BMW 5er GT Exterieur Dynamisch seite
Allradantrieb ist gut, hier aber nicht zwingend nötig.
 

Testbericht: BMW 5er GT

Allradantrieb – die GTs sind jetzt flächendeckend versorgt.

08.09.2010 Autorevue Magazin

Bevor Autos von einer Unzahl geregelt fließender Elektronen daran gehindert wurden, sich wie normale Materie zu verhalten, also zum Beispiel ganz einfach in den Straßengraben zu rutschen, kam dem Allradantrieb auch die Aufgabe des Katastrophenverhinderers zu. Das ist ja mittlerweile nicht mehr in diesem Ausmaß notwendig.

Heute sorgen intelligente Allradantriebe vor allem für noch mehr Dynamik, indem sie den Zeitpunkt des Regelsystem-Einsatzes weiter nach hinten verschieben (und sowieso greift alles ineinander über: xDrive wird von der ­dynamischen Stabilitäts­kontrolle gesteuert, die sich quasi an einer Baustelle mehr Arbeit macht, um an der anderen weniger zu haben).

Dynamik ist bei BMW das Hausthema, und daher werden jetzt auch alle Gran Turismos optional mit dem variablen Allrad­antrieb beschickt. Die sind ­genau genommen eigentlich keine zentrale Zielgruppe für so was, da sie im Modellprogramm irgendwie eine Sonderrolle einnehmen: die des ­Großen Wagens, der lautlos, unbeirrbar und mit gespenstischer Schnelligkeit über die Autobahn zieht, meistens geradeaus oder in sehr langgezogenen Kurven (ähnlich wie der Siebener, der ja auch seinen xDrive abbekommt). Da kann die Lamellenkupplung die ­Antriebskraft ruhig zur Hinterachse schicken.

Dynamik spielt im GT eine untergeordnete Rolle, oder sagen wir: für den GT-Fahrer, wie wir uns den vorstellen wollen. Dessen Ansprüche ergeben sich aus dem, was der GT bietet – Breite (vier Zentimeter mehr als der normale Fünfer), Länge, sattes Gewicht auf der Straße, Luftfederung, im Idealfall die guten, weichen Ledersitze (ab 2.710 Euro). Die Luftfederung sei auf Comfort eingestellt.

Der Gran Turismo ist konzipiert für echte Langstrecken, neun Stunden und mehr am Stück. Das geht so ermüdungsarm wie mit kaum einem Auto sonst. Hohes Tempo verursacht keinen Stress, außer der Angst, erwischt zu werden. Vier Personen finden überdurchschnittlich viel Platz, auch der nicht so riesige ­Kofferraum ist groß genug.

Im Grunde kann der Fünfer GT nichts weniger oder schlechter als der Siebener und ist damit – aus unserer Sicht – das bessere Angebot. Mit oder ohne Allrad.

Mehr zum Thema

Kommentare sind geschlossen.

pixel