bmw 120d xdrive front
Der Hauptwitz des Allradantriebs ist es, die Grenzen des DSC-Einsatzes stark nach außen zu verschieben.
 

Testbericht: BMW 120d xDrive

Der Einser für Genusswedler, Tempomacher, Parkplatzusurpatoren, Bergstraßenhegemonen und Spritsparer.

21.08.2013 Autorevue Magazin

Natürlich sind es vor allem die kleineren Autos, bei denen die BMW-Kompetenz voll durchschlägt, nämlich dieses Ding mit Dynamik und Fahrfreude. Der Einser ist da die ideale Spielwiese, und regelrecht hat er nach Allradantrieb verlangt. Den gibt’s jetzt für den 135i mit 320 PS und den vergleichsweise milden 120d mit 184 PS.

Auch mit xDrive ist der BMW 120d eine Kanone.

Dieser ist mit seinen rund 1400 Kilo und der angebotenen Fahrperformance, man muss das so sagen, ein Heuler. Das Auto sieht weder außen noch innen besonders gut aus, vor allem innen wirkt es, als hätten mehrere Köche den Brei nicht gerade verdorben, aber besonders gut schmeckt er nicht. Oder anders gesagt: Innen sieht man dem Einser sein Alter am deutlichsten an.

Aber was ist das schon gegen das, was der Allradeinser uns erleben lässt, und das für vergleichsweise moderate 32.000 Euro. Wird einfach so dahin­flaniert, treiben zu hundert Prozent die Hinterräder. Droht eines der Antriebsräder im ­Bodenkontakt zu schwächeln, ändert xDrive in Millisekundenschnelle die Kraftverteilung. Dazu nutzt das System Daten der Motorsteuerung, der Gaspedalstellung, des Lenkwinkels, der Raddrehzahlen und der Querbeschleunigung, es handelt sich um eine wohlerwogene Analyse.

bmw 120d xdrive umschalter

Für die Praxis bedeutet das, dass wir Kurven wesentlich schneller als ohne Allrad fahren können, dass vor allem bei raschen Richtungswechseln das Auto wunderbar in der Spur bleibt. xDrive stabilisiert sozusagen proaktiv. Erst wenn gar nichts mehr geht, bremst DSC die Räder und damit den Spaß.

Es schnüren sich hier eine ultraflutschige Schaltung, ein wirklich lebendiger Motor, eine feinfühlige Lenkung und eine tolle Fahrdynamik zu einem enormen Frohsinnpaket. Der sogenannte Fahrerlebnisschalter (so ein schönes Wort) kann, muss aber nicht auf Sport gestellt sein. Fahrerlebnis gibt’s auch ohne das.

Dass man mit dem xDrive bei böser Schneelage Parkplätze kriegt, die andere nicht kriegen, ist eine schöne Draufgabe. Und dass er selbst bei rüstiger Fahrweise kaum mehr als sechs Liter nimmt, ebenfalls.

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