BMW 3er Dreier Touring Kombi Test Modellvorstellung
Wer den Dreier gewohnt war, wird keine Überraschungen erleben.
 

Vorstellung: BMW 3er Touring

Ein Dreier für alle Fälle: Jetzt auch mit Platz und Komfort – ohne auf die typischen Tugenden zu verzichten.

28.09.2012 Autorevue Magazin

Der Dreier markiert klar BMWs Kern, das maßgebende Standbein der Marke, ganz egal welche Karosserievariante man hernimmt. Die vor Kurzem extra für China präsentierte Langversion wird bei uns eine ähnliche Rolle spielen wie für den Chinesen der Touring – nämlich gar keine. Beim europäischen Heimspiel hingegen ist der Touring nicht wegzudenken, bald die Hälfte aller Dreier rollt mit Kombiheck aus dem Werk.

Und das ist auch irgendwie logisch: Die aktuelle Auflage ist die schnörkellose Umsetzung des Touring-Gedankens und somit irgendwie der bessere – weil praktischere – Dreier. Nach der Aufregung rund ums Bangle-Design der letzten Generation (die genau genommen ein wirklich harmloser Bangle war) ist man wieder zu alten Tugenden zurückgekehrt: Eine scharf geschnittene Silhouette mit typisch abfallender Dachlinie, dezentes Kombi-Wachstum, sportliche Präsenz wie bei der Limousine. Steht ein Vorgänger daneben, sieht der plötzlich alt aus. Er zeigt aber auch, dass BMW momentan denselben Weg geht wie Audi: Das extreme Heraus­arbeiten der Markenzeichen, sodass man die einzelnen ­Modellreihen nicht mehr deutlich auseinanderkennt. Was man jetzt mögen kann – oder auch nicht.

Der Dreier-Touring war nie für seinen üppigen Kofferraum berühmt, was sich mit dem neuen Modell ändern dürfte. Mit einem Längenzuwachs von 97 Millimetern und 50 Millimeter mehr Radstand zur Limousine schluckt der Touring nun 495 Liter, bei geplätteter Rückbank gar 1500 Liter. Geradezu üppig für BMW-Verhältnisse, läppisch für Mondeo- oder Passat-Fahrer. Dennoch hat man auch bei BMW einen Sinn fürs Pragmatische ent­wickelt: Die Rückbank lässt sich im Verhältnis 40:20:40 umlegen, eine elektrisch betätigte Heckklappe ist serien­mäßig. Gegen Aufpreis öffnet sie auch berührungslos – also wenn man mit eingestecktem Smart-Key mit dem Fuß unter der Heckstoßstange wischt –, was wir schon bei anderen Marken gesehen haben. Ehrensache beim Touring: die extra zu öffnende Heckscheibe. Dass sich das Laderaumrollo unter der Bodenabdeckung verstauen lässt, wollen wir nicht unerwähnt lassen.

Doch nicht nur beim Laderaum bewegt man sich von der spezifischen Position weg. Auch das Fahrwerk muss nunmehr nicht prinzipiell straff sein, dem „Fahrerlebnisschalter“ sei’s gedankt. Mit den (natürlich optionalen) adaptiven Dämpfern bekommt der Dreier eine bemerkenswerte Spreizung von komfortabel bis sportlich-resch hin, ohne in irgendeiner Stellung an Präzision und Direktheit zu verlieren. Durchaus angenehm, wenn man vom Auto nicht permanent getrieben wird.

In Sachen Antrieb muss man vorerst mit den stärkeren Varianten vorliebnehmen – auch das ist eine traditionelle Schrulle: Die schwächeren Versionen werden nachgereicht. Vom Start weg gibt es dieselseitig den 320d/184 PS und 330d/258 PS, letzterer mit der famosen Achtgang-Automatik, die es für alle anderen Modelle gegen Aufpreis geben wird. Als Benziner steht vorerst nur der 328i/245 PS zur Wahl – ein Turbo-Vierzylinder mit Direkteinspritzung, der den freisaugenden Sechszylinder flächendeckend in Rente schickt. Ab November werden 316d/116 PS, 318d/143 PS sowie 320i/184 PS – auch Turbo-Vierzylinder – nachgereicht. Allradantrieb ist ebenfalls in der Pipeline, zum Erscheinungstermin hält sich BMW allerdings noch bedeckt.

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