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Aus der Not wird ein Italo-M3

Bei 30 Jahren BMW M3 lohnt es sich natürlich einen Blick zurückzuwerfen. Etwa auf den 320is besser bekannt unter dem Beinamen Italo-M3 der mit den F1-Genen.

27.08.2015 Press Inform

1985 war es, als BMW seinen ersten M3 der Baureihe E30 zeigte, und von Anfang an war klar, es wird geprotzt. 200 PS, mächtige Kotflügel und ein extravaganter Heckspoiler – verdeutlichten den sportlichen Anspruch. Dahingegen zeigte sich der 320is beinahe schüchtern. Äußerlich verzichtete der sogenannte Italo-M3 auf protzige Blechteile oberhalb der Räder und auch der Heckspoiler schreit nach Zurückhaltung. Davon ist dann beim Fahren jedoch nichts zu spüren, dazu später mehr.

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© Bild: Werk

Italo-M3 mit Formel-1-Genen

Der potente 3er, der nur für Italien und Portugal bestimmt war, wurde aus wirtschaftlichen Zwängen heraus geboren. Da Italien Ende der 80er Jahre eine Luxussteuer auf Autos, die einen Hubraum hatten, der größer als zwei Liter war, erhob, musste der Münchner Autobauer reagieren. Die Ingenieure nahmen den S14 Motor des M3 und verringerten den Hubraum von 2.3 Liter auf knapp unter zwei Liter, indem sie den Hub von 84 Millimeter auf 72,6 Millimeter verkürzten. Kombiniert mit den längeren Pleuel (149,7 Millimeter statt 144 Millimeter lang) brilliert der Vierzylinder mit einer erstaunlichen Laufruhe. Trotz dieser Hubraum-Reduktion wuchtet der Italo-M3 192 PS auf die Kurbelwelle – das ist auch heute noch, 27 Jahre nach dem Entstehen des 320is, eine beachtliche Literleistung. Kein Wunder: Der Vierzylinder-Vierventil-Motor hat ein paar Gene des Formel-1-Weltmeister-Motors, mit dem Nelson Piquet 1983 in einem Brabham-BMW BT 52 den Titel holte. Besser können die Voraussetzungen doch gar nicht sein.

Fahreigenschaften des BMW 320is

3.745 Stück wurden vom BMW 320is angefertigt und ab einer Drehzahl von 4.000 schieben die Dinger dann so richtig an. Dann jubiliert die Nadel mit einer Leichtigkeit dem roten Bereich entgegen, der erst bei 7.000 Umdrehungen pro Minute beginnt. Angesichts dieser Drehfreude schielt noch heute manch ein Alfista Richtung Italo-M3. Das ist das Hochdrehzahlkonzept, wie man es von BMW M jahrelang gewohnt war. Ein Motor frei von allen Zwangsbeatmungs-Zwängen. Kurz: ein Fest. In nur 7,5 Sekunden wird die 100-km/h-Marke erreicht und lässt somit selbst den großen Bruder hinter sich. Ein Resultat der kürzeren Hinterachsübersetzung von 3,46 beim 320is gegenüber 3,25 beim M3.

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© Bild: Werk

Schalten wird zum Vergnügen

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 227 km/h lässt der 320is wenig Raum für Potenzdiskussionen. Wie es sich für einen solchen Athleten gehört, hat der 320is ein knackiges Fünfgang-Sportgetriebe verbaut, bei dem der erste Gang unten sitzt. Jeder Schaltvorgang ist ein wahres Vergnügen. Das ist gut so, denn nur mit häufigen Gangwechseln, die das Aggregat bei Laune halten, holt man das Maximum aus dem 320is heraus.

Angenehmer Sportler

Der Tanz auf der Asphaltrasierklinge macht mit dem 320is einen Höllenspaß. Die Servo-Unterstützte Zahnstangenlenkung gibt auch ohne einen neumodischen Krimskrams genug Rückmeldung und befähigt den Piloten präzise um die Ecke zu fahren. Vor allem in den Kurven kann man mit dem 320is ordentlich Spaß haben, ohne gleich einen kapitalen Abflug hinzulegen. Das Hinterachsdifferential mit einer Sperrwirkung von 25 Prozent unterstützt den Fahrer, die überagile Hinterachse mit schnellen Gegenlenken wieder einzufangen und den Italo-M3 auf Zug um die Ecke zu feuern. Doch der 320is ist nicht nur Athlet, sondern schlägt sich auch auf schlechten Straßen und langen Strecken ganz beachtlich. Das Fahrwerk ist zwar sportlich straff, aber nicht so unkommod, dass nach jeder Ausfahrt ein Besuch beim Orthopäden nötig ist. Bei einer Bodenunebenheit federt der 320is einmal ein und dann wieder aus, ohne groß nachzuwippen. Die Sportsitze sind bequem und umschmiegen den Fahrer.

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© Bild: Werk

Luxus im Cockpit

Auch nach über 600 Kilometern verliert der 320is nichts von seiner Faszination. Der Italo-M3 fährt sich, wie ein modernes Auto. Damals kostete das Vergnügen einen solchen Sportler zu fahren gut 51.000 DM. Das Cockpit bot für damalige Zeiten einiges an Luxus: einen Bordcomputer und eine Service-Intervall-Anzeige, die per Leuchtdioden dem Fahrer signalisierte, wann es Zeit für einen Boxenstopp ist.

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  • Florian

    Wirklich eines der schönsten Autos die es gab!
    Hatte selbst 2 davon, erst den 320i dann einen 325i
    Tut mir heute noch leid, dass ich Ihn gegen einen 530d eingetauscht hatte

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