Der Bentley Speed Six, 1929
Der Bentley Speed Six, 1929
 

Best of Geneva – Sonderausstellung 24h Le Mans

Das wahre Highlight des Genfer Auto-Salon 2014: die Ausstellung zu den 24 Stunden von Le Mans.

08.03.2014 radical mag

Manchmal, ach, immer öfter hat man dann ja genug von den Welt- und sonstigen Premieren auf den Genfer Auto-Salon, von Marketing-bla-bla und der Masse der Warmluftwortduschen, die in der Branche – leider – üblich geworden sind. Dann sehnt man sich nach einem Hort der Ruhe, ein bisschen Abstand. Auf der Toilette findet man die nicht, die sind ja auch meist überbesetzt (kein Wunder, bei dem grauenhaft Fraß, den man in den Restaurants vorgesetzt kriegt), immer nur draußen rauchen geht aus gesundheitlichen Gründen auch nicht, die Halle 7 mit den Zulieferern ist auch nur ein erstaunlich grausiges Schatten-Kabinett.

Der Chenard & Walcker Sport aus dem Jahr 1923.

Der Chenard & Walcker Sport aus dem Jahr 1923.

24h Le Mans, Entspannung pur

Dann, per Zufall, ging ich in die Halle, keine Ahnung, wie sie heißt. Kaum ein Mensch, ein, zwei ältere Herren, ein Kamera-Team in einer Ecke, eine hübsche Dame im feinen Kostüm und schickem Schuh, die auch näherer Betrachtung wert war – wie wohltuend, wie schön ruhig, wie kühl auch. Und außerdem: 20 ehemalige Renner aus der so wunderbaren Geschichte des berühmtesten Langstreckenrennens der Welt, den 24 Stunden von Le Mans. Vor den Exponaten: 20 iPads, die schön und entspannt die Geschichte der einzelnen Fahrzeuge erzählen, Worte, Filmchen, richtig gut gemacht, wunderbar informativ. Da kann man gut ein Stündchen, oder auch mehr…

Der Ferrari Testa Rossa aus dem Jahre 1958.

Der Ferrari Testa Rossa aus dem Jahre 1958.

Der erste Sieger: Chenard & Walker von 1923

Zu sehen: der erste Sieger der 24 Stunden von Le Mans, ein Chenard & Walker von 1923. Ein Bentley Speed Six von 1929, Alfa aus den 30ern, Ferrari aus den 50ern, Jaguar, Renault, Audi, der von uns so sehr geschätzte Mazda-Wankel. 20, nein 21 Exponate aus mehr als 90 Jahren Le-Mans-Geschichte. Manch ein Gefährt hat man so oft noch nicht gesehen, wir fragen uns zum Beispiel, wie es sich mit dem ausgestellten Porsche 917 verhält – ist es der echte (aus brasilianischem Besitz), ist es der Nachbau (aus dem Porsche-Museum)? Aber prinzipiell: tolles Material. Muss man gesehen haben, unbedingt.

Der Porsche 917 aus dem Jahre 1970

Der Porsche 917 aus dem Jahre 1970.

Genfer-Tradition

Es ist sehr erfreulich, dass der Genfer Salon sich wieder um wirklich gute Sonder-Ausstellungen bemüht. Einst war Genf berühmt für diese Special-Shows, eigentlich hat der Salon den extremen Oldie-Hype einst begründet mit den legendären Roth-Händle-Ausstellungen in den 80er Jahren, die erstmals die klassischen Preziosen einem breiteren Publikum bekannt machten. Es wäre wunderbar, wenn der Genfer Salon diese feine Tradition wieder aufleben lassen würde und könnte.

Besten Dank an die Kollegen von radical-mag.com.

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