 Prozent der Sprießel eingespart. Es sind jetzt nur mehr neun statt zwölf. Nachzählen! Und die nunmehr serienmäßige Luft­federung an der Hinterachse sieht man ­naturgemäß überhaupt nicht.

Unvorstellbar wäre es mittlerweile, wenn ein überarbeitetes Modell nicht motorseitig zumindest einen Rekord aufzustellen imstande wäre, und selbstverständlich steht zu ­allererst der Umweltrekord: 149 Gramm CO2 pro Kilometer, damit unterbietet der Hecktriebler seinen Vorgänger um 17 Prozent. Dessen Automatik-Getriebe hatte allerdings auch nur sechs Gänge. Um auf den Punkt zu kommen: Jetzt hat die Automatik also acht Gänge, und Allrad­antrieb ist auch beim 730d zu haben, wie hier in unserem Fall, nicht nur bei den stärkeren Modellen wie früher.

Allradantrieb und Luftfederung also.

Könnte es sein, dass dort, wo die potenzielle Kundschaft der nächsten Jahre lebt, die Straßeninfrastruktur noch nicht ganz so toll ist? Egal, wer jetzt auch noch möchte, dass sein BMW supersauber ist, kann gegen Extragerstl die Blue Performance Technologie ankreuzeln. 1.374 Euro kostet es zusätzlich, wenn Sie wollen, dass dieses Auto schon jetzt die Abgasnorm Euro 6 einhält, also noch weniger Stickoxide ausstößt.

BMW 730d xdrive Test

Damit wären die essenziellen Neuigkeiten schon ganz gut umrissen.

Weitere Highlights sind dann noch in den Aufpreislisten zu finden. Sie dienen überwiegend der Unterhaltung des Fahrers, der Untermalung des Fahrerlebnisses und der Anfettung des Neupreises – und führen auch nicht selten zu Ablenkung und Verwirrung. Die Bedienbarkeit hält mit der Vielfalt der Funktionen nicht immer mit. Das Auto erscheint manchmal wie ein riesiges Experimentierfeld, die Frage drängt sich auf: Findet hier Zukunft statt oder wird sie gerade ausprobiert?

Zum Beispiel das so genannte multifunktionale ­Instrumentendisplay, das die vier Rundinstrumente ersetzt und nunmehr auf einem Bildschirm darstellt. Damit wird automatisch je nach Fahr­modus eine ganz unterschiedliche Instrumentierung ein­geblendet (siehe Bild rechts oben). Die Spielerei kostet nicht einmal die Welt, nämlich bloß 334 Euro. Immer noch teuer ist hingegen das von ­allen als sehr sinnvoll erachtete Head-Up-Display, das im ­Gegensatz zu vielen anderen Gimmicks die Verkehrssicherheit erhöht und nach wie vor satte 1.640 Euro kostet.

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