BMW 1er Exterieur Dynamisch Front
Zeit, sich vom klassischen Reihen-Sechser zu verabschieden.
 

Vorstellung: BMW 1er

Wie man die Grätsche zwischen Komfort und Dynamik schafft (und noch spart).

22.08.2011 Autorevue Magazin

Mit 1,2 Millionen verkauften Stück hat sich der Einser-BMW einen Stammplatz in der Modellfamilie mehr als verdient. Mit der zweiten Auflage soll diese Erfolgsstory weitergeführt werden. Gab es für die erste Generation noch Rüffel, weil die Fahrwerks­abstimmung zu sehr auf der reschen Seite lag, haben sich die Techniker bemüht, den Einser nun etwas komfortabler auszulegen. Natürlich muss man „komfortabel“ BMW-haft verstehen, denn das Handling ist dank 50:50-Gewichtsverteilung und Heck­antrieb immer noch vom Feinsten. Wer es gern knackiger möchte, kann über die Aufpreisliste das M-Sport­fahrwerk ordern oder gar ein adaptives wählen, welches mit einer erstaunlichen Spreizung beide Sprachen beherrscht – und über den sogenannten ­„Fahr­erlebnisschalter“ bedient wird.

Mit diesem schaltet man auch zwischen den Fahrmodi Sport, Comfort und Eco Pro um, was die Gaspedalkenn­linie und die Lenkung beeinflusst. Im Eco-Pro-Modus werden sogar allerhand Komfortfeatures wie beispielsweise Klimaanlage und Sitzheizung für optimales Sparen einge­regelt, gleichzeitig werden über die Armaturen gewonnene ­Kilometer angezeigt.

BMW 1er Exterieur Statisch Heck Seite

Motorenseitig ist der neue Einser ein Meilenstein. Die schlechte Nachricht: Mit der Einführung der neuen Vierzylinder-Turbomotor-­Generation im Einser ist das Ende des klassischen, frei saugenden Reihensechszylinders praktisch besiegelt. Versöhnlich hingegen: Bis auf den Sound kann der neue Benziner alles besser. Der Block des Sechzehnhunderters entspricht dem des aus dem Mini bekannten Motors, nur die Peripherie wurde eigens für den Einser entwickelt – Doppel-VANOS, Twin-Scroll-Turbo, Valvetronic und Direkteinspritzung sind selbstverständlich mit dabei. Das Resultat: Cremiger Antritt schon von unten heraus, dennoch oben agil, dabei genügsam beim Blick auf den Bordcomputer. Chapeau – es heißt nicht von ungefähr bayerische ­MOTOREN-Werke.

Bei den Dieseln hingegen vertraut man auf Bewährtes – dezent verfeinert und dem neuen Auftritt angepasst. Ein kleiner 116d Efficient Dynamics Edition (kennen wir so vom 3er) mit 1600 Kubik ist bereits in der Pipeline, BMW prognostiziert einen CO2-Ausstoß von 99g/km, was einem Verbrauch von 3,8 Litern entspricht.

Interessant auch: Alle ­Motoren lassen sich mit einer superben 8-Gang-Automatik kombinieren, Doppelkupplung ist im Einser kein Thema. Aber der 1er will nicht nur sparsam sein: Im Innenraum geht es dank des Größenwachstums (plus 8,5 cm Länge) auf der Rückbank bequemer zu, überhaupt ist das gesamte Ambiente deutlich erwachsener geworden. Natürlich gibt es optional den vollen Wahnsinn an Assistenzsystemen: Fernlichtassistent, adaptives Kurvenlicht, Park-Assistent, Spurverlassenswarnung mit Auffahrwarnung, Geschwindigkeitsregelung mit Bremsfunktion, Verkehrszeichen­erkennung mit No-Passing-­Info, Online-Navigation mit Echtzeit-Informationen zur Verkehrslage, Google-Suche plus Schnittstelle zu Facebook oder Twitter, als das lässt sich in der typisch endlosen Aufpreisliste finden.

Wir meinen: Alles nicht notwendig. Denn die eigen­tli­che Kernkompetenz des Einsers ist das freudvolle Fahren.

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  • Anton Steiner

    1-er BMW nur neu, 3-türer od. Coupe

  • Steiner Anton

    Derzeit habe ich ein 1-er BMW-Coupe in Betrieb.

    Wenn möglich, würde ich mir sehr gerne wieder ein

    gleiches Modell zulegen.

    Bitte derzeitige Preisangabe bei Neufahrzeug.

  • smartie

    Schmallippig und mit seltsam zusammengekniffenen Augen kommt er daher. Ein bissl Lee van Cleef, wie ich finde. Nur landete der meistens ziemlich sicher unter der Erde. Ein Schicksal, daß diese Front leider nicht so rasch teilen wird. Schade drum, wird nicht auf die Shortlist gesetzt.

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