BMW 530d Touring Exteerieur dynamisch Heck
Das Thema Schalten hat sich in Luft aufgelöst.
 

Testbericht: BMW 530

Egal, ob bergauf oder vollbeladen: Irgendwie spürst du immer Rückenwind.

28.10.2010 Autorevue Magazin

Das Auftreten insgesamt ist auch beim Neuen klar geordnet: Fünfer-BMW Touring, ideal für Freizeit und ­Familie. Das ist die Grundlinie. Hier wurden aber noch weitere ­Eigenschaften aufgesetzt, die mehr aus diesem Auto ­machen als nur einen hübschen ­Businesstransporter. Das prägende Element ist ­natürlich der Dreiliter-Sechszylinder-Dieselmotor.

Nur so viel: 6,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h, am besten geht das mit dem Automatikgetriebe, weil da schafft man es wirklich. Mit dem Stichwort Automatik schwenken wir auch gleich wieder in Richtung Vernunft, denn da fällt eines auf: Dass es so manches Doppelkupplungsgetriebe gibt, das sparsamer arbeitet als ein Handschalter, ist inzwischen bekannt, doch hier haben wir eine der ersten Wandlerautomatiken, die ­einen besseren CO2-Wert ­zustande bringt als das Sechsgang-Schaltgetriebe. Die Achtgang-Automatik ist schlicht phänomenal. Das Thema Schalten löst sich damit praktisch in Luft auf. Die Schaltpaddels am Lenkrad sind ja eine nette Geste, aber reichlich überflüssig, wenn man nicht grad in einer sehr verspielten Phase steckt.

Weil wir schon bei der Sparsamkeit sind, diese wäre ja bei 245 PS vor kurzem noch kein Thema gewesen: BMW hat sich hier aber einen Vorsprung herausgearbeitet, an dem die anderen zu kiefeln ­haben. In unserer Vergleichstabelle liegen Audi und Mercedes fast um ­einen Liter höher. Wobei die beiden natürlich rasch nach­stoßen werden, Mercedes erreicht mit der neuen, nächst stärkeren Variante mit 265 PS ähnliche Verbrauchswerte wie hier der BMW. Dazu gilt es zu ­betonen, dass auch die Praxisverbräuche nicht gnadenlos von den Prüfwerten abweichen. Mit 7,4 l/100 km beim BMW liegt man auf dem Niveau deutlich schwächerer Autos.

In dieser Fahrzeugklasse, die man ja nur freiwillig erklimmen wird, dürfen wir uns auch über die Extras freuen, nämlich, dass es sie gibt, anstatt uns über deren Preise zu ärgern. Und gleich eines relativieren: Der BMW ist gegenüber dem vergleichbaren Audi oder Mercedes hauptsächlich deshalb teurer, weil das umfangreiche Österreich-Paket schon eingerechnet ist, da dies üblicherweise praktisch von allen Kunden genommen wird. Während BMW und Mercedes unterm Strich preislich ziemlich gleich sind, kostet ein Audi, obwohl er sich so nobel darstellt, doch meistens ein bisschen weniger. In unserem Fall ist etwa der Allradantrieb gratis (den A6 3,0 V6 TDI gibt’s gar nicht mit Front­antrieb, wahrscheinlich aus ­gutem Grund, wegen des üppigen Drehmoments).

Atmosphärisch lässt sich im Innenraum einiges machen, wenn man das Herz bzw. die Marie dafür aufwenden will. Nach entsprechenden Beleuchtungs- und Behübschungsmaßnahmen entsteht ein feiner Pinkel. Und technisch ist natürlich auch fast alles möglich. Wir verweisen hier auf das Head-Up-Display, eine der sinnvollsten Einrichtungen seit Erfindung der Windschutzscheibe.

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