Bmw 220d rot 2014 seite vorne front
Das Ergebnis eines ausgefeilten Strategieprozesses mit dem Ziel, sehr bald auch BMWs mit Frontantrieb anzubieten.
 

Testbericht: BMW 220d

Das Zweier-Coupé ist gewachsen. Nun vermittelt es auch eine gewisse Großzügigkeit.

06.06.2014 Autorevue Magazin

Wer kann sich noch an die heiße Diskussion erinnern, ob ein Coupé oder Cabrio überhaupt einen Dieselmotor haben darf? Mittlerweile ist diese Frage obsolet, denn schon wenn du losfährst mit diesem Auto empfindest du die große Stimmigkeit über alle Sinneswahrnehmungen hinweg. Als ob sich BMW wieder einmal selbst definieren wollte im Sinne der reinen Lehre vom Autofahren. Natürlich muss man einiges in Kauf nehmen, wenn man mit seinem Auto eng beisammen sein möchte, etwa straff am Körper anliegende Sitze oder ein Fahrwerk, das du auch beim Fahren spürst. Aber genau das alles passt perfekt zum Thema Coupé, es ist schon gut so, dass man sich diesen Wagen auch ein bisschen anzieht in doppelten Sinn, nämlich Reinschlüpfen und gut gekleidet zu sein.

Bmw 220d rot 2014 seiteBMW 2er: Die Grundlinie für den Heckantrieb

Natürlich ist dieses Auto das Ergebnis eines ausgefeilten Strategieprozesses mit dem Ziel, sehr bald auch BMWs mit Frontantrieb anzubieten. Der Zweier, der ein etwas gewachsener Einser ist, wird dann die Grundlinie für den Heckantrieb darstellen, während der logische Nachfolger des Einser Frontantrieb bekommt. Das ist Evolution und Revolution in einem: Alles neu und trotzdem das gute Alte lassen.

Bmw 220d rot 2014 sitz vorne

Passt, auch wenn man sich auf den Zentner zubewegt.

Zurück zum konkreten 220d. Das Coupé ist jetzt tatsächlich genau um jenes Maß gewachsen, das auch schon eine gewisse Großzügigkeit vermittelt. Nicht dass der 1er wirklich eng gewesen wäre, aber jetzt passt es, und zwar auch dann noch, wenn man sich gewichtsmäßig auf den vollen Zentner zubewegt (für Deutsche: ein Zentner sind, wie das Wort schon sagt, 100 kg, nicht 50, wie ihr immer behauptet).

BMW 220d: Die Mitte der Diesel

Der 220d ist die mittlere Variante unter den Dieselmotoren und hat 184 PS. Es stehen aber auch noch 143 PS (218d) oder 218 PS (225d) zur Verfügung. Alle drei haben den gleichen Zweiliter-Grundmotor mit unterschiedlicher Turbobestückung und verschiedenen Einspritzdrücken. Experimente mit Dreizylindern verkneift man sich vorläufig noch, denn auch die Benziner haben vier (220i mit 184 PS) oder sechs Zylinder (M 235i mit 326 PS).

Bmw 220d rot 2014 heck hinten seiteDas Angebot ist auch an Hightech-Features ist umfassend und auch schon beim „kleinen“ Coupé des Premiumanspruchs würdig. Ein paar Kleinigkeiten sind sogar schon serienmäßig, etwa die Klimaautomatik. Unser Modell der 220d kostet von der Stange 35.150 Euro. Auf den Basispreis wären aber trotzdem noch rund 6.000 Euro draufzuschlagen, damit man auch ein anständiges Navi mit iDrive-Bedienung hat, straffrei telefonieren darf (Business-Paket), schrammenfrei einparken kann und anständig sieht (Park Distance Control und Xenon im Ö-Paket Plus).

BMW 2er Modellvorstellung.

Mehr zum Thema
  • Autojoe

    Sehr flott und wendiges Auto, jedoch innen geht’s etwas eng zu.Aber wer ein Familienauto sucht sieht sich dann doch anderswo um.

  • Oli

    Ich bin genau deiner Meinung

    Zudem braucht keiner in einem Kompaktwagen 180PS.
    Warum? Um damit 60 zu fahren?
    Einen Hänger mit 5 Pferden darf man auch nicht ziehen. Also, weshalb..?
    Um viel Steuern zu zahlen?

  • Ravenbird

    Die Motorjournaille ist dafür verantwortlich, dass aus jedem kompakten Auto ein LKW wird.
    Riesenkisten mit viel Platz im Fond, obwohl kein Mensch jemals drin sitzt.
    Die Autos wachsen in die Breite, dass einem das Grausen kommt, Parkplätze sind zu eng, die Motorenhersteller müssen immens teure Klimmzüge machen, um diesen Quallen das Saufen abzugewöhnen.
    Größe, die NIEMAND braucht. Die paar Leute, die das brauchen, können sich große Wagen kaufen, aber ein typischer BMW-Kunde braucht keinen Fußraum im Fond, sondern ein geiles Auto, das gut klingt und gut fährt.
    Mir persönlich war mein Golf I niemals zu klein, wäre er das gewesen, hätte ich mir einen Passat gekauft (damals).
    Warum muss ein Golf heute so groß sein wie ein Passat vor ein paar Jahren???
    Anstatt ständig mit Zentimetermaß und Tabellen herumzufuchteln und Noten nach diesen Kriterien zu vergeben, tätet ihr gut daran, Autos nach ihrem SINN zu bewerten.
    Sonst haben wir bald einen Lupo mit Kipper.
    Anmerken muss man schon, dass die Autorevue sich mit ihren Beiträgen in der Printausgabe wohltuend von den Piefkes unterscheidet, die diesen Mist offenbar aus einem inneren Antrieb heraus schon seit Jahrzehnten machen.
    Ein Golf über 3,80 Meter ist kein Golf, sondern ein Mistkübel, der zu viel Platz braucht. Deswegen haben die von VW ja die Lupo-Gurke bauen müssen. Wenn ich bedenke, was die Planung und Konstruktion einer kompletten Modellreihe kostet (von den zusätzlichen Fertigungsstraßen mal abgesehen) wundert es mich nicht, daß die restliche Modellpalette in Preisregionen angekommen ist, die zu Schilling-Zeiten einen Volksaufstand ausgelöst hätten.
    Ich hätte keinen Lupo gebraucht, den Polo verbessert und den Golf auf maximal 4 Meter begrenzt. Darüber gibt es Passat. Die Autos wären ausgereifter und gleichzeitig bedeutend billiger – und die Gewinne der Hersteller wären zumindest gleich wie heute.
    Also, reißt euch am Riemen und schmeißt die Messlatten weg und ersetzt sie durch gesunden Menschenverstand, sonst haben wir wirklich bald Kleinwagen mit 2,5 Metern Breite, 6 Metern Länge und 2 Metern Höhe. Oder einen Porsche 911 als Kombi mit integrierter Anhängekupplung.

    • Hockeyfan

      Absolut richtig! Warum werden Autos immer breiter und länger? Und damit immer sperriger im Stadtverkehr und in Parkhäusern?

    • Flo

      Wem ein Golf zu groß ist, der kaufe einen Polo.

      Mir wär ein normaler Golf zu klein, deshalb Octavia Combi. (Sportausrüstung…)

      Das Kostenargument sehe ich etwas zweifelhaft, wenn ich mir anschaue, wie grad sämtliche Kleinstnischen mit Modellen gefüllt werden. (Paradebeispiel: BMW)

    • Mist

      Das übliche Bmw-Hochjubeln von Ravenbird und gleichzeitig immer das Vw-Bashing.
      Irgendwann wird der Schwachsinn langweilig.
      Aber grundsätzlich sind wir einer Meinung, das man das ewige zwanghafte Größenwachstum kritisch hinterfragen sollte.

pixel