Bentley Continental GT GTC
Bentley jetzt mit vier Zylindern weniger.
 

Vorstellung: Bentley Continental GT/GTV

Und wenn wir ehrlich sind: Oft tun’s auch vier Zylinder.

05.04.2012 Autorevue Magazin

Vielleicht ist das eine über­trieben Vorsichtsmaßnahme, aber es kann nie schaden, die Öffentlichkeit daran zu erinnern, dass alle Bentleys Allradantrieb haben. Besonders dann, wenn es selbst in Spanien gefrierglatt wird und man den schweren Wagen relativ entspannt an ratlosen Rudeln von Fronttrieblern vorbei ein Steilstück hinaufziehen lässt. (Bergab danach ist freilich eine andere Geschichte.)

Aber vornehmlich geht es um den neuen Motor, ­einen Vierliter-V8, der zusammen mit Audi entwickelt ­wurde, um unterhalb des 6,0-Liter-W12 eine abgas- und verbrauchs­ärmere Alternative zu bieten (Flexfuel-Betrieb ­inbegriffen). Der Direkteinspritz-V8 baut kompakt, weil die Abgasseite samt Doppelturbo innen liegt. (Das macht sich gut in den schlankeren Audis S8, S6 und auch S7.)

Bentley Continental GT GTC Front

­Anstelle der 575 PS des W12 heißt die Leistungsüberfülle im Bentley nun 507 PS, was im Grunde gar nicht relevant ist, wenn man an die RR-Zeiten denkt, als das ­Leistungspotenzial lakonisch mit „ausreichend“ angegeben wurde. Dass es halt kein Zwölfzylinder ist, sondern ein typisch abgestochen klingender V8, kann durchaus reizvoll sein in einem Bentley GT (oder Bentley GTC, für Conver­tible, wo der Sound besonders reizvoll mit den Tönen aus dem Naim-High-Ender ­interferiert). Die Bentley-Techniker sprechen ganz poetisch vom „V8 idling burble“, vom „mid range growl“, vom „highspeed howl“.

Das Gefühl, er liefe nicht auf allen Zylindern, ist nicht einmal ganz trügerisch, denn in Teillastbereichen werden vier Zylinder abgeschaltet zwecks Verbrauchs- und Abgasminderung. Hört man aber nicht wirklich. Wie sehr das den Verbrauch tatsächlich einschränkt, ob sich dieser von 16,5 des W12 auf die angegebenen 10,5 Liter/100 km beim V8 reduzieren lässt, darüber herrscht Skepsis. Auf ersten Testfahrten wurden 16 l/100 km ausgewiesen. Die neue Achtgang-Automatik erfreut durch Hintergründigkeit, der Gurtbringer durch Dar­reichung des Bandes, speziell in der offenen Variante.

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