BMW 1er 120d Sport Exterieur Dynamisch Front Seite
Nieder mit dem bösen Spitznamen "Hängebauchschwein".
 

Testbericht: BMW 120d

Spürbar ausgewogen gibt der Einser mit 184-PS-Diesel eine starke Basis für Blau-Weiß.

08.11.2011 Autorevue Magazin

Das Geraderichten der horizontalen Körperlinie hat beim Einser viel verändert. Das Hängebauchschweinige ist jetzt ganz verschwunden, der Fünftürer der neuen Einser-Generation hat dadurch fast etwas Kombihaftes gekriegt, mit dezenter Muskelballung vor der Hinterachse allerdings, was eine neue sportliche Linie kreiert.

Das tut dem Einser gut, schließlich fährt in der Kompaktklasse immer ein rationales Mehrwert-Moment mit. Was die rein emotionalen Schwerpunkte anlangt, die ­haben sich auch verdichtet, an der Front zum Beispiel, die den Familienblick mit der ­bösen Licht-Braue oben an den Scheinwerfern gekriegt hat. Man kann die Wirkung bestens auf der Autobahn erleben, wenn man beim schnellen Herannahen im Rückspiegel für einen Dreier oder gar für einen Fünfer gehalten wird und einem eilig Platz gemacht wird. Das war beim Vorgänger nicht so deutlich zu spüren.

Für den Fahrer ist der Brennpunkt der Einserwelt aber das Fahrgefühl.

Der Kraftschluss zwischen Mensch und Maschine, die so BMW-typisch und an der Basis eben genauso fühlbar ist wie in den großen Geräten. Das straffe Kupplungspedal, die akkurat kurz gehaltenen Schaltwege in unserem 120d (optional gibt’s auch eine Achtgang-­Automatik, was einzigartig ist in diesem Segment) und zwei Hände voll Lenkrad mit starkem Drehmoment.

Der 184-PS-Diesel, den wir fuhren, ist der stärkste unter den angebotenen Selbstzündern, mit seinen 380 Nm Drehmoment handfest im Antritt und dabei doch ein recht genügsamer Geselle, was den Verbrauch betrifft – was mit einem neuen Extra zu tun hat, das BMW ­allen Einsern serienmäßig mitgibt. Unter den Fahrmodus-Einstellungen (ein kleiner Schalter neben dem Schalt­hebel) gibt es ein ECO-PRO-­Programm, das einem über Farbwechsel an einem kleinen Balken in der Instrumenten­tafel den Vernunft-Level der momentanen Fahrweise anzeigt. Inklusive Schalthinweise, Energierückgewinnungsvermeldung und Ersparnis-Ermessung in gewonnenen Rest-Kilometern. Und weil das dezent und unterhaltsam passiert, spielt der Fahrer gerne mit.

Zur Auswahl hat man auch die Fahrmodi Comfort oder Sport, bei denen Gaskennlinie und Dämpfereinstellung verändert werden. Letzterer passt gut zur neuen Ausstattungs­linie Sport, die unser Test-Einser vorführt. Sie umfasst unter anderem Sportsitze (leider ohne Lordosenstütze), 17-Zoll-Räder, ein spürbar straffer abgestimmtes Sportfahrwerk und ist mit einem Aufpreis von 1.260 Euro in ihrer Reichhaltigkeit für BMW-Verhältnisse höchst freundlich bemessen. Und dem Ab-Preis-inklusive-Österreich-Paket von 32.040 Euro für den 120d ist anzurechnen, dass man sich in dieser Klasse keine höhere technische und lebensfreundlichere Konzentration wünschen würde.

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